Zukunft ohne Diabetes?

Forscher entdecken Auslöser für Altersdiabetes

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Forscher entdecken Auslöser für Altersdiabetes - Protein Rankl.

Acht Prozent der Deutschen leiden an Altersdiabetes. Forscher haben einen der Auslöser für Altersdiabetes entdeckt, der gerade bei dicken Menschen gebildet wird. 

„Je nach Übergewicht gibt es im Körper mehr Entzündungen. Und Entzündungen bewirken die stärkere Bildung des Proteins Rankl“, sagte Professor Georg Schett von der Uniklinik Erlangen.  

Rankl wiederum führe dazu, dass der Körper nicht mehr so stark auf Insulin reagiere - ein Merkmal von Altersdiabetes (Diabetes Typ 2). Knochen haben Einfluss auf den Blutzzuckerstoffwechsel.

Die Forscher um Schett hatten 20 Jahre lange regelmäßig 1000 gesunde Einwohner der Stadt Bruneck/Südtirol untersucht und dabei auch den Spiegel des Eiweißes Rankl überprüft.

Die Studie zeigt, dass unabhänig vom Alter oder Geschlecht Personen mit hohem Rankl-Spiegel im Blut ein deutlich höheres Risiko aufwiesen Diabetes Mellitus Typ 2 zu entwickeln.

„Die Laboruntersuchungen bestätigen, dass das Eiweiß Rankel, welches eigentlich für die Entstehung von Osteoporose verantwortlich ist, auch ein zentraler Schalthebel für die Entstehung von Diabetes ist“, sagt Prof. Schett.

Für den Wissenschaftler ist das ein Hinweis darauf, dass unser Skelettsystem einen wesentlichen Einfluss auf den Blutzuckerstoffwechsel ausübt und beide Organe eng miteinander kommunizieren.

Heute schon werden Medikamente erfolgreich zur Therapie von Osteoporose eingesetzt, die das Protein hemmen. Das ist nach Meinung der Forschern ein großer Vorteil. Sie sind zuversichtlich, dass es bald ein Mittel gegen Diabetes Mellitus Typ 2 geben wird.

Diabetes: Das sollten Sie wissen

Mehrere Millionen Menschen in Deutschland leiden unter einer Vorstufe von Diabetes, wissen aber nichts von der Gefahr. Die Krankheitszeichen sind oft recht allgemein, doch folgende Alarmsignale können auf einen krankhaft erhöhten Blutzuckerspiegel hinweisen. © dpa/dak
1. Verschwommenes Sehen © dpa/dak
2. Taube Hände und Füße © dpa/dak
3. Heißhunger © dpa/dak
4. Übermäßiger Harndrang © dpa/dak
5. Anhaltende Müdigkeit © dpa/dak
6. Plötzlicher Gewichtsverlust © dpa/dak
7. Ständiger Durst © dpa/dak
8. Sexuelle Störungen © dpa/dak
9. Schlecht heilende Wunden © dpa/dak
Ohne Zucker geht beim Menschen gar nichts: Weder würden die Beine einen Schritt gehen, noch das Gehirn einen klaren Gedanken fassen. Wie der Automotor Benzin, so verbrennt unser Körper Traubenzucker und bezieht daraus seine Energie. Allein das Gehirn verbraucht 140 Gramm pro Tag! © dpa/dak
Der Körper holt sich die Glukose aus der Nahrung, über das Blut wird es zu den Organen transportiert und hineingeschleust. Doch dieser Glukose-Stoffwechsel ist bei jedem zehnten Menschen gestört. © dpa/dak
Eine Schlüssel- rolle spielt das Hormon Insulin, das für die Aufnahme des Zuckers in die Organe verantwortlich ist. Es verliert zunächst unbemerkt seine Wirkung. Um die gleiche Menge Zucker zu verarbeiten, wird also mehr Insulin benötigt. Der Körper produziert immer mehr Insulin, bis die dafür zuständigen Zellen in der Bauchspeicheldrüse zugrunde gehen. © dpa/dak
In Folge steigt der Blutzucker im Blut drastisch an, die Organe werden nicht mehr ausreichend mit Treibstoff und Sauerstoff versorgt. Die Folgen sind dramatisch wie Herzinfarkte, Nierenschäden oder schlecht heilendes Gewebe. © dak
Pro Jahr werden in Deutschland 28.000 Füße von Diabetikern amputiert. Mithilfe einer speziellen Stimmgabel überprüft hier der Arzt das Vibrationsempfinden des Fußes und kann davon weitere Maßnahmen ableiten. © dpa/obs
Die Deutsche Diabetes-Gesellschaft empfiehlt über 45-Jährigen alle drei Jahre eine sogenannte Nüchtern-Blutglukosebestimmung beim Hausarzt. Früh erkannt, ist die Krankheit gut behandelbar. Wird Diabetes heilbar? Das Neueste von der Impfung bis zur Stammzellen-Therapie lesen Sie hier... © dak

Diabetes mellitus 

Diabetes mellitus ist eine Stoffwechselerkrankung, bei der es zu einer Überzuckerung des Blutes kommt. Beim Typ 2 bildet der Körper zwar das blutsenkende Hormon Insulin, doch es verliert seine Wirkung. Es entsteht die sogenannte Insulinresistenz.

Langfristig schädigt der erhöhte Blutzuckergehalt Blutgefäße und Nerven. Folgekrankheiten sind unter anderem Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenschwäche und Netzhautschäden.

Das Deutsche Zentrum für Diabetes-Forschung ist jedoch noch skeptisch und gab zu bedenken, dass neben dem Eiweiß Rankl noch anderer Faktoren Altersdiabetes auslöse.

Das Zentrum dämpfte auch die Hoffnung, dass schon bald ein wirksames Medikament zur Behandlung von Altersdiabetes zur Verfügung stehen könnte. Der Eingriff in das Immunsystem sei ein sehr sensibler Bereich, sagte der Diabetologe Norbert Stefan zum DZD. Er ist Professor für klinische experimentelle Medizin an der Universität Tübingen. Derzeit leiden etwa acht Prozent der Bundesbürger unter Altersdiabetes; zu den Risikogruppen gehören vor allem Übergewichtige.

dpa

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