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Erziehung: Strenge Eltern sollten die Kinder auch egozentrisch sein lassen

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Von: Natalie Hull-Deichsel

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Viele Eltern vermitteln Disziplin, Rücksichtnahme und Gehorsam. Dabei ist es für Kinder eher gesund, wenn sie auch mal selbstsüchtig sein dürfen.

Zu dieser Erkenntnis kam bereits vor über 60 Jahren der britische Psychologe und Bindungsforscher Donald Winnicott (1896-1971). Er beschäftige sich intensiv mit der frühen, emotionalen Entwicklung des Kindes und prägte die Begrifflichkeiten „wahres“ und „falsches“ Selbst. Dabei konnte er aufzeigen: für ein gesundes, kindliches Selbstbewusstsein ist es wichtig, dass der Nachwuchs auch selbstsüchtige Phasen ausleben kann und darf. Insbesondere strenge Eltern würden ihren Kindern dieses Bewusstsein und Verhalten absprechen.

Erziehung: Strenge Eltern verhindern wichtige, egozentrische Entwicklung ihrer Kinder

Junge schaut selbstbewusst in die Kamera.
Kinder sollen für ihre Persönlichkeitsentwicklung auch egozentrische Verhaltenszüge ausleben können, laut Kinderarzt Donald Winnicotts. (Symbolbild) © Westend61/Imago

Erziehungsratgeber mit Tipps zu Erziehungsstilen gibt es zahlreich. Da ist es nicht verwunderlich, dass Eltern sich häufig verunsichert fühlen. Welcher Erziehungstyp man selbst ist, zeigt sich meist im Laufe des Elterndaseins, nicht selten geprägt von den eigenen, kindlichen Erfahrungen. Begrifflichkeiten und Beschreibungen kursieren mittlerweile viele: von Helikopter-Eltern, die verhaltensgestörte Kinder erziehen über Rasenmäher-Eltern, die die Hausaufgaben ihrer Kinder erledigen und U-Boot-Eltern bis hin zu Schneepflug-Eltern mit panischen und überforderten Kindern sowie Panda-Eltern, die ihren Kindern Entfaltungsmöglichkeiten bieten.

Psychologe und Bindungsforscher Donald Winnicott hat seinerseits bereits einen genaueren Blick auf die strenge Erziehung bei Kindern geworfen. Laut Focus Online konnte er anhand seiner Studien mit über 60.000 Patienten feststellen, dass viele psychologische Schwierigkeiten von erwachsenen Probanden darauf zurückzuführen seien, „dass sie in ihrer Kindheit niemals ganz sie selbst sein durften“.

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Erziehung: Strenge Eltern sollten auch mal Ungehorsam bei Kindern zulassen

Laut Winnicott sei es für Menschen jedoch wichtig, in ihrer Persönlichkeitsentwicklung auch egozentrische Verhaltenszüge ausleben zu können. Jedes Kind solle auch wild, laut und ungehorsam sein dürfen und dennoch spüren, dass es auch dafür und dennoch bedingungslos geliebt würde. Nur so könnte ein seelisch gesunder Erwachsener heranreifen. Heutzutage ist sogar laut Studie bekannt, dass eine strenge Erziehung Kinderhirne schrumpfen lasse.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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