Auswirkung auf Lunge und Gene

E-Zigaretten sind schädlich: Mediziner warnen vor Konsum

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Kommen zunehmend in Mode: E-Zigaretten. Experten warnen davor, dass auch die elektronischen Glimmstängel gesundheitlich nicht unbedenklich sind.

„E-Zigaretten sind gesundheitlich nicht unbedenklich.“ Das sagt Prof. Stefan Andreas, Chefarzt der Lungenfachklinik Immenhausen, über die Alternative zur Zigarette, die längst Trend ist.

So könne die Nutzung zum Beispiel Entzündungen verursachen, auch die Aktivität der Gene verändere sich durch den Konsum von E-Zigaretten.

Elektronische Zigaretten (E-Zigaretten) kommen immer stärker in Mode. Die weißen Dampf-Schwaden kommen aus Autos, steigen in Fußgängerzonen empor und reichern die Luft mit unterschiedlichen Duftvarianten an. Viele Raucher sehen in der E-Zigarette eine unschädliche Alternative zum normalen Glimmstängel. Doch das ist ein Trugschluss.

„E-Zigaretten sind gesundheitlich nicht unbedenklich“, sagt Prof. Stefan Andreas, Chefarzt der Lungenfachklinik Immenhausen. Sie können laut Andreas beispielsweise Entzündungen und Lungenemphyseme verursachen, eine irreversible Überblähung der Lungenbläschen. Das haben Tierversuche ergeben. Andreas gibt zu bedenken: „Außerdem verursachen E-Zigaretten häufiger Hustenreiz."

E-Zigarette:  Risiko für Lungenkrebs erhöht?

Zudem lässt sich nicht ausschließen, dass auch das Risiko für Lungenkrebs erhöht wird. Allerdings gibt es dazu noch keine belastbaren Studien, weil sich Lungenkrebs als Folge des Rauchens erst nach 20 bis 30 Jahren entwickelt. „Die meisten Fälle von Lungenkrebs treten in der Regel im Alter von etwa 70 Jahren auf“, sagt der Lungenfacharzt.

In diesem Zusammenhang weist er auf ein weiteres Risiko der E-Zigaretten hin: Die Aktivität der Gene verändert sich, was sich beispielsweise in veränderten Reaktionen auf Stress zeige. Die meisten E-Zigaretten enthalten Andreas zufolge Nikotin. Das ist ebenfalls problematisch: „Nikotin verursacht eine ausgeprägte Abhängigkeit“, sagt der Lungenfacharzt.

Die Beiträge stammen von der Video-Plattform Glomex und wurden nicht von HNA.de erstellt.

Dr. Christian Reinhardt, Oberarzt an der Lungenfachklinik Immenhausen, sieht bei E-Zigaretten außerdem die Gefahr, dass sie das Rauchverhalten fördern und gerade für Heranwachsende ein Türöffner für das spätere Zigarettenrauchen sind, also für den Umstieg auf das Tabakrauchen. Das Problem: Im Gegensatz zum Rauchen von normalen Zigaretten ist das Rauchen von E-Zigaretten nicht gesetzlich reglementiert.

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Wer E-Zigarette raucht, greift eher wieder zur herkömmlichen Zigarette

Laut dem Deutschen Krebsforschungszentrum hat rund ein Drittel der Zwölf- bis 17- Jährigen in Deutschland bereits Wasserpfeife geraucht, ein Viertel hat E-Zigaretten ausprobiert. Beobachtungen zeigen laut Andreas, dass beim regelmäßigen Rauchen von E-Zigaretten der Umstieg auf das Tabakrauchen um den Faktor 4 erhöht ist.

Da das Rauchverhalten durch E-Zigaretten nicht abgestellt wird, sind sie Andreas zufolge auch nicht zur Rauch-Entwöhnung geeignet. „Mit E-Zigaretten entwöhnt man seltener, meistens läuft das Rauchen von E-Zigaretten und konventioneller Zigaretten parallel“, sagt er.

Auch Reinhardt weist darauf hin, dass das psychische Rauchverhalten beim Konsum von E-Zigaretten weiterhin vorhanden sei und die Schwelle deutlich senke, wieder zur herkömmlichen Zigarette zu greifen.

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Mit dem Rauchen aufhören: Tipps und Kurs in Immenhausen

Die Lungenfachklinik Immenhausen bietet den Rauch-Entwöhnungskurs „Zigaretten adé“in Kooperation mit dem Verband Ärzte und Psychotherapeuten in der Mitte Deutschlands Doxs in Kassel an. Ein Teil der Kursgebühr wird von den Krankekassen übernommen. Medikamente zur Nikotinentwöhnung, beispielsweise Nikotinpflaster oder -kaugummi, werden nicht bezahlt, sind laut Prof. Stefan Andreas, Chefarzt der Lungenfachklinik Immenhausen, jedoch hilfreich. Der Kurs beinhaltet sechs Sitzungen, die einmal pro Woche stattfinden, jeweils von 19 bis 21 Uhr. An den Sitzungen können etwa acht bis zehn Personen teilnehmen.

Info und Anmeldung: Tel. 0561/76620711, E-Mail: info@doxs.de

Von Mirko Konrad

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