Forschung

Ist die Lambda-Variante impfresistent? Das ist über die neue Corona-Mutante bekannt

Wie gefährlich ist die Lambda-Variante des Coronavirus? Eine Studie zeigt, dass die Corona-Mutante den Impfschutz minimieren könnte. 

Tokio – SARS-CoV-2 Lambda, eine neue Corona-Variante, breitet sich aktuell in einigen südamerikanischen Ländern aus. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft sie noch nicht als „besorgniserregende Variante“ ein – das kritisieren nun Forscher aus Japan.

Als „besorgniserregende Variante“ (Variant of Concern) stuft die WHO bisher Alpha, Beta, Gamma und Delta ein. Die Delta-Variante dominiert in Deutschland derzeit und gilt als ansteckender als vorherige Corona-Variante. Forschende aus Japan argumentieren in einer Studie dafür, die Lambda-Variante in die Liste der besorgniserregenden Varianten aufzunehmen. Bisher führt die WHO Lambda nur als „unter Beobachtung stehende Variante“ (Variant of Interest) auf.

Die Lambda-Variante soll eine höhere Infektiosität und Immunresistenz aufweisen, wie Forscher aus Japan behaupten. (Symbolbild)

Die Weltgesundheitsorganisation unterschätze damit die Mutation, heißt es in der Studie, die Ende Juli als Preprint auf der Datenbank bioRxiv veröffentlicht worden ist.

Corona: Lambda-Variante könnte ansteckender sein und auch Geimpfte stärker betreffen

Das Ergebnis der bislang nur als Preprint veröffentlichten Studie aus Japan deutet darauf hin, dass die Lambda-Variante des Coronavirus den Impfschutz senken könnte. Preprint-Studien sind noch nicht in einem Fachblatt erschienen und haben daher noch kein Peer-Review-Verfahren (Überprüfung durch Gleichgestellte) durchlaufen.

BezeichnungCorona
VirusSars-Cov-2
InfektionskrankheitCovid-19
Besorgniserregenden Coronavirus-Varianten(VOC) in DeutschlandAlpha, Beta, Delta, Gamma
weitere VariantenEpsilon, Eta, Iota, Kappa, Lambda, Theta, Zeta

Die Laboruntersuchungen der Forschungen in Japan haben gezeigt, dass Lambda gegen Antikörper resistent sein könnte, wie in dem Preprint steht. Drei Mutationen am Spike-Protein könnten dafür verantwortlich sein. Das könnte es Viren erleichtern, den nach Erhalt eines Impfstoffs aufgebauten Impfschutz zu durchbrechen. Zwei andere Mutationen könnten Lambda außerdem ansteckender machen.

Keine besonders starke Corona-Ausbreitung durch die Lambda-Variante – WHO nicht beunruhigt

Die WHO verweist auf eine derzeit nicht besonders starke Ausbreitung der Variante. „Es geht nicht wirklich hoch, selbst in Peru nicht, wo die Variante zuerst entdeckt wurde“, sagte Covid-19-Expertin Maria van Kerkhove. Nach Angaben aus Peru werde die Lambda-Variante dort von der Gamma-Variante verdrängt.

Auch Carsten Watzl, der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, glaubt, dass Lambda dem Immunschutz etwas entkommen könnte. „Aber nicht so stark wie Delta“, sagte er der Deutschen Presseagentur (dpa). Insofern beunruhige ihn diese Corona-Variante anhand der aktuell vorliegenden Daten noch nicht. (Carolin Eberth)

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

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