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Cortison kann Corona-Verlauf mildern: Studie untersucht Wirksamkeit bei Spätfolgen

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Von: Judith Braun

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Cortison hilft seit Beginn der Corona-Pandemie bei schweren Verläufen. Nun soll eine Studie seine Wirksamkeit bei Spätfolgen untersuchen.

München – Cortison ist wohl das bekannteste bei Krankheiten eingesetzte Steroid, das starke Beschwerden lindern, Stoffwecheselvorgänge bremsen und entzündungshemmend wirken kann. Zu Beginn der Corona-Pandemie galt Cortison bei der Behandlung von schweren Covid-19-Erkrankungen als „Game Changer“. In Deutschland setzten Ärzte es bereits sehr früh ein. Die Situation änderte sich damit komplett: Plötzlich mussten deutlich weniger Corona-Patienten intensivmedizinisch behandelt werden. Ob Cortison auch bei Corona-Spätfolgen helfen kann, das wird bald in einer neuen Pilotstudie erforscht.

Cortison kann Corona-Verlauf mildern: Hilft es auch bei Spätfolgen?

Kopfschmerzen können eines der vielen anhaltenden Symptome nach einer Covid-19-Erkrankung sein. Eine Studie untersucht die Wirksamkeit von Cortison bei Spätfolgen.
Kopfschmerzen können eines der vielen anhaltenden Symptome nach einer Covid-19-Erkrankung sein. (Symbolbild) © Andriy Popov/IMAGO

Atembeschwerden, Kopfschmerzen, Müdigkeit und Erschöpfung: An Covid-19 erkrankte Menschen können bisweilen noch Wochen oder Monate nach der Infektion unter verschiedenen Spätfolgen leiden. Geruchs- und Geschmacksstörungen, kognitive Beeinträchtigungen und depressive Verstimmungen zählen ebenfalls zu möglichen langanhaltenden Symptomen. Da es für eine wirksame Therapie gegen Post-Covid-19-Symptome bislang allerdings noch keine wissenschaftlichen Belege gibt, will die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Pilotstudie „PreVitaCOV“ neben der Wirksamkeit der Medikamente auch die Machbarkeit einer medikamentösen Therapiestudie in der hausärztlichen Versorgung erforschen.

Denn aktuell werden Patienten mit Corona-Spätfolgen vor allem von ihren Hausärzten versorgt. Dr. Ildikó Gágyor, Hausärztin und eine der Leiterinnen des Instituts für Allgemeinmedizin am Universitätsklinikum Würzburg, koordiniert die Studie und erklärt zur Versorgung durch die Allgemeinärzte: „Deren Behandlung zielt vor allem darauf ab, Symptome zu lindern und zu verhindern, dass die Beschwerden chronisch werden.“ Bei „PreVitaCOV“ handelt es sich um eine der ersten medikamentösen Therapiestudien zu den Langzeitsymptomen von COVID-19. Sie untersucht die Machbarkeit einer klinischen Studie zur Untersuchung der Wirksamkeit einer Behandlung mit Cortison sowie den Vitaminen B1, B6 und B12 im hausärztlichen Setting.

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Studie untersucht Wirksamkeit von Cortison bei Corona-Spätfolgen

Zunächst müssen Hausärzte für eine Teilnahme an der Studie rekrutiert und geschult werden. „Vom Sommer 2022 an werden insgesamt 100 Patientinnen und Patienten nach dem Zufallsprinzip in vier Gruppen verteilt und über 28 Tage entweder mit Cortison behandelt, mit einem Vitamin-B Komplex, mit beiden Wirkstoffen oder mit einem Placebo“, erklärt Prof. Dr. Hanna Kaduszkiewicz vom Institut für Allgemeinmedizin an der Universität in Kiel, welches ebenfalls an der Studie beteiligt ist. Die Wissenschaftler untersuchen in mehreren zeitlichen Abständen, ob sich die Symptome verbessert haben: nach vier und acht Wochen sowie nach einem halben Jahr.

Experten unterscheiden zwischen „Long Covid“ und „Post-Covid-19-Syndrom“

Im Übrigen unterscheiden die Experten zwischen „Long Covid“ und „Post-Covid-19-Syndrom“. Ersteres wird diagnostiziert, wenn Symptome mehr als vier Wochen nach Infektion oder Erkrankung andauern. Zweiteres hingegen bezieht sich auf Symptome, die später als zwölf Wochen noch bestehen oder neu auftreten. Post-Covid-19-Symptome werden vermutlich durch Gewebeschäden, chronische Entzündungsprozesse und andere bisher unbekannte Faktoren ausgelöst.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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