Durchbruch US-amerikanischer Forscher

Luftfilter tötet Coronaviren ab – Gerät soll in Kliniken eingesetzt werden

Ein Mitarbeiter der Fluggesellschaft Air France hält auf dem Foto einen Luftfilter, der in einer Boeing 777-300 verwendet wird
+
Ein Mitarbeiter der Fluggesellschaft Air France hält auf dem Foto einen Luftfilter, der in einer Boeing 777-300 verwendet wird. Ein neuartiger spezieller Coronavirus-Luftfilter soll den Entwicklern zufolge auch in Flugzeugen angewendet werden.

Zu schön um wahr zu sein? Luftfilter aufstellen und keine Sorgen mehr über eine mögliche Ansteckung mit dem Covid-19-Erreger Sars-CoV-2 machen. Kann das funktionieren?

  • Medizin, Industrie und Wissenschaft arbeiten in vielen Bereichen Hand in Hand, um der Coronavirus-Pandemie Herr zu werden.
  • Hoffnung verspricht nun ein neu entwickeltes Gerät, das die Luft von Coronaviren befreien soll.
  • Die Universität Houston in Texas berichtet aktuell, dass die Filteranlage Sars-CoV-2* effektiv abtötet.

Der Name soll Programm sein. So haben die Konstrukteure des neuartigen Coronavirus-Luftfilters ihrem Werk den Namen „catch and kill“ air filter gegeben, was übersetzt so viel wie „fangen und abtöten" bedeutet. Zhifeng Ren, Direktor des Texas Center for Superconductivity an der Universität Houston sowie Monzer Hourani, CEO der Entwicklungsfirma Medistar und deren Teams setzten das Forschungsprojekt um - mit Erfolg.

Luftfilter tötet 99,8 Prozent der Coronaviren aus der Luft ab

Der Luftfilter hatte in Testläufen ganze 99,8 Prozent der Virenlast aus der Luft eliminiert. Der Filter sei aus handelsüblichem Nickelschaum gefertigt, der auf 200 Grad Celsius erhitzt wird. Nicht nur Coronaviren überleben die Filtrierung nicht: Auch die Erreger der gefährlichen Infektionskrankheit Milzbrand wurden zu 99,9 Prozent durch den neu entwickelten Luftfilter abgetötet. „Dieser Filter könnte auf Flughäfen und in Flugzeugen, in Bürogebäuden, Schulen und auf Kreuzfahrtschiffen nützlich sein, um die Ausbreitung von Covid-19 zu stoppen“, sagte Ren, Professor für Physik an der Uni Houston: „Seine Fähigkeit, die Ausbreitung des Virus einzudämmen, könnte für die Gesellschaft sehr nützlich sein“. Die Medistar-Führungskräfte hatten zudem ein Tischmodell vorgeschlagen, das in der Lage ist, die Luft in der unmittelbaren Umgebung eines Büroangestellten zu reinigen, so Ren einer Pressemitteilung der Universität Houston zufolge.

Im Handel erhältlich ist der Luftfilter (noch) nicht. Doch er erfülle den Entwicklern zufolge die Anforderungen für konventionelle Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen. Die Forderung der Entwickler: Das Gerät soll stufenweise eingeführt werden, beginnend mit Orten wie Schulen, Krankenhäusern sowie Verkehrsmitteln wie Flugzeugen. Wann und ob das Gerät in Masse produziert und eingesetzt wird, ist allerdings noch unklar, weitere Tests auf Praxistauglichkeit folgen. (jg) *merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Weiterlesen: Sechs Monate Coronavirus: Wichtige Fakten im Überblick.

Im Video: Stormtrooper beim Einkauf oder Schutz gegen Coronavirus?

Diese Viren und Bakterien machen uns krank

HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat.
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch.
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff.
Grippe Virus: Antigene (gelbe und blaue Antennen) sitzen auf einer doppelten Fettschicht, die sich um die Erbsubstanz im Inneren schließt. Mit der Vermischung verschiedener Virentypen entstehen neue Erbsubstanzen und damit auch Antigene.
Diese Viren und Bakterien machen uns krank

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.