Mediziner schätzen ein

„Exotische“ Impfreaktion? Frauen berichten über größere Oberweite nach der Corona-Impfung

Corona-Impfung als günstige Brustvergrößerung? Es gibt Frauen, die über eine ungewöhnliche „Impfreaktion“ berichten. Auf dem Foto zu sehen ist der erste Berliner „Corona Impf Drive In“ auf dem Parkplatz der IKEA Filiale in Berlin-Lichtenberg. (Archivbild Juli 2021)
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Corona-Impfung als günstige Brustvergrößerung? Es gibt Frauen, die über eine ungewöhnliche „Impfreaktion“ berichten. Auf dem Foto zu sehen ist der erste Berliner „Corona Impf Drive In“ auf dem Parkplatz der IKEA Filiale in Berlin-Lichtenberg. (Archivbild Juli 2021)

Es gibt Frauen, die über größere Brüste nach der Corona-Impfung berichten. Ob das möglich ist und woran das liegen kann, erklären Mediziner.

Unfruchtbar nach Corona-Impfung bis hin zu Mikrochips, die während der Corona-Impfung unter die Haut gesetzt werden: Die Covid-Impfung ruft auch Verschwörungstheoretiker auf den Plan. Doch Fakt ist, dass die Zulassungsstudien der Corona-Impfstoffe, die in Europa erhoben wurden, deren Sicherheit und Wirksamkeit belegen. Der Nutzen der Impfungen – nämlich die Eindämmung der Corona-Pandemie – überwiege die Risiken, so Gesundheitsbehörden wie das Robert Koch-Institut.

Vorübergehende Impfreaktionen sind nicht selten der Fall. So haben viele Impflinge nach der Spritze kurzzeitig mit Kopfschmerzen, Schüttelfrost oder sogar Fieber zu kämpfen. Diese sind aber in den allermeisten Fällen ein gutes Zeichen, wie Carlos Guzmán als Leiter der Abteilung Vakzinologie und Angewandte Mikrobiologie am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung informiert. „Sie sind ein Hinweis darauf, dass die Impfung funktioniert“, so Guzmán gegenüber ZDFheute.

Wassereinlagerungen können zu vorübergehender Brustvergrößerung führen

Nicht nur gängige Impfreaktionen wie Schmerzen an der Einstichstelle werden berichtet, sondern auch eher „exotische“ Folgen der Impfung. So gibt es Frauen, deren BH nach der Impfung nicht mehr passt. Der Bayerische Rundfunk hat sich in seiner Inforeihe „Faktenfuchs“ mit der Frage befasst, ob die Impfung wirklich die Oberweite wachsen lässt. Auf Twitter und anderen Social-Media-Kanälen lassen sich dem BR zufolge so einige Posts von Betroffenen finden. So veröffentlichte etwa eine TikTok-Userin ein Video von ihrem Dekolleté mit der Information “I swear on god I’m almost 2 cup sizes bigger” (zu deutsch: Ich schwöre bei Gott, sie sind fast zwei Körbchengrößen größer).

Marion Kiechle, Direktorin der Frauenklinik Uniklinik Rechts der Isar, ordnet derartige Berichte wie folgt ein: “Eine Vergrößerung der Brüste haben wir bislang weder gesehen, noch hat das je eine unserer Patientinnen berichtet. Meines Erachtens gibt es auch keine medizinische Begründung für eine Anschwellung oder gar Vergrößerung der Brüste durch eine Corona-Impfung“. Ulrike Protzer, Direktorin am Institut für Virologie der TU München, schließt sich dieser Einschätzung dem BR zufolge an: “Uns wurde das noch nie berichtet, ich kenne keine objektivierbaren Daten dazu und man findet auch in den Datenbanken zu Nebenwirkungen dazu keine Einträge“.

Allerdings sei es in der Theorie möglich, dass die Oberweite nach der Corona-Impfung größer wird. Dieser Ansicht ist Oberarzt Thorsten Koch vom Brustzentrum Klinikum Nürnberg. In dem Fall handelt sich um eine reaktive Lymphknotenvergrößerung. Dabei schwellen die Lymphknoten infolge der Immunreaktion an, was den Abfluss der Lymphflüssigkeit stören kann, so Koch dem BR zufolge. Dadurch könne es zu einer temporären Wassereinlagerung und auch zu einer vorübergehend vergrößerten Brust kommen, heißt es weiter. Im Telefoninterview mit dem BR informiert Oberarzt Koch allerdings, dass ihm noch nie eine Patientin von vergrößerten Brüsten nach der Corona-Impfung erzählt hat. (jg)

Mehr Quellen: https://www.pei.de/SharedDocs/FAQs/

Weiterlesen: Impfschäden Jahre nach der Corona-Impfung? Das sagen Experten

Diese Viren und Bakterien machen uns krank

Eine mit Coronaviren befallene Zelle
Ende 2019 wurde zum ersten Mal über das Coronavirus Sars-CoV-2 berichtet. Zuerst nur in China diagnostiziert, breitete sich die durch Coronaviren ausgelöste Krankheit Covid-19 weltweit aus. Die Pandemie hat im Jahr 2020 weltweit etwa 1.900.000 Todesopfer gefordert. Auf der Darstellung oben ist eine menschliche Zelle (grün) zu sehen, die mit Coronaviren (gelb) infiziert ist.  © Niaid/dpa
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat.
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat. © dpa/dpaweb-mm
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch.
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch. © dpa
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff.
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff. © dpa
Grippe Virus: Antigene (gelbe und blaue Antennen) sitzen auf einer doppelten Fettschicht, die sich um die Erbsubstanz im Inneren schließt. Mit der Vermischung verschiedener Virentypen entstehen neue Erbsubstanzen und damit auch Antigene.
Grippe Virus: Antigene (gelbe und blaue Antennen) sitzen auf einer doppelten Fettschicht, die sich um die Erbsubstanz im Inneren schließt. Mit der Vermischung verschiedener Virentypen entstehen neue Erbsubstanzen und damit auch Antigene. © dpa/dpaweb
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Rhinovirus Human rhinovirus 16 (HRV16): Schnupfen verbreitet sich weltweit durch Rhinoviren. © picture alliance / Science Photo
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung.
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung. © dpa
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. © dpa
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Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen. © dpa
Tuberkulosebakterium Mycobacterium tuberculosis: Die auch als Schwindsucht bekannte Krankheit ist, obwohl sie heutzutage als heilbar gilt, eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten der Welt.
Tuberkulosebakterium Mycobacterium tuberculosis: Die auch als Schwindsucht bekannte Krankheit ist, obwohl sie heutzutage als heilbar gilt, eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten der Welt. © dpa
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz.
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz. © dpa

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