Experte: Blutzuckermessgeräte oft ungenau

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Diabetes-Experten: Blutzuckermessgeräte messen ungenau

Berlin - Blutzuckermessgeräte oder Insulinpumpen sind für Diabetiker überlebenswichtige Hilfsmittel. Doch jetzt warnen Experten vor unzuverlässigen Geräten.

Blutzuckermessgeräte oder Insulinpumpen werden in Europa nur sehr unzuverlässig auf Qualität kontrolliert. Die Folge: Viele Geräte arbeiten nach Ansicht von Experten zu ungenau. „Die Werte differieren auf verschiedenen Blutzuckermessgeräten um 10 bis 20 Prozent“, kritisierte der Diabetologe Prof. Andreas Pfeiffer (Charité) am Dienstag in Berlin. Für eine Insulin-Behandlung seien die exakten Blutzuckerwerte und auch die genaue Dosierung der Pumpen aber unerlässlich, so Experten im Vorfeld des weltweit größten Diabetes-Kongresses in Berlin (1. bis 5.Oktober 2012).

Diabetes: Das sollten Sie wissen

Mehrere Millionen Menschen in Deutschland leiden unter einer Vorstufe von Diabetes, wissen aber nichts von der Gefahr. Die Krankheitszeichen sind oft recht allgemein, doch folgende Alarmsignale können auf einen krankhaft erhöhten Blutzuckerspiegel hinweisen. © dpa/dak
1. Verschwommenes Sehen © dpa/dak
2. Taube Hände und Füße © dpa/dak
3. Heißhunger © dpa/dak
4. Übermäßiger Harndrang © dpa/dak
5. Anhaltende Müdigkeit © dpa/dak
6. Plötzlicher Gewichtsverlust © dpa/dak
7. Ständiger Durst © dpa/dak
8. Sexuelle Störungen © dpa/dak
9. Schlecht heilende Wunden © dpa/dak
Ohne Zucker geht beim Menschen gar nichts: Weder würden die Beine einen Schritt gehen, noch das Gehirn einen klaren Gedanken fassen. Wie der Automotor Benzin, so verbrennt unser Körper Traubenzucker und bezieht daraus seine Energie. Allein das Gehirn verbraucht 140 Gramm pro Tag! © dpa/dak
Der Körper holt sich die Glukose aus der Nahrung, über das Blut wird es zu den Organen transportiert und hineingeschleust. Doch dieser Glukose-Stoffwechsel ist bei jedem zehnten Menschen gestört. © dpa/dak
Eine Schlüssel- rolle spielt das Hormon Insulin, das für die Aufnahme des Zuckers in die Organe verantwortlich ist. Es verliert zunächst unbemerkt seine Wirkung. Um die gleiche Menge Zucker zu verarbeiten, wird also mehr Insulin benötigt. Der Körper produziert immer mehr Insulin, bis die dafür zuständigen Zellen in der Bauchspeicheldrüse zugrunde gehen. © dpa/dak
In Folge steigt der Blutzucker im Blut drastisch an, die Organe werden nicht mehr ausreichend mit Treibstoff und Sauerstoff versorgt. Die Folgen sind dramatisch wie Herzinfarkte, Nierenschäden oder schlecht heilendes Gewebe. © dak
Pro Jahr werden in Deutschland 28.000 Füße von Diabetikern amputiert. Mithilfe einer speziellen Stimmgabel überprüft hier der Arzt das Vibrationsempfinden des Fußes und kann davon weitere Maßnahmen ableiten. © dpa/obs
Die Deutsche Diabetes-Gesellschaft empfiehlt über 45-Jährigen alle drei Jahre eine sogenannte Nüchtern-Blutglukosebestimmung beim Hausarzt. Früh erkannt, ist die Krankheit gut behandelbar. Wird Diabetes heilbar? Das Neueste von der Impfung bis zur Stammzellen-Therapie lesen Sie hier... © dak

Die EU-Verordnungen für medizinische Geräte seien zu lasch, und ihre Einhaltung würde zudem kaum kontrolliert. „Bei Autos würde das kein Mensch akzeptieren“, sagte Viktor Jörgen von der Europäischen Gesellschaft für Diabetes-Forschung. Zu der Tagung werden 18 000 Teilnehmer erwartet. Auf der Agenda stehen auch der Zusammenhang von Insulinbehandlungen und Krebs sowie eine Generation neuer Medikamente, die den Blutzuckerspiegel senken, ohne zur Unterzuckerung zu führen.

dpa

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