Corona-Test selbst zahlen?

Im Verdachtsfall zahlt die Kasse: So läuft ein Coronavirus-Test ab

Nasenabstrich eines Patienten: Coronavirus-Tests führen medizinische Mitarbeiter im Schutzanzug durch - das Ansteckungsrisiko ist hoch.
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Nasenabstrich eines Patienten: Coronavirus-Tests führen medizinische Mitarbeiter im Schutzanzug durch - das Ansteckungsrisiko ist hoch.

Mit Sars-CoV-2 infiziert oder nicht? Ein Coronavirus-Test bringt Gewissheit. Wer nicht als Verdachtsfall eingestuft wird, muss selbst zahlen. Erfahren Sie hier, wie der Test abläuft.

Weltweit wurden bisher 132.567 COVID-19-Fälle bestätigt. 4.947 Tote werden beklagt (Stand: 13.03.2020). Mittlerweile hat sich das neuartige Coronavirus, das die Lungenkrankheit COVID-19 auslöst, über den gesamten Erdball verbreitet - auch in Deutschland kommt es zu immer mehr Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2. 2.369 Fälle sind bundesweit bekannt, sechs Menschen verstarben an den Folgen.

Die Bundesregierung und die Gesundheitsämter raten zu Vorsichtsmaßnahmen wie gründlicher Händehygiene* und dem Abstandhalten zu kranken Personen. Wer sich in Risikogebieten wie Italien aufgehalten hat, Kontakt zu infizierten Personen hatte und nun selbst an typischen Symptomen einer Coronavirus-Infektion* leidet, der sollte folgende Regeln kennen.

Coronavirus-Test zahlt die Kasse - wenn Verdacht vorliegt

Um die Ausbreitung des Virus zu stoppen, rät das Robert Koch-Institut (RKI) als Bundesoberbehörde für Infektionskrankheiten und nicht übertragbare Krankheiten eindringlich dazu, mit Symptomen nicht zum Arzt zu gehen*. Auch Menschen, die Kontakt zu Patienten mit Corona-Infektion hatten oder in Risikogebieten waren, sollten ihren behandelnden Arzt oder den ärztlichen Notdienst unter der 116 117 anrufen, damit der Betroffene entweder isoliert in der Praxis oder zuhause untersucht werden kann. So soll die Gefahr gebannt werden, dass der Virus sich in Arztpraxis oder Notaufnahme verbreitet.

Herrscht ein begründeter Verdacht, wird der behandelnde Mediziner einen Coronavirus-Test einleiten. Bis Ende Februar hatten die Krankenkassen die Kosten nur bei bestimmten Patienten übernommen. Inzwischen obliegt die Entscheidung dem Arzt. Wenn ein Patient keine typischen Corona-Symptome zeigt und trotzdem getestet werden will, muss er die Kosten für den Test allerdings selbst tragen. Diese können 59 bis über 200 Euro betragen.  

Mehr zum Thema: Quarantäne wegen COVID-19? Das müssen Sie jetzt beachten.

Nasen- und Rachenabstrich: Corona-Test liefert in fünf Stunden Ergebnis

Laut Sozialministerium kann jeder niedergelassene Arzt Testproben nehmen. Bei folgenden Risikogruppen übernimmt die Krankenkasse den Corona-Test:

  • Menschen, die an typischen Symptomen einer Coronavirus-Infektion leiden und sich innerhalb der letzten 14 Tage in einem Risikogebiet aufgehalten haben
  • Menschen, die an typischen Symptomen einer Coronavirus-Infektion leiden und mit einer infizierten Person zu tun hatten

Für einen Test auf Sars-CoV-2 werden Proben aus den oberen und den tiefen Atemwegen entnommen, klärt das RKI auf. Dazu führt ein Mediziner einen sogenannten Virustupfer tief in Mund und Nase ein. Auch Proben eines Hustenauswurfes können im Rahmen des Coronavirus-Tests genommen werden. Diese werden dann mittels molekularbiologischer Tests in Diagnostiklaboren auf das Coronavirus untersucht.

Maximal fünf Stunden dauert es dem Redaktionsnetzwerk Deutschland zufolge, bis die Testergebnisse feststehen. Anfangs nur in der Berliner Charité durgeführt, können Coronavirus-Tests mittlerweile auch in Universitätskliniken in beinahe allen Bundesländern und Speziallaboren deutschlandweit ausgewertet werden.

Quellen: www.rnd.de; www.rki.de; www.experience.arcqis.com; www.rnz.de

Weiterlesen: Coronavirus in Deutschland: Was jeder Einzelne tun kann, um sich nicht anzustecken.

jg

Diese Viren und Bakterien machen uns krank

HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat.  
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat.   © dpa/dpaweb-mm
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch.
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch. © dpa
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff.
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff. © dpa
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Grippe Virus: Antigene (gelbe und blaue Antennen) sitzen auf einer doppelten Fettschicht, die sich um die Erbsubstanz im Inneren schließt. Mit der Vermischung verschiedener Virentypen entstehen neue Erbsubstanzen und damit auch Antigene. © dpa/dpaweb
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Herpes Virus: Herpes simplex-Viren sind weltweit verbreitet. Nach einer Erstinfektion verbleibt das Virus in einem Ruhezustand lebenslang im Organismus.  © dpa
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Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung.
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung. © dpa
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. © dpa
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Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen. © dpa
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Tuberkulosebakterium Mycobacterium tuberculosis: Die auch als Schwindsucht bekannte Krankheit ist, obwohl sie heutzutage als heilbar gilt, eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten der Welt. © dpa
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz.
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz. © dpa

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