Ernährungstipps für Kids

Das Frühjahr weckt bei vielen Menschen die Lust auf frische und gesunde Lebensmittel. Das eröffnet auch die Chance, die eigenen Kinder für die schmackhaften Seiten des gesunden Essens zu begeistern.

Nadine Müller, Oecotrophologin bei der Techniker Krankenkasse (TK) in Hessen hat dafür einige Tipps parat, die Eltern bei der Versorgung ihrer Kinder beherzigen können. "Das Frühstück gibt die Kraft für den Tag", sagt die Ernährungswissenschaftlerin.

Über Nacht verbrauche der Körper ebenso Energie, wie tagsüber und so seien am Morgen die gespeicherten Kohlenhydrate größtenteils verwertet, meint Müller. "Ideal für einen guten Start ist ein Müsli mit Vollkorngetreide, leider ist das aber für viele Kinder nicht gerade verführerisch." Deshalb rät Müller dazu, die Kids langsam an die Getreideflocken heranzuführen. So könne man die beliebten Corn Flakes zunehmend mit Früchtemüsli ohne Zuckerzusatz anreichern. Dazu Milch oder Joghurt und einige frische Früchte, damit es bunt werde, "denn auch das Auge isst mit", sagt die TK-Expertin.

Eine andere Möglichkeit das Müsli anzurühren und zu süßen, seien Fruchtsäfte. "Vor allem, wenn die Kinder schon viele Milchprodukte zu sich nehmen", so Müller.

KiGGS-Studie deckt Ernährungsverhalten auf

Buntes Obst und Rohkost sprechen die Sinne an und liefern wertvolle Vitamine und Ballaststoffe. Viele leckere Variationen lassen sich mit Quark, Käse- oder Schinkenbrot zusammenstellen. Gerade wenn Kinder morgens nur eine Kleinigkeit zu sich nehmen wollen, weckt die frische und knackige Kost die Lebensgeister und sorgt zusammen mit einer Scheibe Brot auch dafür, dass die Sprösslinge die richtigen Kohlenhydrate zu sich nehmen.

Insgesamt, so empfiehlt es die Deutsche Gesellschaft für Ernährung, sollten Obst und Gemüse fünf Mal am Tag auf dem Speiseplan stehen. In der Realität essen in Deutschland aber nur ungefähr die Hälfte der Jungen und Mädchen mindestens einmal täglich frisches Obst. Auch Gemüse und Salat werden zu selten verzehrt, wie die Ergebnisse der sogenannten KiGGS-Studie zeigen. Eine Langzeitstudie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland, durchgeführt vom Robert-Koch-Institut.

Gut verpackt ist halb gegessen

Der Pausensnack in der Schule oder das zweite Frühstück im Kindergarten bietet eine Chance, die tägliche Obst- und Gemüseration des Kindes zu erhöhen und damit dem Nachwuchs die Energie für die zweite Vormittagshälfte zu sichern. "Es ist sinnvoll, die Kleinigkeiten mitzugeben, die auch beim Frühstück gut ankommen. Allerdings abwechslungsreich: Äpfel beim Frühstück, heißt dann beispielsweise Karotten als Snack", sagt Müller.

Auch die Verpackung sorgt für eine erfolgreiche Zwischenmahlzeit. "Feste Frischeboxen, die mehrfach verwendet werden oder spezielle Obstbehälter erhalten die Lebensmittel appetitlich. Wer mag schon matschige braune Bananen? Die landen eher im Müll, als in der Nährstoffbahn des Kindes", berichtet Müller. Bei Getränken ist weniger Zucker immer ein Gewinn für den Flüssigkeitshaushalt. Deshalb sollten Schorlen stets aus drei Teilen Wasser und einem Teil Fruchtsaft bestehen, rät die TK-Expertin. "Kinder die von klein auf nur an Wasser gewöhnt sind, verlangen oft gar nicht mehr nach gezuckerten Getränken, wenn sie Durst haben", erklärt Müller. Das gelte auch insgesamt für gewürzte und gezuckerte Speisen. Auch hier sei, langfristig betrachtet, weniger Zusatz ein Gewinn für sensible Geschmacksnerven.

Kehren die Kinder nach Kindergarten oder Schule nach Hause zurück, ist es oft hilfreich ihnen erst einmal eine Verschnaufpause zu gönnen, damit sich der Appetit aufs Essen richtig entfaltet. Kinder sollten dann zunächst selbst entscheiden, wie groß die Portion auf ihrem Teller sein soll. Oft haben sie ein gutes Gespür dafür, welche Menge sie essen können. Erwachsene, die die Portionen zu großzügig verteilen, schrecken manches Kind damit eher ab. Grundsätzlich ist es für den Nachwuchs appetitanregend, wenn er in Gesellschaft und in einer freundlichen und ruhigen Atmosphäre isst. (nh)

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