Fastenzeit als Neuanfang

+

In den 40 Tagen zwischen Aschermittwoch und Ostersonntag verzichten viele Menschen bewusst auf bestimmte Lebensmittel oder liebgewonnene Gewohnheiten wie etwa das Fernsehen. Auf der Suche nach innerer Einkehr und Erneuerung tun dies längst nicht nur praktizierende Christen.

Tatsächlich hat eine solche Phase des bewussten Verzichts (be-) stärkende Wirkung und kann der Einstieg in dauerhaft anderes Verhalten sein. Zum Beispiel in eine bewusstere Ernährung.

Viele Menschen wissen durchaus, was nötig wäre, um besser und gesünder zu essen. Doch es ist nicht leicht, ungünstige Gewohnheiten abzulegen.

Grundlage für weitere Veränderungen

„Ernährungsgewohnheiten zu ändern, ist ein guter, aber sehr großer Vorsatz. Es kann helfen, diesen langen Weg in kleine Abschnitte zu teilen“, sagt Laura Gross von der Verbraucher Initiative. Die Fastenzeit bietet sich zum Beispiel dafür an, für einige Wochen Süßigkeiten und süße Getränke zu meiden. Wer das bis Ostern durchhält, schafft sich eine gute Grundlage für weitere Veränderungen: „Nach einer Phase ohne Gummitierchen, Kuchen, Limonade und Co. reagiert das Geschmacksempfinden erfahrungsgemäß sehr viel sensibler auf Süßes. Danach schmeckt vieles einfach zu süß und das ist ein guter Einstieg in dauerhaft zuckerärmere Gewohnheiten“, ermuntert die Diplom-Oecotrophologin.

Fleisch- und wurstlose Wochen

Auch die traditionelle Fleisch-Abstinenz der Fastenzeit ist keineswegs altmodisch. Die fleisch- und wurstlosen Wochen motivieren dazu, sich mit vegetarischen Gerichten auseinanderzusetzen. Es lohnt sich, die Zeit bis Ostern zu nutzen, um bewusst bislang vergessene Gemüse kennenzulernen, wieder einmal Hülsenfrüchte zuzubereiten und neue Rezepte ohne Fleisch auszuprobieren.

"Wer sich darauf einlässt, kann eine Menge Kalorien sparen und sich abseits vom Gewohnten neue Genüsse erschließen", betont Gross. Das Experiment macht Fleisch und Wurst wieder zu etwas Besonderem und hilft, die Qualität hochwertigen Fleisches zu würdigen. Wer nur wenig Fleisch isst, kann zudem entspannter zu den oft teureren Produkten aus ökologischem Landbau und artgerechter Tierhaltung greifen. (nh)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.