Die drei Pflegestufen kurz erklärt

Kranke oder alte Menschen benötigen unterschiedlich viel Pflege. Darum wurden offiziell drei unterschiedliche Pflegestufen eingeführt, die nach dem individuellen Bedarf entscheiden helfen, wie viel finanzielle Unterstützung gewährt werden kann.

Ob die Voraussetzungen für Leistungen der Pflegekasse gegeben sind, entscheidet sich beim Gutachten des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK).

Aber auch wer dort nicht in eine Pflegestufe eingestuft wird, hat noch gute Chancen, dass ihm geholfen wird. Schließlich bedeutet „Keine Pflegestufe“ noch nicht, dass der Mensch keine Hilfe benötigt.

Entscheidend ist der tägliche Bedarf an Grundpflege, also Körperhygiene, Einnehmen von Mahlzeiten, Pflege der Garderobe oder Hilfe bei Toilettengängen.

Pflegestufe 0

Pflegestufe 0 ist keine der offiziellen Pflegestufen. Menschen, die weniger Grundpflege benötigen als in Pflegestufe I festgelegt, können dennoch als hilfsbedürftig eingestuft werden. Sie erhalten meistens die sogenannte „Heimbedürftigkeitsbescheinigung".

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Ihnen wurde eine „eingeschränkte Alltagskompetenz“ bescheinigt. Dafür können sie bis zu 2.400 Euro im Jahr für gerontopsychiatrische Zusatzangebote in Anspruch nehmen. Auch die Sozialämter können die Kosten für pflegerische Hilfen übernehmen.

Pflegestufe I - Erhebliche Pflegebedürftigkeit

  • Täglich werden mindestens 90 Minuten Hilfe benötigt
  • Davon müssen 46 Minuten auf zwei Tätigkeiten der Grundpflege entfallen
  • In Pflegestufe I besteht ein Anspruch auf 225 Euro Pflegegeld oder 440 Euro als Sachleistung

Pflegestufe II - Schwer pflegebedürftig 

  • Täglich werden drei Stunden Hilfe benötigt
  • Zwei Stunden davon entfallen auf die Grundpflege
  • Die Grundpflege muss zu drei verschiedenen Zeiten nötig sein
  • Mehrmals in der Woche wird Hilfe im Haushalt benötigt
  • Es besteht ein Anspruch auf 430 Euro Pflegegeld oder 1.040 Euro Sachleistung

Pflegestufe III - Schwerstpflegebedürftigkeit

  • Täglich werden wenigstens fünf Stunden Hilfe benötigt
  • Vier Stunden davon müssen für die Grundpflege genutzt werden
  • Der Hilfebedarf ist rund um die Uhr gegeben
  • 685 Euro Pflegegeld oder 1.510 Euro Sachleistung können gezahlt werden.

Falls diese Bedingungen vom tatsächlichen Pflegebedarf noch überstiegen werden, tritt die Härtfallregelung in Kraft. Sie findet Anwendung, wenn

  • nachts regelmäßig zwei Pflegende anwesend sein müssen oder
  • auf die Grundpflege sieben Stunden verwendet werden müssen. Davon müssen zwei Stunden auf die Nacht entfallen. Bei der Härtefallregelung werden 1.918 Euro an Sachleistung ausgezahlt, bei vollstationärer Pflege 1.825 Euro. (Awo Nordhessen)

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