Diese Symptome deuten auf einen Herzklappenfehler

Altersbeschwerden oder Herzinsuffizienz?

Schon alltägliche Anstrengungen wie Treppensteigen oder Spazierengehen lösen Atemnot aus? Schwächegefühle sowie Abgeschlagenheit stellen keine Ausnahme mehr da? Leiden Betroffene unter derartigen Symptomen, führen sie diese oft auf übliche Beschwerden im höheren Alter zurück und gehen nicht sofort zum Arzt.

„Aus diesem Grund werden häufig auftretende Herzklappenerkrankungen wie Mitralinsuffizienz, bei denen Betroffene unter ähnlichen Symptomen leiden, mitunter sehr spät erkannt“, weiß Dr. Britta Goldmann, Chefärztin der Abteilung für Kardiologie im Asklepios Klinikum Harburg. „Während unser Herz zunächst in der Lage ist, leichte Funktionsstörungen auszugleichen, verliert der Muskel nach und nach seine Fähigkeit, ausreichend sauerstoffreiches Blut in den Körper zu pumpen. Treten dann Beschwerden wie Kurzatmigkeit oder Schwindel auf, gilt dies bereits als Anzeichen für ein geschwächtes und überlastetes Herz.“

Gebremster Kreislauf 

Chronische Herzinsuffizienz beginnt oft schleichend und betrifft in vielen Fällen die Mitralklappe, also die Herzklappe zwischen linkem Vorhof und linker Herzkammer. Schließt diese nicht mehr richtig, fließt sauerstoffreiches Blut von der Kammer zurück in die Lungenvenen. Durch diesen Blutrückstau gelangt zu wenig der lebenswichtigen Flüssigkeit in Gewebe und Organe. Folglich entstehen typische Symptome wie Atemnot bei leichten Aktivitäten und schnelle Ermüdung.

Auch plötzliche Herzrhythmusstörungen, also zu langsamer, schneller oder unregelmäßiger Herzschlag, treten als anfängliche Probleme auf. Paradox: Auch bei schnellerem Herzschlag gelangt meist zu wenig Blut in den Organismus. Denn zwischen den Pumpvorgängen bleibt nicht genug Zeit, um die Kammer ausreichend zu füllen.

Zusätzlich klagen viele Patienten über Wassereinlagerungen, geschwollene Füße oder Knöchel. „Grund dafür ist der gestörte Körperkreislauf, welcher zu Flüssigkeitsstau im Gewebe führt. Häufig leiden Patienten ebenfalls an außerordentlichem nächtlichen Wasserlassen, da das tagsüber aufgestaute Wasser im Liegen wieder zum Herzen fließt und über die Nieren ausgeschieden werden kann“, erklärt Dr. Goldmann.

Staut sich Blut im Magenbereich, treten oftmals auch Appetitlosigkeit oder Völlegefühl auf. Da Betroffene derartige Anzeichen häufig mit allgemeinen Altersbeschwerden verwechseln, steht auf www.herzklappenhilfe.de ein Symptom-Check zur Verfügung. Dieser liefert eine erste Einschätzung, ob eine Mitralinsuffizienz vorliegt. Nichtsdestotrotz bleibt eine Bestätigung durch den Arzt unumgänglich.

Von Stethoskop bis Ultraschall 

Um während der ärztlichen Untersuchung einen ersten Geräuschbefund zu erhalten, hören Experten zunächst Herz und Lunge mit einem Stethoskop ab. Herzrhythmusstörungen oder durch Flüssigkeitsansammlungen verursachte Rasselgeräusche in der Lunge lassen sich dabei sofort erkennen. Mithilfe von Belastungsproben wie dem 6-Minuten-Gehtest oder einer Spiroergometrie, also der Messung von Atemgasen während körperlicher Anstrengung, ermittelt der Facharzt im Anschluss die Leistungsfähigkeit der Betroffenen. „Für eindeutige diagnostische Ergebnisse sorgt heutzutage die sogenannte transthorakale Echokardiographie, auch Herzultraschall genannt. Damit können wir sowohl die Größe der Kammern als auch die Struktur der Herzklappen sowie deren Funktion deutlich erkennen“, sagt Dr. Goldmann.

Lautet die Diagnose anschließend tatsächlich Mitralklappeninsuffizienz, stehen zur Behandlung neben Medikamenten und einem Eingriff am offenen Herzen auch minimalinvasive Verfahren bereit. Besonders bei Patienten mit schwerer Mitralinsuffizienz und erhöhtem OP-Risiko eignet sich das MitraClip-Verfahren. Dabei gelangt der Clip über einen Katheter durch die Leistenvene zum Herzen und vermindert durch die Befestigung an der Mitralklappe einen Blutrückfluss. (nh)

Weitere Informationen unter www.herzklappenhilfe.de

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