Vorbereiten auf den Ramadan

Am 28. Juni 2014 beginnt für gläubige Muslime der Fastenmonat Ramadan. Zwar sind chronisch Kranke, wie etwa Menschen mit Diabetes, nicht verpflichtet zu fasten. Dennoch bestehen viele Gläubige darauf, die 30-tägige Fastenzeit einzuhalten.

„Um Komplikationen, wie etwa gefährliche Unterzuckerungen, zu vermeiden, sollten Menschen mit Typ 1 oder Typ 2 Diabetes nur nach Absprache mit ihrem Arzt fasten“, rät Dr. med.

Mahmoud Sultan

, Ärztlicher Leiter vom

Diabetes Zentrum

Kreuzberg in Berlin. Er empfiehlt zudem, vor dem Ramadan einige Tage zur Probe zu fasten.

Während des Ramadans fasten viele Muslime – und das 30 Tage lang. In dieser Zeit verzichten die Gläubigen von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang auf Essen und Trinken. Wegen der hohen Temperaturen und der langen Tagesdauer im Juli stellt der Ramadan eine große Herausforderung für Menschen mit Diabetes dar. Deshalb ist es wichtig abends, beim täglichen Fastenbrechen ausreichend Wasser oder auch ungesüßten Tee zu trinken. So verhindert man, dass der Körper austrocknet. „Sobald Menschen mit Diabetes verwirrt wirken, Kreislaufprobleme auftreten oder sie gar umkippen, sollten sie unverzüglich Wasser trinken“, mahnt Dr. Sultan.

Auch eine Unterzuckerung könne Ursache eines Zusammenbruchs sein. Sie kündigt sich durch Schwitzen, Zittern oder Herzklopfen an. Treten diese Symptome auf, müssen Betroffene sofort Traubenzucker essen, Cola oder Fruchtsaft trinken,“ sagt Dr. Sultan. Um gefährliche Unterzuckerungen zu vermeiden, rät der Experte, öfter als üblich den Blutzucker zu messen. Als Faustregel gilt: „Ist der Blutzuckerwert niedriger als 3.3mmol/l oder höher als 16mmol/l muss sofort aufgehört werden zu fasten.“

Damit der Stoffwechsel nicht durcheinanderkommt, muss in Absprache mit dem Arzt während des Ramadans auch die Medikation an den neuen Ess-Rhythmus angepasst werden. „Kritisch sind vor allem die Morgenstunden“, sagt Dr. Sultan. Denn

Insulin

und andere blutzuckersenkende Tabletten können trotz gleicher Dosierung eine Unterzuckerung verursachen. „Häufig beobachten wir in der Praxis, dass sich während des Ramadans die Blutzuckerwerte von Menschen, die fasten, verschlechtern“, sagt der Experte. Oft essen sie nach Sonnenuntergang üppiger als zur restlichen Zeit des Jahres. „Weder zu süß noch zu fettig Speisen sollten die Speisen sein, um Blutzuckerschwankungen zu verhindern“, erklärt der Experte. Fladenbrot, Haferflocken oder Reis mit Bohnen eignen sich zu dieser Phase besonders gut. „Solch stärkehaltigen Kohlenhydrate halten den Blutzuckerspiegel stabil“.

(

www.diabetesde.org

– Deutsche Diabetes-Hilfe/nh)

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