DAK-Gesundheitsreport 2017

Deutschlands Schlafstörungen verursachen Kosten in Milliardenhöhe

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Die Deutschen haben ein Schlafproblem.

Schlechter Schlaf schädigt nicht nur die Gesundheit – sondern auch die Wirtschaft. Vor allem in Deutschland mausern sich Durchschlafstörungen zum Problem.

Sobald morgens der Wecker klingelt, möchte man sich die Decke über den Kopf ziehen und einfach liegen bleiben. In Deutschland herrscht nämlich ein massives Schlafproblem, wie die Krankenkasse DAK in ihrem aktuellen Gesundheitsreport feststellt: Seit 2010 haben Schlafstörungen bei den Berufstätigen zwischen 35 und 65 Jahren um 66 Prozent zugenommen.

Deutschland hat ein Schlafproblem – aber wieso?

Schuld daran ist nach Meinung der Deutschen Schlafgesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) die „moderne Industriegesellschaft“. Sie diktiere den Führungskräften, mehr Leistung zu erbringen - bei vergleichsweise wenig Schlaf. Sogenannte „Power Naps“ sollten demnach einem erfolgsorientieren Manager ausreichen.

Weitere Gründe für die Schlaflosigkeit in deutschen Betten ist außerdem die permanente Präsenz von Handy & Co. Ob der PC in der Arbeit oder das Tablet daheim – die ständige Bestrahlung unseres Körpers vermindert laut Professor Lindemann vom Ulmer Schlaflabor die Ausschüttung des Hormons Melatonin. Und dieses brauchen wir, um besser einzuschlafen.

Letztendlich rauben wir uns den Schlaf aber selbst. Denn für Lindemann steht fest, dass Störungen oft durch „selbst gemachte Probleme aus der Gesellschaft“ entstehen.

Schlafstörungen: Wann gibt es eine Wende?

Mittlerweile ist immerhin ein Umdenken auf diesem Gebiet im Anmarsch: Die „New York Times“ bezeichnet guten Schlaf als „das neue Statussymbol“. Schon Amazon-Gründer Jeff Bezos machte es angeblich mit einem Kissen neben dem Computerbildschirm vor. Doch ob diese Einstellung auch in unseren Köpfen Einzug hält, bleibt abzuwarten.

Diese Auswirkungen haben Schlafstörungen auf die deutsche Wirtschaft

Dass ein Umbruch im gesellschaftlichen Denken unbedingt notwendig ist, bestätigen auch die Risiken und wirtschaftlichen Folgen von zu viel Schlafmangel. Laut DAK-Studie fühlt sich fast die Hälfte der Erwerbstätigen in der Arbeit müde, knapp ein Drittel ist regelrecht erschöpft.

Die US-Denkfabrik Rand Corporation errechnete für die deutsche Wirtschaft rund 60 Milliarden Euro an Einbußen aufgrund von Fehltagen, die von Schlafstörungen bedingt waren.

Schlafstörungen: Was tun?

Der steigende Schlafmangel der Gesellschaft öffnet zudem die Türen für einen anderen Markt: Zahlreiche Supermatratzen, Wellness-Produkte und anderer teurer Firlefanz wird den Leuten untergejubelt. Manches davon hilft zwar zeitweise beim besseren Einschlafen, doch anstatt das Problem nur oberflächlich anzugreifen, rät Lindemann zu einer Untersuchung im Schlaflabor. Auch die DAK bietet unter der Rufnummer 040/325325805 Beratungen zu Schlafstörungen an. Ärzte sollen Betroffenen individuelle Tipps gegen den Schlafmangel geben.

Kannten Sie diese 10 Fakten zu deutschen Betten und unserem Schlafverhalten schon? Hier finden Sie außerdem heraus, warum Sie niemals die Schlummertaste drücken sollten.

Auch interessant: Deshalb sollten Sie beim nächtlichen Klo-Gang immer ein Auge geschlossen halten.

Von Franziska Kaindl

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