Teil 1: Daumendruck nach Dorn-Methode

Geübte Handgriffe: Eine Dorn-Therapeutin demonstriert die Korrektur der Halswirbelsäule und des Kiefergelenks bei einem Patienten, der unter Kopfschmerzen leidet.

Die von dem deutschen Dieter Dorn begründete Wirbelsäulentherapie zielt darauf ab, verschobene Wirbel und Gelenke wieder einzurichten und so Funktionsstörungen zu beheben.

Dabei übt man sanften Druck auf den Dorn- und Querfortsatz eines Wirbels aus, bis dieser an die richtige Stelle zurückgleitet, erläutert Dagmar Hess-Jaidhauser, niedergelassene Physiotherapeutin aus Baunatal. Der Landwirt Dieter Dorn entwickelte diese Methode vor über 35 Jahren in Zusammenarbeit mit einem Arzt, nachdem ihn ein alter „Einrichter“ aus Kempten mit einem Daumendruck von einem Hexenschuss befreite. Im Laufe der Jahre wurde die mittlerweile international angewendete Methode immer weiter entwickelt. Sie gilt als sanft und risikoarm, weil Bänder, Muskeln und Sehnen dabei geschont werden.

Vor der Behandlung beobachtet der Therapeut zunächst, wie der Patient geht, sich bewegt und steht. Auch überprüfe man, ob vielleicht ein Beckenschiefstand oder eine Beinlängendifferenz festzustellen ist, erläutert die Therapeutin.

Häufige Krankheitsbilder, die sie nach der Dorn-Methode behandelt, sind Wirbelsäulenerkrankungen, Ischias- und Hüftbeschwerden, Wirbelsäulenfehlstellungen, Tinnitus, Hörsturz, Schwindel, Kopfschmerzen, Haltungsschäden, Schulter-, Knie- und Ellenbogenprobleme. Gegenanzeigen sind starke Entzündungen der Wirbelsäule, Krebs, starke Osteoporose sowie frische Knochenbrüche oder Verletzungen.

Ziel der Therapie ist die Rückführung des Körpers in die Mitte. Bei der Behandlung hilft der Patient auch aktiv mit. Vielfach muss er zum Beispiel mit Armen oder Beinen pendeln, den Kopf oder den Kiefer bewegen, während der Therapeut mit dynamischen Handgriffen Gelenkfehlstellungen korrigiert oder mit sanftem Daumendruck Wirbel in die richtige Position zurückschiebt. Lang anhaltende Blockaden erkenne sie dabei schon durch Gewebeverhärtungen, Schwellungen oder Farbveränderungen der Haut, sagt Dagmar Hess-Jaidhauser. Und: „Der Patient kann die Therapie durch einfache Übungen zu Hause unterstützen“, ergänzt sie.

Die Physiotherapeutin wendet die Dorn-Methode stets in Verbindung mit der Breuss-Massage an. Bei dieser sanften energetischen Wirbelsäulenmassage wird erwärmtes Johanniskrautöl am Rücken einmassiert. Dies unterstütze die Regeneration der Bandscheiben, wirke stoffwechselanregend, schmerzstillend und löse körperliche und seelische Spannungen. Ziel der Massage ist auch eine Streckung der Wirbelsäule.

Die Dorn-Breuss-Behandlung dauert insgesamt etwa eine Stunde. Danach sollte man es ruhiger angehen lassen und viel trinken.

Die meisten gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Dorn-Methode und Breuss-Massage nicht. Nachfragen schadet aber nicht. (hei) Foto:  privat/nh

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