Differenzierte Behandlungen bei Kniegelenksproblemen

Knieprobleme: Das Kniegelenk ist hohen Belastungen ausgesetzt. Foto: Fotolia

Das Kniegelenk wird durch Bänder und Muskeln stabilisiert und hat nur geringen Knochenkontakt, welcher durch die Menisken, sichelförmige Knorpelscheiben, verbessert wird. Bei Sportverletzungen sind häufig die Menisken, Knorpel und Kreuzbänder betroffen.

Therapeutisch kann der Meniskus durch die Schlüssellochchirurgie, Arthroskopie genannt, behandelt und zum Teil genäht werden. Später wird das vordere Kreuzband durch eine körpereigene Sehne ersetzt. Begleitende Knorpelschäden können außerdem angefrischt werden, sodass ein neuer Ersatzknorpel wächst. Größere Knorpeldefekte werden durch Mosaikplastik mit Knorpel-Knochenzylinder-Transplantationen therapiert. Es besteht auch die Möglichkeit einer Knorpelzelltransplantation.

Laut Dr. Gerd Rauch aus Kassel kann nach Mikroverletzungen des Knorpels oder bei nicht therapierten Kniegelenksinstabilitäten später auch eine Gelenkarthrose im Kniegelenk entstehen. Bei höhergradigen Arthrosen wird die Gelenkkapsel gereizt. Dann besteht die Möglichkeit eines künstlichen Oberflächen-Kniegelenkersatzes, bei dem moderne Endoprothesenmodelle zur Verfügung stehen. Allergiearme Metalllegierungen kombiniert mit sehr belastbarem Polyäthylenkunststoff führen zu einer langen Haltbarkeit der künstlichen Gelenke.

Zunächst sollten aber bei leichteren Formen der Arthrose konservative Methoden mit Gabe von Medikamenten, Einlagen-, Bandagenversorgung und Injektionstherapien und bei Schmerzen Akupunkturbehandlungen durchgeführt werden. Erst wenn diese Methoden nicht helfen, sollte eine operative Therapie in Erwägung gezogen werden. (nh)

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