FAQ Lippen-Kiefer-Gaumenspalte

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Rundum betreut: Eltern mit Kindern, die eine Lippen-Kiefer-Gaumenspalte haben, sollten sich vom Bekanntwerden der Erkrankung an in die Hände eine multiprofessionellen Teams begeben.

Der Kasseler Chirurg Prof. Hendrik Terheyden beantwortete im Rahmen einer Leser-Sprechstunde Fragen zum Thema LKG-Spalte. Eine Auswahl:

Vor sechs Jahren wurde bei meinem damals fünfjährigen Sohn eine Gaumenspalte ohne Platten geschlossen, die vorher nicht erkannt wurde. Ein Jahr später gingen wir zur Nachsorge, die uns aber etwas nachlässig erschien. Wie wichtig sind diese Untersuchungen, wenn der Gaumen unseres Kindes doch nur verschlossen wurde?

Prof. Hendrik Terheyden: "Normalerweise benötigen wir den Gaumen für die Mittelohrbelüftung, für das Sprechen und das Schlucken. Im Vordergrund steht nun, ob Ihr Kind weiterhin Probleme im Alltag hat, zum Beispiel wenn es zu Speisenübertritt zur Nase beim Essen und Trinken kommt oder eine Hörminderung (zum Beispiel im Schulunterricht) oder eine Mittelohrentzündung auftritt. Besonders Letzteres sollte regelmäßig von einem Hals-, Nasen-, Ohrenarzt kontrolliert werden.
Wichtig ist auch das Sprechen. Wenn Ihr Kind nicht näselnd spricht und Laute wie „p“, „k“ oder „t“ ordentlich und ermüdungsfrei bildet, dann sind kurzfristig erst einmal keine weiteren Kontrollen notwendig. Bei der Beurteilung hilft Ihnen der Kinderarzt und gegebenenfalls Logopäden oder Sprachheilpädagogen. Sie sehen, dass viele Personen an der Betreuung des Kindes beteiligt sind.
Im weiteren Wachstum kann es aber durch Narben im Gaumen zu einer Wachstumsverlangsamung des Oberkiefers und zu Zahnstellungsproblemen und Veränderung der Gesichtsform kommen. Dies sollten Sie jährlich regelmäßig bis zum Wachstumsabschluss in einer speziellen Spaltsprechstunde in einer Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie kontrollieren lassen. Hier wird Ihnen auch die Organisation der rechtzeitigen Einbindung der vielen anderen Ärzte und Fachdisziplinen, wie zum Beispiel Kieferorthopäden, abgenommen."

Kann eine Knochentransplantation in die Kieferspalte wiederholt werden, obwohl es bei der ersten Transplantation Probleme gab?

Prof. Hendrik Terheyden: "Die Knochentransplantation wird zum Verschluss der Kieferspalte durchgeführt, denn der Kiefer besteht aus Knochen. Sicherlich kann eine Knochentransplantation wiederholt werden. Es sollte sogar wiederholt werden, sobald die Körperstelle abgeheilt und infektfrei ist. Dahinter steht, dass man dem durchbrechenden Zähnen ausreichend Kieferknochen bieten muss, damit sich ein vollständiger, ästhetisch ansprechender Zahnbogen entwickelt."

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