Infektion verursacht Hirnschäden

Corona-Studie bestätigt beunruhigenden Verdacht: Virus zerstört Blutgefäße im Gehirn

Eine Studie der Uni Lübeck zeigt, dass eine Corona-Infektion verheerende Hirnschäden verursachen kann. Karl Lauterbach äußert sich.

Kassel – Die gesundheitlichen Langzeitfolgen nach einer Infektion mit Corona sind noch nicht gänzlich geklärt. Allerdings gibt es bereits einige Studien, die nun auf einige ernstzunehmende Anzeichen von mögliche Spätfolgen gestoßen sind - darunter unter anderem Schäden im Gehirn.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach machte nun auf die neuesten Erkenntnisse im Rahmen einer Covid-Forschung der Uni Lübeck aufmerksam. Die entsprechende Arbeit von internationalen Medizinerinnen und Medizinern stützt die Annahme, dass das Virus nach einer Infektion im Gehirn kleine Blutgefäße schädigt und Zellen zerstört. Eine der Folgen: Das Risiko an Demenz zu erkranken steigt.

Eine aktuelle Corona-Studie befasst sich mit den Auswirkungen einer Covid-Infektion auf das Gehirn. Ergebnisse zeigen, dass das Virus Hirnschäden verursachen.

Corona-Studie: Virus schädigt Hirngefäße und löst neurologische Störungen aus

In der Fachzeitschrift für Neurowissenschaften Nature Neuroscience veröffentlichten die Forschenden ihre Ergebnisse zu neurologischen Untersuchungen nach einer Corona-Infektion. Demzufolge sei Sars-CoV-2 in der Lage, kleine Hirngefäße zu schädigen oder sogar zu zerstören. Grund dafür seien strukturelle Veränderungen in den Gefäßen von Covid-Patientinnen und -Patienten.

Wie es in dem Bericht heißt, habe man nachweisen können, dass innere Zellschichten der Blutgefäße ebenfalls infiziert sind und ein Absterben menschlicher Hirnzellen auslösen. In der Folge würden Gefäßverengungen und die Blut-Hirn-Schranke zwischen Hirnsubstanz und Blutstrom blockiert, was wiederum Auswirkungen auf das zentrale Nervensystem hat.

Schon seit einigen Monaten häufen sich die Berichte über Hirnschäden infolge einer Corona-Infektion, die beispielsweise auch bei jüngeren Patientinnen und Patienten zu Schlaganfällen geführt haben sollen. Darüber berichtet Kabel Eins.

Demenz als Corona-Spätfolge: Karl Lauterbach äußert sich zu Studie

Karl Lauterbach verbreitete die Ergebnisse der Covid-Studie auf Twitter. „Diese wichtige Arbeit zu Covid von der Uni Lübeck bestätigt die Hypothese, dass SARS-CoV-2 im Gehirn die kleinen Blutgefäße zerstört“, schreibt der SPD-Politiker. Dies könne eine Menge neurologische Befunde im Zusammenhang mit dem Virus erklären. „Obwohl die Studie dies nicht zeigt, legt das Ergebnis ein erhöhtes späteres Demenzrisiko nahe“, heißt es in seinem Post.

Forschende der Uni Göttingen haben eine Möglichkeit entdeckt, Demenz bereits im frühen Stadium erkennen zu können. Neben Alzheimer können allerdings auch weitere gefährliche Corona-Langzeitfolgen auftreten und zu lebenslangen Problemen führen. Unter anderem kann der Verlust des Geruch- und Geschmackssinns nach einer Corona-Infektion jahrelang anhalten. Experten raten aufgrund solch verheerender Spätfolgen daher dringend zu einer Covid-Impfung. (as)

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.