Shellack, Gel und Kunststoff

Ekliger Schimmel unter künstlichen Fingernägeln: Bestimmte Maniküre erhöht das Risiko

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Über Geschmack lässt sich nicht streiten: Doch wer künstliche Fingernägel trägt, schadet seinen Nägeln.

Verfechterinnen der künstlichen Nägel schwören auf Shellack und Gel: Doch künstliche Nägel sind eine Einladung für hartnäckige Pilze - deren Behandlung langwierig ist.

Vier Wochen keine Maniküre und Pediküre und trotzdem gepflegt aussehen: Künstliche Nägel versprechen das, wonach sich viele Frauen sehnen. Doch es gibt ein paar Contras: So kostet eine Sitzung bei der Nagel-Designerin bis zu 60 Euro. Und es gibt einen noch wichtigeren Minuspunkt: Unter künstlichen Fingernägeln finden Pilze und Bakterien perfekte Bedingungen.

Hefe-, Schimmel- oder Fadenpilz: Diese künstlichen Nägel sind am riskantesten

Es gibt sie in der Drogerie zu kaufen oder man lässt den Profi ran: Das Angebot von künstlichen Nägeln reicht von der selbstklebenden Kunststoff-Version bis hin zu Gel- oder Fiberglas-Schichten auf dem Naturnagel. Das Problem vor allem bei der Version aus Kunststoff: "(Es) können sich zwischen Natur- und Kunststoffnagel Spalten und Hohlräume bilden, in die Pilze und Bakterien eindringen", sagte die Karlsruher Dermatologin Dr. Ellen Meyer-Rogge dem Gesundheitsportal Apotheken-Umschau.

Diese würden lange unbemerkt dem Nagel schaden, indem sie die aufgeweichte Hornschicht des natürlichen Nagels zersetzen. Die hässliche Folge, die zum Vorschein kommt, wenn der künstliche Nagel entfernt wird: Der Naturnagel färbt sich gelb oder braun und kann sich im schlimmsten Fall sogar komplett auflösen. Der häufigste Grund für die krankhafte Veränderung sind der Apotheken-Umschau zufolge Infektionen mit Hefepilzen, Schimmel- und Fadenpilzen und Bakterien, deren Behandlung lange Zeit in Anspruch nehmen kann.

Shellack und Gel-Lacke schaden der natürlichen Hornschicht des Nagels zwar nach aktuellem Kenntnisstand weniger als Kunststoff-Nägel, doch allergische Reaktionen auf diese Materialien sind möglich. Und auch die UV-Lampen, die in Nagelstudios zum Aushärten von Gel oder Shellack benutzt werden, haben es in sich. So fanden Wissenschaftler einen Zusammenhang zwischen der Entstehung von Hautkrebs und dem UV-Licht, dem man bei der Maniküre ausgesetzt ist. Bereits acht Sitzungen würden der Studie zufolge schaden, wie das Online-Magazin Elle berichtete.

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Nägel gesund halten durch phasenweisen Verzicht auf Shellack und Co.

Das generelle Problem bei künstlichen Nägeln: Es kommt kein Sauerstoff an den Nagel, was die Nägel weicher, brüchiger und anfälliger für Pilze machen kann. Wie es um die eigene Nagelgesundheit steht, kann ein Hautarzt bestimmen. Erste Hinweise, dass etwas nicht stimmt, sind etwa Juckreiz, Rötungen und ungewöhnliche Verfärbungen. Um diese zu verhindern, sollten künstliche Nägel - egal ob aus Plastik, Gel oder einem anderen Material - nicht zu lange auf dem natürlichen Nagel bleiben. Phasenweiser kompletter Verzicht hilft den Nägeln, sich zu regenerieren. Und der beste Weg für gesunde Nägel: Natürliche Schönheit ohne künstliche Schichten auf Finger- und Fußnägeln.

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jg

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Berührungsängste dürfen Podologen nicht haben: Die Auszubildende Laura Müller bringt mit einer Fräse die Nägel einer Patientin in Form. Foto: Ronny Hartmann © Ronny Hartmann
Worauf ist bei der Behandlung zu achten? Die angehende Podologin Laura Müller bekommt es von ihrer Ausbilderin Petra Agajew (l) erklärt. Müller lernt an der Fit-Ausbildungs-Akademie gGmbH, einer Berufsfachschule für Gesundheitsberufe in Magdeburg. Foto: Ronny Hartmann
Worauf ist bei der Behandlung zu achten? Die angehende Podologin Laura Müller bekommt es von ihrer Ausbilderin Petra Agajew (l) erklärt. Müller lernt an der Fit-Ausbildungs-Akademie gGmbH, einer Berufsfachschule für Gesundheitsberufe in Magdeburg. Foto: Ronny Hartmann © Ronny Hartmann
Zu den Aufgaben der angehenden Podologin Laura Müller gehört es, Korrektur-Bandagen für einen Hammerzeh zu machen. In der Berufsschule lernt sie Fächer wie Anatomie oder Krankheitslehre. Foto: Ronny Hartmann
Zu den Aufgaben der angehenden Podologin Laura Müller gehört es, Korrektur-Bandagen für einen Hammerzeh zu machen. In der Berufsschule lernt sie Fächer wie Anatomie oder Krankheitslehre. Foto: Ronny Hartmann © Ronny Hartmann
Kein Patient ist wie der andere: Die angehende Podologin Laura Müller muss sich immer wieder auf einen anderen Menschen und dessen Befindlichkeit einstellen. Foto: Ronny Hartmann
Kein Patient ist wie der andere: Die angehende Podologin Laura Müller muss sich immer wieder auf einen anderen Menschen und dessen Befindlichkeit einstellen. Foto: Ronny Hartmann © Ronny Hartmann
Mit einigen geübten Handgriffen regt die angehende Podologin Laura Müller bei einer Patientin die Durchblutung an. Foto: Ronny Hartmann
Mit einigen geübten Handgriffen regt die angehende Podologin Laura Müller bei einer Patientin die Durchblutung an. Foto: Ronny Hartmann © Ronny Hartmann
Laura Müller macht die zweijährige Ausbildung zur Podologin. Ihr gefällt, dass sie in dem Beruf weitestgehend selbstständig arbeiten kann. Foto: Ronny Hartmann
Laura Müller macht die zweijährige Ausbildung zur Podologin. Ihr gefällt, dass sie in dem Beruf weitestgehend selbstständig arbeiten kann. Foto: Ronny Hartmann © Ronny Hartmann

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