Drei Tage wird gefeiert

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Bewohner: Im Mittelpunkt steht das Wohlbefinden, die Zufriedenheit und Lebensqualität der betreuten Menschen.

Mit einem Fest über drei Tage feiert das Senioren- und Therapiezentrum Helsa gemeinsam mit dem Geschichtsverein die Eröffnung des Hauses am 1. April vor 100 Jahren. Begonnen wird am 30. März mit einem Festakt für geladene Gäste.

Gleichzeitig wird eine Ausstellung zur Historie der ehemaligen Genese eröffnet, die der Geschichtsverein Helsa zusammengetragen hat.

Historie

Das heutige Senioren- und Therapiezentrum Helsa wurde vor hundert Jahren als Militärgenesungsheim eröffnet. Damals war an eine Pflegeversicherung noch nicht zu denken, die gesetzliche Krankenversicherung gab es gerade mal 30 Jahre.

Der kleine Ort Helsa war um die Jahrhundertwende als Luftkurort bekannt. Fürsten, Barone und Kaufleute aus aller Welt trafen sich dort zum Kuren und die Kasseler kamen am Wochenende zum Wandern. Am 1. April 1912 eröffnete das Haus, das im Volksmund bald nur noch „Genese“ hieß. Dort sollten erholungsbedürftige Soldaten vollständig gesunden. Im ersten Weltkrieg wurde die Genese als Reservelazarett genutzt.

Nach dem Jahr 1918 nutzte das Hauptversorgungsamt Hessen die Einrichtung mit damals 44 Plätzen zur Pflege lungenkranker Soldaten. Ein Chronist lobte Anfang der 1920er Jahre das Haus als „vorbildliche Heilstätte“, wo Lungenkranke bei „bester Verpflegung und Betreuung, Liegekuren in der Gottesnatur von Helsa“ machten. Die Geschicke des Ortes waren eng an die Einrichtung gebunden. Es gab Arbeitsplätze und die Versorgung mit Lebensmitteln übernahmen ortsansässige Bäcker oder Fleischer.

Im Jahr 1932 wurde der Vertrag zur Nutzung als Heilanstalt gekündigt. Es folgte eine wechselvolle Geschichte. Während des Naziregimes wurden Fahrlehrgänge abgehalten. Nach dem Zweiten Weltkrieg war es amerikanischer Stützpunkt, dann Flüchtlingslager und Behelfswohnheim. Schließlich mietete es der Landkreis Kassel als Altersheim. Im Jahr 1970 wurde es geschlossen, und seine Bewohner zogen nach Baunatal um. Damals waren die Heime noch eher Verwahranstalten für alte Menschen.

Ende der 80er-Jahre sanierten heimische Investoren den historischen Teil und errichteten einen Anbau. Im „Seniorenpark Philippus“ fanden 98 pflegebedürftige Senioren ein umsorgtes Zuhause. Im Jahr 1994 gründete sich dann das Senioren- und Therapiezentrum Helsa. Das nochmals erweiterte Haus bietet heute 223 Bewohnern Platz und Heimat. Das Betreuungskonzept hat sich grundlegend geändert: Heute geht es um den Erhalt und die Förderung der Fähigkeiten der Bewohner.

Lebensqualität

Die pflegerischen Angebote und Aktivitäten decken ein breites Spektrum ab. Im Mittelpunkt steht dabei das Wohlbefinden, die Zufriedenheit und Lebensqualität der betreuten Menschen und die Möglichkeit, am sozialen, gesellschaftlichen und kulturellen Leben in der Gemeinschaft teilzunehmen. Der stets offene Austausch mit Vereinen und Einrichtungen der Gemeinde prägt die Verbundenheit – seit nunmehr 100 Jahren. (zip)

PDF der Sonderseite 100 Jahre Genese

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