Organschäden

Schneller altern durch Covid-19? Ärzte mit befremdlicher These

Nasen-Rachen-Abstrich bei Covid-19
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Diagnostizieren Ärzte mithilfe eines Nasen-Rachen-Abstrichs Covid-19, leiden Betroffene häufig bereits an Symptomen. Viele Mediziner beschäftigen sich aktuell mit möglichen Spätfolgen der Krankheit.

Erste Studienergebnisse zu den Langzeitfolgen durch Covid-19 stimmen besorgt. Deutsche Forscher vermuten, dass die Krankheit sogar schneller altern lassen könnte.

  • Geschwächte Lunge* und Herzprobleme* lange nach überstandener Coronavirus-Infektion: Sogar leichte Covid-19-Verläufe können nach aktuellem Kenntnisstand langfristig negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben.
  • Als wesentlichen Grund diskutieren Mediziner Entzündungsreaktionen im Körper, die durch Covid-19 ausgelöst werden.
  • Am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Kiel läuft aktuell eine Studie, die sich intensiv mit Langzeitfolgen ausgelöst durch Covid-19 beschäftigt. Eine Annahme der Forscher: Eine Infektion mit Covid-19 könnte den Körper viel schneller altern lassen.

Covid-19 ist eine relativ „junge" Erkrankung: Die ersten Fälle wurden im Dezember 2019 in China bekannt, seitdem verbreitet sich das Coronavirus weltweit. Die Symptome reichen von Husten, Fieber, Geschmacksverlust bis hin zu Atemnot. Bei manchen Menschen verläuft Covid-19 wie eine normale Erkältung, wieder andere müssen in einer Klinik behandelt werden. Vorerkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck sowie Rauchen erhöhen das Risiko, einen schweren Verlauf zu erleiden - auf diese Erkenntnisse können sich Mediziner einigen. In Hinblick auf die Langzeitfolgen tappen Ärzte weltweit allerdings noch weitgehend im Dunkeln.

Diverse Untersuchungen beschäftigen sich mit der Frage, welche Langzeitfolgen das Coronavirus im menschlichen Körper auslösen kann. Auch eine groß angelegte Studie am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Kiel mit dem Titel „Covidom“: In dieser wird untersucht, zu welchen langfristigen Schäden es nach einer Covid-19-Erkrankung kommen kann. Im Interview spricht Studienautor und Internist Stefan Schreiber als Leiter der Klinik für Innere Medizin am Uniklinikum Schleswig-Holstein von einem möglichen schnelleren Alterungsprozess durch Coronavirus-Infektionen.

Herz- und Lungenschäden: Lässt Covid-19 Organe schneller altern?

Internist Schreiber rechnet damit, dass ehemals Infizierte noch ein Jahrzehnt nach der Erkrankung mit Spätfolgen rechnen müssen: „Neben konkreten Krankheitsfolgen beschleunigt das Virus auch erst mal unbemerkt die Alterungsprozesse der inneren Organe. Ein 30-Jähriger, der die Infektion jetzt bekommt, könnte dadurch in zwei Jahren die Lunge oder das Herz eines 40-Jährigen haben – oder in zehn Jahren Lunge oder Herz eines 60-Jährigen", so sein Verdacht. Im Interview mit Welt.de gibt er zu Bedenken, dass dieser Effekt nicht nur bei Schwerkranken eintreten könnte, sondern auch bei Menschen, die nur leichte Covid-19-Symptome zeigten.

Stefan Schreiber, der zu chronischen Entzündungen forscht, sieht das Problem in den durch Covid-19 ausgelösten Entzündungsreaktionen im Körper. „Das Signalstoffprofil dieses sogenannten Zytokinsturms sieht aus wie Zellalterung im Zeitraffer. Zum Beispiel sind da Stoffe wie Tumornekrosefaktor Alpha und Interleukin-6. Beide wurden auch schon in den Endothelien alternder Nagetiere in erhöhten Konzentrationen nachgewiesen. Aber die Konzentrationen während der Infektion sind um ein Vielfaches höher“, so der Mediziner. In der Covidom-Studie wird jetzt untersucht, wie genau Covid-19 den Alterungsprozess des Menschen beeinflusst und welche Behandlungsmöglichkeiten erfolgsversprechend sind. (jg) *Merkur.de gehört zum deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerk

Mehr Quellen: https://www.precisionmedicine.de/de/

Diese Viren und Bakterien machen uns krank

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Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung. © dpa
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Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. © dpa
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Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz. © dpa

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