Fitnessstudios müssen sich auf Senioren umstellen

Etwa ein Fünftel der Deutschen sind über 65 - und viele davon noch topfit. In den Fitnessstudios steigt inzwischen der Altersdurchschnitt. „Die Fitnesstrainer müssen sich deshalb zunehmend umstellen“, sagt der Vorsitzende vom Deutschen Fitness und Aerobic Verband, Volker Ebener, in einem Interview.

Seit einiger Zeit können sich Trainer speziell für die Arbeit mit Senioren schulen lassen. In vielen Studios stehen bereits Pilates oder Yoga gezielt für Ältere auf dem Kursplan.

Macht sich der demografische Wandel auch in den Fitnessstudios bemerkbar?

Ebener: „Die Mitglieder der deutschen Fitnessstudios sind inzwischen im Durchschnitt 41 Jahre alt. Ein neuer Schwerpunkt liegt auf der Altersklasse 56 bis 66 Jahre. Die Fitnesstrainer müssen sich deshalb zunehmend umstellen. Seit zwei Jahren bieten wir von unserem Verband eine spezielle Ausbildung unter Anleitung eines Hochschulprofessors an, die Fitness-Training für Senioren sowie Programme bei Adipositas, Gelenkproblemen oder Diabetes enthält.“

Wie stellen sich die Studios auf die älteren Kunden ein?

Ebener: „Etwa 2500 Studios haben in den vergangenen drei Jahren mit großem Erfolg Kurse wie Pilates, Yoga und Tai-Chi gezielt für Ältere in den Kursplan aufgenommen. An den Fitnessgeräten sind die Bewegungsabläufe für Jung und Alt natürlich gleich. Aber die Belastung lässt sich im Vergleich zu früher in kleineren Stufen steigern. Die Bewegungsabläufe sind außerdem so einschränkbar, dass sie zum Beispiel beim Menschen mit Knieproblemen nicht schädigend sind. Drei Hersteller arbeiten meines Wissens zurzeit auch daran, dass Ältere besseren Halt an und in den Geräten finden sollen.“

Sind die Fitnessstudios denn so eingerichtet, dass sich Senioren mit Rollator problemlos in ihnen bewegen können?

Ebener: „Die Fitnessstudios haben die Senioren eigentlich erst vor vier bis fünf Jahren entdeckt. Eine bereits eingerichtete Anlage entsprechend umzubauen, kann mehrere hunderttausend Euro kosten. Und Neueinsteiger denken oft gar nicht über diese Frage nach. Wenn Fahrstühle oder breitere Gänge für Rollatoren vorhanden sind, ist das eher Zufall. Gezielt hat hier meines Wissens noch sehr wenig stattgefunden.“

Von Irena Güttel, dpa

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