Sonnenlicht dämmt Corona-Ausbreitung ein

Coronaviren reagieren sensibel auf UV-Licht der Sonne: Ansteckungsrate reduziert sich um bis zu 0,65

Die Sommersonne senkt die Corona-Ansteckungsrate, so britische Forscher.
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Die Sommersonne senkt die Corona-Ansteckungsrate, so britische Forscher.

Sinkende Corona-Fallzahlen, mehr Freiheit: Erinnerungen an den Sommer 2020 wecken Vorfreude. Eine neue Studie zeigt den Einfluss von Sonnenlicht auf Sars-CoV-2.

Bereits im Januar konnte ein Team aus US-amerikanischen, französischen und britischen Forschern nachweisen, dass UV-Licht die Ausbreitung von Coronaviren eindämmen kann. Je höher die UV-Strahlung, desto geringer ist die Ausbreitungsrate von Covid-19: So lässt sich das Ergebnis der Studie zusammenfassen, die den Einfluss von Umweltbedingungen wie Temperatur oder UV-Strahlung auf die Corona-Pandemie untersuchte. Die Forscher verglichen damals die klimatischen Bedingungen sowie die Covid-19-Fälle aus 3.235 Regionen in 173 Ländern. „Wir fanden heraus, dass ultraviolette (UV) Strahlung einen statistisch signifikanten Effekt auf die täglichen Covid-19-Ausbreitungsraten hat“, heißt es in der auf dem Fachportal PNAS veröffentlichten Studie.

Eine neue britische Studie kommt zu ähnlichen Ergebnissen. Im Rahmen ihrer Analyse untersuchte das Forscherteam von der University of Liverpool um Kieran Sharkey, wie sich die Zahl der Menschen, die ein Corona-Infizierter im Schnitt ansteckt – auch R-Wert genannt – durch höhere UV-Strahlung verändert. „Zehn Kilojoule zusätzliche ultraviolette Strahlung pro Quadratmeter senken das R um 0,05 ab“, zitiert der Spiegel die Forschenden.

Sonnenlicht senkt R-Wert um bis zu 0,65

Grundlage ihrer Arbeit waren die R-Werte, die in 359 Städten mit mehr als 500.000 Einwohnern in 43 Ländern gemessen wurden. Wie aus der Studie hervorgeht, lag die UV-Strahlung dort zwischen 30 und 130 Kilojoule pro Quadratmeter. Das Sonnenlicht könnte den R-Wert entsprechend um etwa 0,15 bis 0,65 reduziert haben, heißt es weiter. Ein geringer Wert, der allerdings immense Auswirkungen auf das Infektionsgeschehen haben kann.

Ohne jegliche Gegenmaßnahmen und solange die Gesellschaft weitgehend ohne Immunität ist, liegt der R-Wert des Coronavirus Sars-CoV-2 bei ungefähr drei, wie der Spiegel informiert. 100 Corona-Infizierte stecken im Schnitt also 300 weitere Menschen an. Sinkt dieser Wert allein durch höhere UV-Strahlung beispielsweise um 0,5, sind es nur noch 250. Jedoch weisen die Forscher daraufhin, dass UV-Strahlung alleine nicht ausreicht, um eine exponentielle Ausbreitung des Virus zu verhindern. Nur ein Ineinandergreifen verschiedener Maßnahmen wie der Corona-Impfung, guter Händehygiene und Abstandhalten würden dabei helfen, die Pandemie in den Griff zu bekommen. (jg)

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Diese Viren und Bakterien machen uns krank

Eine mit Coronaviren befallene Zelle
Ende 2019 wurde zum ersten Mal über das Coronavirus Sars-CoV-2 berichtet. Zuerst nur in China diagnostiziert, breitete sich die durch Coronaviren ausgelöste Krankheit Covid-19 weltweit aus. Die Pandemie hat im Jahr 2020 weltweit etwa 1.900.000 Todesopfer gefordert. Auf der Darstellung oben ist eine menschliche Zelle (grün) zu sehen, die mit Coronaviren (gelb) infiziert ist.  © Niaid/dpa
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat.
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat. © dpa/dpaweb-mm
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch.
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch. © dpa
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff.
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff. © dpa
Grippe Virus: Antigene (gelbe und blaue Antennen) sitzen auf einer doppelten Fettschicht, die sich um die Erbsubstanz im Inneren schließt. Mit der Vermischung verschiedener Virentypen entstehen neue Erbsubstanzen und damit auch Antigene.
Grippe Virus: Antigene (gelbe und blaue Antennen) sitzen auf einer doppelten Fettschicht, die sich um die Erbsubstanz im Inneren schließt. Mit der Vermischung verschiedener Virentypen entstehen neue Erbsubstanzen und damit auch Antigene. © dpa/dpaweb
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Herpes Virus: Herpes simplex-Viren sind weltweit verbreitet. Nach einer Erstinfektion verbleibt das Virus in einem Ruhezustand lebenslang im Organismus. © dpa
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Rhinovirus Human rhinovirus 16 (HRV16): Schnupfen verbreitet sich weltweit durch Rhinoviren. © picture alliance / Science Photo
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung.
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung. © dpa
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. © dpa
Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen.
Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen. © dpa
Tuberkulosebakterium Mycobacterium tuberculosis: Die auch als Schwindsucht bekannte Krankheit ist, obwohl sie heutzutage als heilbar gilt, eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten der Welt.
Tuberkulosebakterium Mycobacterium tuberculosis: Die auch als Schwindsucht bekannte Krankheit ist, obwohl sie heutzutage als heilbar gilt, eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten der Welt. © dpa
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz.
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz. © dpa

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