Crafta-Therapie kann Patienten mit Beschwerden im Kopfbereich helfen

Gezielte Griffe: Martin Hannappel zeigt bei einer Patientin eine Schädeltechnik zur Behandlung von Kopfschmerz und Tinnitus. Hier bewegt er das Schläfenbein gegen die anderen benachbarten Schädelknochen. Foto:  GNH/nh

Patienten, die zu Martin Hannappel kommen, haben oft eine lange Leidensgeschichte: Kopfschmerzen, Gesichtsschmerzen, Kiefergelenks- oder Zahnschmerzen, Migräne, Schwindel oder Ohrensausen. „Die wenigsten haben ein isoliertes Problem“, sagt der Physiotherapeut.

Er verfügt über eine mehrjährige Zusatzausbildung, um im Reha-Zentrum der Gesundheit Nordhessen die so genannte Crafta-Therapie anzuwenden. Mit verschiedenen Griff-Techniken arbeitet er an den Kiefergelenken, an Muskelverspannungen, Halswirbeln und Schädelknochen. „Das hängt alles eng miteinander zusammen“, sagt er. Die einzelnen Schädelpartien seien auch beim Erwachsenen um Millimeter beweglich. Und häufig lasse sich mit dieser Schädeltechnik die Situation des Patienten deutlich verbessern. „Die Patienten melden mir die Verbesserung oft nach wenigen Sitzungen zurück“, sagt Hannappel.

Die Behandlung erfolge in Zusammenarbeit mit einem Arzt, der meist vor dem Verschreiben der Crafta-Therapie eine gute diagnostische Abklärung veranlasst habe. In den meisten Fällen gebe es viele Überschneidungen, so seien zum Beispiel Orthopäden, Kieferorthopäden, Zahnärzte, Neurologen oder auch Augenärzte an Diagnostik und Behandlung beteiligt.

Martin Hannappel beginnt seine Therapie mit einer ausführlichen Befragung des Patienten. So gewinnt der Therapeut Erkenntnisse über mögliche Ursachen des Problems und überprüft seine Annahmen anhand einer Funktionsprüfung des Kiefergelenkes, des Schädels und des Nervensystems im Schädel- und Gesichtsbereich. Er sucht dabei nach Störungen, die die Beschwerden verursachen. Findet er diese Fehlfunktionen, erstellt Hannappel einen Therapieplan, der sich auf zunächst 40 Minuten - über mehrere Sitzungen verteilt - erstreckt.

Damit allein ist es freilich nicht getan. „Die Patienten bekommen auch Hausaufgaben mit auf den Weg“, erläutert der Physiotherapeut, der außerdem Weiterbildungen in manueller Therapie nach Cyriax, Schmerzphysiotherapie, Sportphysiotherapie, Medizinischer Trainingstherapie, Psychopädie und Tropho-Training absolviert hat. So gibt er den Patienten Verhaltenstipps für den Alltag.

Crafta (von kraniofazial, also auf Gesicht und den Schädel bezogen) habe übrigens auch bei Kopfschmerz bei Kindern, Schreibabys, Geburtstrauma, dem KISS- oder KIDD-Syndrom Aussicht auf Erfolg. (hei)

Mehr Informationen zu dem Thema unter http://crafta.org/

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