Feuerwehr übte im Haus Salem den Ernstfall

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Gefunden: Feuerwehrleute bringen eine schwere Puppe, die anstelle eines Menschen versteckt wurde, in Sicherheit.

Mit schnellen Schritten bringt das Pflegepersonal die Senioren aus dem Gebäude. Donnerstagabend, 19 Uhr, Feueralarm: Es brennt im Haus Salem, einige der älteren Bewohner, eine Pflegerin und der Hausmeister werden vermisst.

Am Ende des Nordflügels steigt dichter Qualm auf. So lautet die Ausgangslage einer Alarmübung für Witzenhausens Feuerwehr, die schon fünf Minuten später am Unglücksort eintrifft.

In regelmäßigen Abständen wird nach Angaben von Wehrführer Claus Demandt der Ernstfall geübt, doch am Donnerstagabend war der plötzliche Feueralarm für fast jeden im Haus eine völlige Überraschung. „Über die Übung war nur die Heimleitung informiert, denn es sollte ein Test für unser Personal sein“, sagt Patricia Hüter, die Leiterin des evangelischen Alten- und Pflegeheims.

Nach dem Abendessen wird Rauch am Ende eines Ganges gesichtet und sofort Alarm ausgelöst. Schnell bringen sechs Pfleger die 50 Senioren in den Vorhof.

Die Aufregung ist jedem einzelnen Bewohner anzusehen, und beim Eintreffen des ersten Feuerwehrfahrzeug, wird es noch turbulenter. Stumm verfolgen viele das Geschehen, manchem stehen Tränen in den Augen. „Für die Bewohner war die unangekündigte Übung ein Schock, aber nur so kann man die Reaktionen testen“, erklärt Wehrführer Demandt.

Feuerwehrleute rennen in den ersten Stock, zu zweit tragen sie gehbehinderte Senioren nach unten, wo sie gleich von einem Pfleger in Decken gehüllt und nach draußen gebracht werden.

Suche nach Vermissten

Mit Atemschutzgeräten gehen die Einsatzkräfte auf die Suche nach den Puppen, die anstelle der laut Ausgangslage vermissten Menschen versteckt wurden. Eine Puppe wird in einem Badezimmer entdeckt, eine weitere im Fahrstuhl. Noch vermisst wird der Hausmeister-Dummy im Untergeschoss des Hauses.

Systematisch durchkämmen die Trupps die Kellerräume und finden dann eine 50 Kilogramm schwere Holzfigur hinter Stapeln von Stühlen. Nach einer halben Stunde sind die Senioren wieder in ihren Zimmern. Feuerwehr und Heimleitung sind zufrieden mit dem Ergebnis, auch wenn die Rettung aus dem zweiten Stockwerk mit dem Leiterwagen wegen eines Falschparkers nicht klappte. (zge)

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