Nur wenig Fälle bestätigt

Kommt jetzt nach der Corona-Pandemie auch noch die Grippe-Welle im Herbst?

Durch die strenge Hygiene während der Corona-Pandemie blieb die Grippesaison 2020/21 weitgehend aus. Jedoch könnte sich das im kommenden Jahr ändern.

Kassel - Die vergangene Grippe-Saison ist im Jahr 2020/21 besonders mild ausgefallen. Laut ärztezeitung.de gab es in Deutschland lediglich 519 Labor bestätigte Influenza-Fälle. Grund dafür könnten die strikten Corona-Hygieneregeln sein. Die kommende Grippe-Welle könnte allerdings nicht so glimpflich ausfallen - davor warnen Experten aus den USA.

Dort gab es deutlich weniger Grippefälle als sonst - 2000 Fälle wurden im Labor bestätigt. In einer üblichen Grippe-Saison werden mehr als 200.000 Fälle im Labor entdeckt, berichtet die welt.de. Schätzungen zufolge infizieren sich jedes Jahr neun bis 45 Millionen Menschen in den USA mit dem Grippevirus.

Die diesjährige Grippewelle fiel mild aus. Nur wenige bestätigte Labor-Fälle sind bekannt. Das könnte im kommenden Jahr ganz anders aussehen. Forscher aus den USA warnen.

Wegen Corona: Nur geringer Teil der Bevölkerung immun gegen Grippe

Wissenschaftlern zufolge haben vor allem Masken, Abstandsregeln sowie Hygienemaßnahmen in Zeiten von Corona die Ausbreitung des Grippe-Virus unterbunden. Allerdings könnte ein Jahr mit wenig Grippe-Fällen im darauffolgenden Jahr zu einer schweren Grippe-Welle führen.

„In diesem Jahr wurde nicht wie üblich ein bedeutender Teil der Bevölkerung mit Grippe infiziert und wurde so immun“, erklärt Andy Pekosz, Professor für Mikrobiologie an der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health, gegenüber NBC. Demnach könne die Anfälligkeit in der Bevölkerung für Grippe zunehmen.

Corona-Pandemie
ErregerSars-CoV-2
KrankheitCovid-19
Erklärung zur Pandemie11. März 2020

Ander als bei Corona: Vor allem Kinder und Babys fällig für Grippe-Infektion

Wer an Grippe erkrankt, entwickelt in der Regel eine Immunität. Da das Immunsystem von Kindern und Babys das Virus noch nicht kennt, sind diese Gruppen besonders anfällig für Infektionen. Pekosz zufolge könne der Ausfall der diesjährigen Grippe-Saison dazu führen, dass weniger Menschen eine Immunität entwickeln. „Mit einer geringen Immunität der Bevölkerung könnte dies zu mehr Fällen führen“, prognostiziert auch Scott Hensley, Mikrobiologe an der Perelman School of Medicine der Universität Pennsylvania, einen ähnlichen Trend.

Zudem seien nur wenig Grippe-Stämme im Umlauf. Das sei dem Experten zufolge eher ungewöhnlich. Grund dafür könnten allerdings auch die nur wenig untersuchten Fälle sein. Wenig Grippe-Stämme könnten förderlich für die Herstellung eines passgenauen Impfstoffs sein. Dieser schütze aber dennoch nicht vor einem schweren Verlauf, so die Experten.

Bevorstehende Grippe-Welle in der Corona-Pandemie: Forscher geben Entwarnung

Grund zur Panik besteht den Forschern nach jedoch nicht. Laut Hensley ist eine Impfung aber in jedem Fall empfehlenswert: „Wenn es jemals ein Jahr gab, in dem geimpft werden musste, ist dies das Jahr.“ Die Corona-Maßnahmen wie Abstand halten, Hände waschen und Masken tragen können aber auch in der bevorstehenden Grippe-Saison helfen, so Jesse Goodman, Professor für Medizin und Infektionskrankheiten an der Georgetown University.

In einer Corona-Studie aus Frankreich wurden die Sterberaten von Covid-19 und Grippe verglichen: So tödlich ist Covid-19 im Vergleich zur Grippe. (kas) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Maurizio Gambarini/dpa

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