Mit dem „Deckenfahrrad“ zur Genesung

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Tägliches Training: Fritz Funke aus Volkmarsen mit seinem selbstgebauten Trainingsgerät.

Auch ein Krankenhausaufenthalt kann Tüftler auf Ideen bringen. Stolz präsentiert Fritz Funke  (73) aus Volkmarsen seine neueste Erfindung. Ein Deckenfahrrad. Sein selbstgebautes Trainingsgerät verhilft ihm seit vielen Monaten zu einer besseren Lebensqualität.

2011 war für Fritz Funke kein gutes Jahr. Innerhalb von nur acht Wochen musste er zweimal an der Bandscheibe operiert werden. Eine enorme Belastung für den damals 69-jährigen. Nach der OP bildete sich Narbengewebe, welches auf lumbale Nervenwurzeln drückte und so dauerhafte Schmerzen verursachte. Eine Akupunkturbehandlung bei Martin Becker in der Schmerzambulanz des HELIOS Klinikums in Warburg brachte nur zeitweise Linderung.

Auch zwei Rehabilitationsbehandlungen brachten wenig Besserung. Nach einer ausführlichen interdisziplinären Schmerzdiagnostik durch den Schmerztherapeuten Martin Becker, den Psychologischen Psychotherapeuten Norbert Hütten  und den Physiotherapeuten Manfred Maier  wurde ihm eine 12- tägige Multimodale Schmerztherapie in der Schmerzklinik empfohlen. Mit einem eigens auf seine individuellen Erfordernisse abgestimmten Therapieplan wurden seine Schmerzen mit den unterschiedlichsten Therapieformen angegangen.

Wie aber sollte er zu Hause die Therapie fortführen? Als findiger Kopf grübelte er, wie er nach dem Aufenthalt in der Schmerzklinik weiter gegen den Schmerz ankämpfen könnte. Da kam ihm die Idee, die Triangel am Krankenbett zusammen mit zwei Meter langen Physiotherapiebändern und zwei Expandergriffen zu einem „Deckenfahrrad“ umzubauen. Die Triangel bekam er aus dem Altbaubestand des alten St. Petri-Hospitals für einen schmalen Euro.

Seit nunmehr einem dreiviertel Jahr trainiert Fritz Funke täglich 45 Minuten an seinem neuartigen Trainingsgerät. Er ist sich sicher, dass er durch sein „Deckenfahrrad“ den Schmerzen davon gefahren ist. Aktuell kämpft er mit durch Arthrose entstandene Schmerzen in der Halswirbelsäule. Aber auch hier ist er sich sicher, dass er eine Lösung finden wird, diese Schmerzen zu bewältigen.

Der Aufenthalt in der Warburger Schmerzklinik hielt noch eine weitere Überraschung für ihn bereit. Nach über 65 Jahren traf Fritz Funke einen alten Klassenkameraden wieder, den er schon seit vielen Jahren gesucht hatte. Da steht dem nächsten Klassentreffen nichts mehr im Wege. (nh)

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