Auch Tiere können sich infizieren

Coronavirus: Vor allem Katzen laufen Gefahr, sich bei ihrem Halter mit dem Erreger anzustecken

Können Haustiere das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 übertragen?
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Können Haustiere das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 übertragen?

Steigende Coronavirus-Infektionen weltweit werfen die Frage auf, ob die eigenen Haustiere eine potentielle Ansteckungsgefahr bedeuten.

  • Die Tröpfcheninfektion gilt als Hauptübertragungsweg des Coronavirus.
  • Abstand zu Anderen sowie regelmäßige und gründliche Händehygiene schützen vor einer Ansteckung.
  • Viele sorgen sich um die eigenen Vierbeiner: Können diese erkranken und Coronaviren sogar übertragen?

Update vom 08.04.2020: Institut für Virologie meldet mögliche Übertragung von Mensch auf Tier

Virologen am Institut für Virologie der Freien Universität Berlin untersuchten, ob das Coronavirus von Mensch auf Hund oder Katze oder von diesen auf den Menschen übertragen werden kann. "Es scheint unter natürlichen Bedingungen zu einer Übertragung vom Menschen auf das Haustier zu kommen", nennt Klaus Osterrieder, Virologe am Fachbereich Veterinärmedizin der Freien Universität, eines der Forschungsergebnisse. Allerdings gebe es bislang keine Hinweise darauf, dass eine Infektion von Hund oder Katze eine Ansteckung beim Menschen begünstige. 

Vor allem Katzen seien den Wissenschaftlern zufolge gefährdet, sich mit Sars-CoV-2 zu infizieren. Auch Frettchen gehören zu den Tieren, in welchen sich das Virus gut vermehren kann. "Die bisherigen experimentellen Untersuchungen lassen vermuten, dass Katzen mehr als Hunde zu Trägern des Virus werden können", so Virologe Osterrieder.

Erstmeldung vom 3. März 2020: Ist das Virus auf Haustiere übertragbar?

107.663 gemeldete Coronavirus-Infektionen in Deutschland veranlassen viele Menschen, Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Dazu gehört nicht nur das regelmäßige Händewaschen*. Ebenfalls wichtig: Sie sollten sich an die Abstandsregel halten, die von der Bundesregierung verhängt wurde: Mindestens 1,5 Meter Abstand zu anderen soll die Gefahr einer Ansteckung minimieren.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) spricht bei der neuartigen Lungenerkrankung, die die Welt aktuell in Atem hält, von Covid-19. Der Erreger, welcher bisher vorläufig als 2019-nCoV bezeichnet wurde, bekam einen eigenen Namen: Sars-CoV-2. Seit Anfang 2020 wurden weltweit 1.431.900 Coronavirus-Infektionen nachgewiesen. Bis jetzt kam es zu 82.145 Todesfällen, wie das Johns Hopkins Coronavirus Resource Center meldet. (Stand: 08.04.2020)

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Coronavirus: Kann man sich auch durch das eigene Haustier anstecken?

Nach aktuellem Wissensstand ist die Tröpfcheninfektion der Hauptübertragungsweg der Coronaviren*, wie das Robert Koch-Institut (RKI) als Bundesoberbehörde für Infektionskrankheiten und nicht übertragbare Krankheiten meldet. "Dies kann direkt von Mensch zu Mensch über die Schleimhäute der Atemwege geschehen oder auch indirekt über Hände, die dann mit Mund- oder Nasenschleimhaut sowie der Augenbindehaut in Kontakt gebracht werden", heißt es in einer Veröffentlichung des RKI.

Sich auf anderem Wege zu infizieren sei eher unwahrscheinlich, wie auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) meldet: "Es gibt derzeit keine Fälle, bei denen nachgewiesen ist, dass sich Menschen auf anderem Weg, etwa über den Verzehr kontaminierter Lebensmittel oder durch importiertes Spielzeug, mit dem neuartigen Coronavirus infiziert haben (…)". Auch Fälle, bei welchen Sars-CoV-2 durch Haustiere auf den Menschen übertragen wurde, sind bisher nicht bekannt.

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WHO gibt Entwarnung: Haustiere keine Coronavirus-Überträger

Auf ihrem Instagram-Account gab die Weltgesundheitsorganisation WHO Ende Januar 2020 noch Entwarnung in Hinblick auf die Übertragung des Virus auf Haustiere:

Im Post heißt es: "Im Moment gibt es keinen Hinweis darauf, dass sich Haustiere wie Hunde oder Katzen mit dem neuartigen Coronavirus* infizieren können. Dennoch ist es immer eine gute Idee, sich nach dem Kontakt mit Haustieren die Hände mit Seife und Wasser zu waschen. Das schützt Sie vor verschiedenen, weit verbreiteten Bakterien wie E. coli und Salmonellen, die von Tier auf Mensch übertragbar sind."

Quellen: www.rki.de; www.experience.arcgis.com; www.rki.de/fallzahlen; www.bfr.bund.de; www.fu-berlin.dehttps://coronavirus.jhu.edu/map.html

Umfrage zum Thema

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Coronavirus: Hund in Hongkong positiv auf Sars-CoV-2 getestet

jg

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HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat.  
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat.   © dpa/dpaweb-mm
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Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch. © dpa
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff.
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff. © dpa
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Grippe Virus: Antigene (gelbe und blaue Antennen) sitzen auf einer doppelten Fettschicht, die sich um die Erbsubstanz im Inneren schließt. Mit der Vermischung verschiedener Virentypen entstehen neue Erbsubstanzen und damit auch Antigene. © dpa/dpaweb
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Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung. © dpa
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. © dpa
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Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen. © dpa
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Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz. © dpa

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