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Das „Happy-Heart-Syndrom“: Wenn pures Glück das Herz schädigt

Eine Überraschungsparty führt zu positivem Stress. Wie gefährlich ist dieser fürs Herz?
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Eine Überraschungsparty führt zu positivem Stress. Wie gefährlich ist dieser fürs Herz?

Nicht nur das „Broken-Heart-Syndrom“ kann Herzinfarkt-ähnliche Beschwerden auslösen: Das „Happy-Heart-Syndrom“ hat denselben Effekt.

Atemnot, starke Schmerzen und ein Engegefühl in der Brust: Typische Symptome eines Herzinfarkts. Doch auch einige andere Auslöser können hinter den Beschwerden stecken, etwa extreme Rückenverspannungen. Oder emotionaler Stress, der sich auf das Herz auswirkt. Wenn negativer Stress der Auslöser von Herzbeschwerden ist, sprechen Mediziner vom „Broken-Heart-Syndrom, das fachsprachlich als Takotsubo-Syndrom oder Stress-Kardiomyopathie bezeichnet wird. Dabei schießt die Menge der Stresshormone Adrenalin, Noradrenalin und Dopamin im Körper stark in die Höhe, was das Herz stark belasten kann.

Wie die Uniklinik Freiburg berichtet, kontrahiert beim Takotsubo-Syndrom (TTS) das Herz sehr ungleichmäßig. Die Herzspitze ziehe sich zu wenig zusammen, der darüber liegende basisnahe Bereich aber verengt sich sehr stark. Infolge kommt es zu Herzinfarkt-ähnlichen Beschwerden wie starken Schmerzen im Brustraum. Jedoch handelt es sich nicht um einen „echten“ Herzinfarkt. Dieser wird in der Regel durch einen Gefäßverschluss ausgelöst, der Absterben von Herzmuskelgewebe zur Folge hat. Arteriosklerose ist die Hauptursache eines „echten“ Herzinfarkts.

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„Happy-Heart-Syndrom“ als seltene Form der Herzstörung

Nicht nur negative Erlebnisse wie der Tod eines Angehörigen oder extremer Liebeskummer können zum Takotsubo-Syndrom führen. Auch besonders positive Emotionen haben in seltenen Fällen das TTS zur Folge. In diesem Fall sprechen Mediziner vom „Happy-Heart-Syndrom“: „Bei etwa einem Drittel der Betroffenen sind starke emotionale Ereignisse den Beschwerden vorausgegangen. Das kann das Ende einer Beziehung oder der Tod eines geliebten Menschen sein; bei einem kleinen Teil der Betroffenen sind Auslöser auch besonders positive Emotionen. Man spricht dann vom ‚Happy-Heart-Syndrom‘“, erklärt Prof. Dr. Sebastian Grundmann, Oberarzt an der Klinik für Kardiologie und Angiologie I des Universitäts-Herzzentrums Freiburg auf den Internetseiten der Uniklinik.

Inwiefern überwältigendes Glück dem Herz schaden kann, wurde dem Ärzteblatt zufolge in einer Studie analysiert. Forscher aus der Schweiz und Deutschland hatten 485 Studienteilnehmer untersucht, bei welchen ein emotionaler Ausnahmezustand Herzbeschwerden ausgelöst hatte, heißt es im Ärzteblatt. Dabei kristallisierte sich heraus, dass 96 Prozent der Patienten von starken negativen Ereignissen heimgesucht worden sind, bevor sie Herzprobleme entwickelten. Vier Prozent hatten dagegen starke positive Empfindungen im Vorfeld ihrer Herzattacke erlebt, heißt es vonseiten aerzteblatt.de. Dazu zählten eine überraschende Geburtstagsfeier und die Geburt eines Enkels. „Es ist zu vermuten, dass glückliche und traurige Lebensereignisse trotz ihres unterschiedlichen Charakters ähnliche emotionale Auswirkungen haben, die letztendlich TTS auslösen können“, heißt es in der im European Heart Journal veröffentlichte Analyse.

Beim „Happy-Heart-Syndrom“ handelt es sich um eine selten vorkommende Funktionsstörung des Herzens, so das Ärzteblatt. (jg)

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