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Corona-Studie zeigt: Vierte Impfung doch wirksamer als gedacht?

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Von: Lukas Zigo

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Eine neue Studie widerspricht den bislang wenig vielversprechenden Forschungsergebnissen zur vierten Corona-Impfung. 

London – Die Datenlage darüber, wie sinnvoll eine vierte Impfung gegen das Coronavirus ist, beschäftigt Medizin und Politik seit Monaten. Bisher war eher Skepsis zu vernehmen. Der Virologe Hendrik Streeck etwa hatte sich gegenüber der Welt gegen eine vierte Corona-Impfung bei jungen, gesunden Menschen ausgesprochen. Demnach gebe es „keine Daten, dass eine vierte Impfung zu einer Verbesserung führen kann“, betonte der Virologe.

Diese Einschätzungen stützten sich bisher vorwiegend auf israelische Studienergebnisse. Damals kamen die Wissenschaftler:innen zu dem Ergebnis, dass die vierte Dosis nur die Spitzenwerte wiederherstellt, anstatt die Immunität zu steigern. Israel war das erste Land gewesen, welches in der breiten Bevölkerung auf die vierte Impfung setzte.

Corona-Studie aus Großbritannien kommt zu einem anderen Ergebnis

Den ersten Forschungsergebnissen entgegen, hat eine neue Studie aus Großbritannien nun ein anderes Ergebnis ermittelt. Den Forscher von der Oxford University, dem London Imperial College und dem Universitätskrankenhaus Southampton zufolge könnte die vierte Corona-Impfung für den Immunschutz vor einer Covid-Erkrankung deutlich mehr bringen.

Coronavirus - Impfung bleibt bedeutungsvoll
Rettungsassistent Joachim Gerhardy von der Johanniter-Unfall-Hilfe bereitet eine Impfung gegen das Corona-Virus mit dem Impfstoff Comirnaty von Biontech vor. © Julian Stratenschulte/dpa

Die Forschungsgruppe erhob Daten von 166 Patienten, die alle eine dritte Dosis Biontech erhalten hatten und danach entweder eine vierte Biontech- oder Moderna-Dosis bekamen. Das Durchschnittsalter der Probanden betrug rund 70 Jahre. Verglichen wurde die Konzentration der Antikörper 28 Tage nach der dritten beziehungsweise 14 Tage nach der vierten Impfung. Die Ergebnisse wurden im Fachblatt The Lancet veröffentlicht.

Vierte Corona-Impfung: Was sind die Ergebnisse der britischen Studie?

Die mit Biontech geboosterte Gruppe startete an Tag 28 mit einer Antikörperkonzentration von 23.325 Laboreinheiten. Der Wert stieg an Tag 14 nach der vierten Impfung auf im Schnitt 37.460 an. Laut Wissenschaftlern stelle dies eine „signifikante Veränderung“ dar.

Ähnliche Ergebnisse konnten bei den mit Moderna Geboosterten verzeichnet werden. Lagen die Antikörperspiegel 28 Tage nach der dritten Impfung noch bei durchschnittlich 25.317, so lagen sie 14 Tage nach der vierten Impfung bei 54.936 Laboreinheiten durchschnittlich.

Darüber hinaus sei auch die Antwort der T-Zellen durch die vierte Impfung verstärkt worden, so die Forscher. „Die Spitzenreaktionen nach der vierten Dosis waren ähnlich und möglicherweise besser als die Spitzenreaktionen nach der dritten Dosis.“ Aus den Daten schlussfolgern die Wissenschaftler, dass die vierte Impfung doch effektiver ist als gedacht.

Wer bekommt die vierte Corona-Impfung?

Nur bestimmten Gruppen empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) in Deutschland aktuell die vierte Impfung. Die Fachleute raten Menschen ab 70 Jahren, Pflegeheimbewohnern sowie Immungeschwächten ab fünf Jahren frühestens drei Monate nach dem ersten Booster dazu. Frühestens sechs Monate nach dem ersten Booster gilt die Empfehlung auch für Personal in Pflegeeinrichtungen und medizinisches Personal. (lz)

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