Hoffnung für Millionen

Forscher entdecken wirksame Antikörper gegen Zika-Virus

New York - Rund anderthalb Millionen Menschen sind allein in Brasilien mit dem gefährlichen Zika-Virus infiziert. Jetzt gibt es eine erste Hoffnung auf einen Impfstoff dagegen.

Bei der Suche nach einem Impfstoff gegen das Zika-Virus haben europäische Forscher nach eigenen Angaben wirksame Antikörper entdeckt. In menschlichen Zellkulturen im Labor hätten die Antikörper das Virus wie auch das verwandte Dengue-Virus "neutralisiert", schreiben die Wissenschaftler im britischen Fachmagazin "Nature". Dies könnte zur "Entwicklung eines universellen Impfstoffs" gegen beide Viren führen - dahin sei es aber noch ein weiter Weg.

Die Antikörper stammen von Menschen, deren Immunsystem nach einer Dengue-Infektion solche Proteine entwickelt hatten. "Wir hätten nie gedacht, dass das Dengue-Virus und das Zika-Virus sich so sehr ähneln, dass gegen das Dengue-Virus gebildete Antikörper auch das Zika-Virus so wirksam neutralisieren können", erklärte Studien-Coautor Felix Rey vom französischen Pasteur-Institut.

Die Forscherin Juthathip Mongkolsapaya vom Imperial College London erklärte, damit seien erstmals "sehr kraftvolle Antikörper" gegen Zika entdeckt worden.

"Es muss noch viel getan werden"

Zugleich warnte Rey vor überzogenen Hoffnungen auf die schnelle Entwicklung eines Impfstoffes: "Es muss noch viel getan werden, unter anderem klinische Versuche. Das könnte einige Zeit dauern."

Das durch Stechmücken übertragene Zika-Virus grassiert derzeit in Süd- und Mittelamerika, Brasilien ist mit bislang rund anderthalb Millionen infizierten Menschen am stärksten betroffen. Das Virus kann bei ungeborenen Kindern Mikrozephalie - einen abnormal kleinen Kopf und damit einhergehende schwere Hirnschäden - auslösen. Bislang sind mehr als 1600 Fälle bekannt.

Bei Erwachsenen wird das Virus unter anderem mit dem Guillain-Barré-Syndrom, einer seltenen Nervenkrankheit, in Verbindung gebracht. Einen Impfstoff gegen Zika gibt es bislang nicht, wohl aber gegen das Dengue-Fieber. Die am Donnerstag veröffentlichte Studie macht nun Hoffnung auf einen Impfstoff gegen das Zika-Virus. 

Es gibt auch eine beunruhigende Nachricht

Die Forscher machten aber auch eine beunruhigende Entdeckung: Während der Mensch nach einer Dengue-Infektion zwei auch gegen Zika wirksame Antikörper-Arten entwickelt, scheinen die meisten anderen gebildeten Proteine eine Vermehrung der Zika-Viren zu fördern.

Eine frühere Dengue-Erkrankung könne also womöglich das Risiko einer Zika-Infektion erhöhen, erklärte Gavin Screaton vom Imperial College London, der ebenfalls an der Forschung beteiligt war. "Das könnte erklären, warum der derzeitige (Zika-)Ausbruch so heftig ist, und warum er Regionen getroffen hat, in denen es Dengue gibt." Diese Erkenntnisse wurden in einer Studie im Fachmagazin "Nature Immunology" veröffentlicht.

"Beide Studien ergänzen sich", erklärte der an beiden Fachartikeln beteiligte Forscher Rey. "Sie zeigen, dass es sehr wichtig ist, dass der künftige Impfstoff die richtigen Antikörper verwendet und auf die Achillesferse des Virus zielt."

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Brasilianische Soldaten am Aktionstag "Zero Zika" in der Hauptstadt Brasilia. Foto: Marcelo Camargo
Brasilianische Soldaten am Aktionstag "Zero Zika" in der Hauptstadt Brasilia. Foto: Marcelo Camargo © Marcelo Camargo / Handout
Das Zika-Virus steht im Verdacht, bei Infektionen von Schwangeren Schädelfehlbildungen bei ihren Babys zu verursachen. Foto: Antonio Lacerda
Das Zika-Virus steht im Verdacht, bei Infektionen von Schwangeren Schädelfehlbildungen bei ihren Babys zu verursachen. Foto: Antonio Lacerda © Antonio Lacerda
Die Zahl der bestätigten Fälle der Mikrozephalie bei Kindern, deren Mütter sich während der Schwangerschaft mit Zika infiziert haben, ist gestiegen. Der Verdacht auf Mikrozephalie besteht, wenn ein Baby mit einem Kopfumfang von 32 Zentimetern oder weniger zur Welt kommt. Foto: Antonio Lacerda
Die Zahl der bestätigten Fälle der Mikrozephalie bei Kindern, deren Mütter sich während der Schwangerschaft mit Zika infiziert haben, ist gestiegen. Der Verdacht auf Mikrozephalie besteht, wenn ein Baby mit einem Kopfumfang von 32 Zentimetern oder weniger zur Welt kommt. Foto: Antonio Lacerda © Antonio Lacerda
Der Leiter einer Anti-Zika-Gruppe der Marine, Juracy Souza Magalhaes, reicht einem Geschäftsinhaber in Rio de Janeiro ein Flugblatt. Die Regierung klärt mit der Aktion über die Bekämpfung des Zika-Virus auf. Foto: Georg Ismar
Der Leiter einer Anti-Zika-Gruppe der Marine, Juracy Souza Magalhaes, reicht einem Geschäftsinhaber in Rio de Janeiro ein Flugblatt. Die Regierung klärt mit der Aktion über die Bekämpfung des Zika-Virus auf. Foto: Georg Ismar © Georg Ismar
Gut 220 000 Soldaten der Armee wurden in Brasilien eingesetzt, um die Bevölkerung über die Bekämpfung der Moskitoart "Aedes aegypti" zu informieren. Foto: Fernando Bizerra Jr.
Gut 220 000 Soldaten der Armee wurden in Brasilien eingesetzt, um die Bevölkerung über die Bekämpfung der Moskitoart "Aedes aegypti" zu informieren. Foto: Fernando Bizerra Jr. © Fernando Bizerra Jr.

Was ist Zika?

afp

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