Ferien für den Rücken - Mit den richtigen Tipps Beschwerden entgegenwirken

Für viele Menschen beginnt mit dem Urlaub die schönste Zeit des Jahres. Doch häufig zählen Rückenschmerzen zu den unliebsamen Reisebegleitern. „Auslöser für Beschwerden stellen oftmals ungewohnte körperliche Belastungen und Beanspruchungen dar.

Dazu zählen insbesondere die für den Körper meist fremden Schlafmöglichkeiten. In der Folge treten Verspannungen auf, die Schmerzen hervorrufen", weiß Dr. Reinhard Schneiderhan, Orthopäde und Präsident der Deutschen Wirbelsäulenliga. Berücksichtigen Urlauber jedoch ein paar Tipps, steht einer schmerzfreien Urlaubszeit in der Regel nichts mehr im Wege.

Fünf Sterne für einen erholsamen Schlaf

Insbesondere weiche Hotelbetten rauben rückenempfindlichen Menschen häufig den Schlaf. Darüber hinaus sorgen auch harte Liegen beim Sonnenbaden und unebener Untergrund am Strand beim Relaxen oftmals noch Wochen später für schmerzhafte Erinnerungen. „Für bequemes und erholsames Liegen und Schlafen eignet sich am besten die Rückenlage“, erklärt Dr. Schneiderhan. „Zur optimalen Entspannung hilft dabei ein flaches Kissen unter Knien und Nacken.“ Am rückenfreundlichsten stehen Urlauber nach einem längeren Sonnenbad dann über die Seitenlage auf – so schützen sie ihre Wirbelsäule zusätzlich. Zu den weniger empfehlenswerten Liegepositionen zählt die Bauchlage, die viele bevorzugt zum Lesen einnehmen. Denn hierbei bildet die Lendenwirbelsäule ein Hohlkreuz und die Halswirbelsäule gerät zudem in eine ungesunde Seitendrehung. Da regelmäßige Bewegung die Muskulatur geschmeidig hält, sollten Urlauber auch in den Ferien nicht auf Aktivitäten verzichten. Dabei gilt der Wahl der Sportart jedoch besondere Aufmerksamkeit: Während etwa Rückenschwimmen, Tauchen oder Aquafitness die Wirbelsäule kräftigen, stauchen beim Tennis oder Federball die Stopp- und Drehbewegungen im Spiel das Rückgrat erheblich.

Natürlich entspannen

Gerade Campingurlaub im Zelt beansprucht die Wirbelsäule. „Rückenempfindliche Menschen sollten sich daher schon vor Reisebeginn Gedanken über einen geeigneten Schlafplatz machen“, empfiehlt Dr. Schneiderhan. „Denn jeder Rücken reagiert anders auf die gegebenen Bedingungen.“ Bei einem längeren Aufenthalt eignen sich besonders Zeltliegen als Schlafmöglichkeit. Diese sorgen für ausreichend Abstand zum kühlen Boden und verfügen oftmals über verschiedene Einstellmöglichkeiten, sodass jeder seine persönliche Liegeposition findet. Die klassische Luftmatratze bietet hingegen nur wenig Komfort und Schutz vor Kälte. „Neben einem unterkühlten Rücken kommt es aufgrund des oftmals unebenen Bodens daher schnell zu Verspannungen im Nacken und Wirbelsäulenbereich“, warnt der Experte. Wer trotz drohender Beschwerden diese klassische Schlafvariante bevorzugt, sollte auf selbstaufblasbare Isomatten aus hochelastischem Schaumstoff zurückgreifen. Denn diese halten die aufsteigende Kälte besser ab, bieten aufgrund des speziellen Materials mehr Liegekomfort und stützen zudem die Wirbelsäule. Generell sorgt auch ein stützendes Kissen im Nacken für eine entspannte Nacht. (nh)

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