Regeln und Maßnahmen

Trotz Corona sicher Weihnachten feiern: So schützen Sie sich vor einer Infektion

Sie wollen Weihnachten trotz Corona mit Ihren Liebsten feiern? Mit diesen fünf Tipps machen Sie es zu einem sicheren Fest für die ganze Familie.

Kassel – Weihnachten ist Familienzeit. Alle sitzen gemütlich beisammen, es wird gut gegessen und Geschenke werden ausgepackt. Doch wegen Corona kann das Fest auch in diesem Jahr nicht so unbeschwert gefeiert werden, wie vor der Pandemie. Deutschland kämpft in der vierten Welle mit hohen Corona-Fallzahlen und dem Auftauchen der Omikron-Variante. Ist da ein relativ normales Weihnachtsfest überhaupt möglich? Um Infektionsketten zu brechen und Neuansteckungen zu vermeiden, können Sie bereits vor den Feiertagen Maßnahmen treffen.

Die ganze Familie an Weihnachten zusammenzubringen ist aufgrund der Corona-Pandemie auch 2021 nicht einfach, vor allem wenn Kinder auf Großeltern treffen. Die Oma ist vielleicht schon vollständig geimpft, das Enkelkind aber nicht. Das Infektionsgeschehen bei Kindern ist im Winter 2021 durchschnittlich doppelt so hoch wie im letzten Jahr, berichtete die Tagesschau. Bei Kindern verläuft eine Corona-Infektion zudem oft symptomlos. So kann es passieren, dass weder Kinder noch Eltern etwas davon mitbekommen. Wenn die Enkel dann an Weihnachten auf die Großeltern treffen, kann das durchaus zur Gefahr werden.

Weihnachten feiern trotz Corona: So können sich Familien vorbereiten

Corona-Impfungen bieten zwar generell einen guten und wichtigen Schutz vor Infektionen und schweren Verläufen, einen hundertprozentigen Schutz gibt es bei den Vakzinen allerdings nicht. Vor allem Menschen mit einem schwachen Immunsystem oder Vorerkrankungen sollten deshalb weiterhin vorsichtig sein und geschützt werden. Laut Tagesschau ist die Sterberate bei der Generation der Großeltern trotz Impfung am höchsten. Komplett ausschließen, dass man Großeltern, sich selbst oder andere Familienmitglieder aktuell ansteckt, kann man zwar nicht – doch wer einige Dinge beachtet, kann das Fest so sicher wie möglich gestalten.

Weihnachten mit der Familie feiern und das trotz Corona? Es gibt einiges, was Sie für Ihren Schutz vor einer Infektion tun können. (Symbolfoto)

Das beste Mittel bleibt die Impfung gegen Corona. Vollständig geimpfte Personen haben ein weit geringeres Risiko sich zu infizieren und schwer zu erkranken. Doch der Impfschutz lässt mit der Zeit nach. Als Tipp gilt, bei wem die zweite Impfung schon länger als fünf Monate zurückliegt, sollte sich den sogenannten „Booster“, also die dritte Impfung gegen Corona, abholen. Vor allem bei älteren Personen mit schwächerem Immunsystem ist das wichtig. Aber auch bei Jüngeren wird so der Schutz nochmal aufgefrischt.

Welche Corona-Regeln sollten an Weihnachten eingehalten werden?

Außerdem ist es sinnvoll schon einige Wochen vor Weihnachten die Kontakte zu reduzieren oder sich einige Tage komplett zu isolieren. Wer weniger Menschen trifft, reduziert so die allgemeine Corona-Ansteckungsgefahr. Vor allem Veranstaltungen in Innenräumen sollten gemieden werden. Der Präsident der Gesellschaft für Aerosolforschung, Christof Asbach, sprach in der Debatte um Weihnachtsmarkt-Schließungen aufgrund hoher Corona-Fallzahlen davon, dass das „Infektionsrisiko deutlich erhöht“ wird, wenn sich die Menschen nicht draußen, sondern „im privaten Umfeld in Innenräumen treffen“.

Der nächste Tipp zur Reduzierung der Infektionsgefahr besteht in täglichen Corona-Schnelltest für alle Teilnehmenden an den Weihnachtsfeiertagen. Grund für die täglich wiederholten Tests? Zu Beginn einer Infektion gibt es eine erhöhte Chance, dass Antigen-Schnelltests falsch-negativ ausfallen, erklärt Virologin Daniela Huzly vom Uniklinikum Freiburg. „Am Tag danach sind sie dann mitunter positiv“, führt sie weiter aus. Das berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Auch Heinz-Wilhelm Esser, Leiter der Pneumologie am Klinikum Remscheid rät neben allgemeinen Hygieneregeln und Impfungen zu Schnelltests. „Zur Vervollständigung würde ich immer einen zusätzlichen Schnelltest empfehlen“, sagte er gegenüber dem WDR.

Die zuverlässigere Variante wäre der PCR-Test, bei dem eine Infektion weitaus genauer festgestellt werden kann. Die sind allerdings nicht ganz günstig (30 bis 200 Euro) und es kann bis zu 24 Stunden dauern, bis man das Ergebnis hat.

Mit diesen fünf Tipps können sie die Corona-Infektionsgefahr an Weihnachten reduzieren:

  • 1. Kontakte schon vor den Festtagen reduzieren
  • 2. Tägliche Corona-Schnelltests für alle Teilnehmenden
  • 3. Grundlegende Hygieneregeln einhalten (Abstand halten, Handhygiene einhalten, Maske tragen, Räume regelmäßig lüften)
  • 4. Booster-Impfung abholen
  • 5. PCR-Test als Alternative zu Schnelltest oder für einmaligen Besuch bei Risikopatienten

Weihnachten trotz Corona: Mit welchen Maßnahmen das Fest so sicher wie möglich wird

Für den folgenden Tipp gilt: Auch wenn es vielleicht komisch aussieht, am Weihnachtsbaum zu sitzen und einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen – Maske tragen schützt nachgewiesen vor Infektionen und ist damit auch eine Möglichkeit, das Weihnachtsfest mit der Familie möglichst sicher zu gestalten. Eine Studie ergab, dass FFP2-Masken selbst bei längerem Kontakt in Innenräumen extrem hohen Schutz vor einer Corona-Infektion bieten, berichtet die Deutsche Presse-Agentur.

Wenn sich ein infizierter und ein gesunder Mensch in einem Raum auf kurzer Distanz begegnen, liegt die Ansteckungsgefahr demnach auch nach 20 Minuten bei etwa einem Promille (0,1 Prozent). Voraussetzung sei der korrekte Sitz der FFP2- oder KN95-Maske, schreibt das Team um Eberhard Bodenschatz vom Göttinger Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation in den „Proceedings“ der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften („PNAS“). Bei schlecht sitzenden FFP2-Masken liege das Infektionsrisiko im gleichen Szenario bei rund vier Prozent. OP-Masken mit guter Passform senken die Infektionsgefahr demnach auf maximal zehn Prozent.

Weihnachten trotz Corona mit der Familie feiern: Kommunikation als wichtige Maßnahme

Doch bei all den Vorsichtsmaßnahmen kann es schnell mal zu Debatten kommen. So ist der eine besonders vorsichtig, andere dagegen weitaus lockerer. Um Stress und schlechte Laune an Weihnachten zu vermeiden, empfiehlt sich daher eine vorherige Absprache. Bei diesem Tipp gilt: „Derjenige, der am vorsichtigsten ist, muss die Regeln bestimmen“, erklärt der Berliner Psychotherapeut Wolfgang Krüger gegenüber Geo.de. Das können die Großeltern sein, aber auch Kinder, die sich vielleicht Sorgen machen.

Wer weiterhin unsicher ist, kann auch ein digitales Weihnachten planen, wie die Techniker Krankenkasse empfiehlt. Zum Beispiel mit einem Videoanruf. So ist man auf eine Art und Weise trotzdem zusammen, auch wenn man räumlich getrennt bleibt. (svw/jey mit dpa)

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