Unsichtbare Gefahr

Forscher finden heraus: Alte Sonnencremes sind krebserregend

Eine Frau sitzt am Strand und hat eine Sonne aus Sonnencreme auf dem Rücken.
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Eigentlich soll sie schützen, doch Forscher fanden nun heraus, dass Sonnencreme krebserregend sein kann – wenn sie abgelaufen ist.

Wollen Sie die alte Sonnencreme aus dem letzten Jahr nutzen, sollten Sie vorher unbedingt auf das Mindesthaltbarkeitsdatum achten. Möglicherweise hat sich in der Creme ein schädlicher Stoff gebildet.

Wer sich im Sommer vor Sonnenbrand schützen möchte, sollte sich konsequent und mehrmals täglich mit Sonnencreme einschmieren. Doch unsere Haut hat Poren und nimmt die Inhaltsstoffe der Lotion so teilweise auf. Herkömmliche Sonnencremes enthalten jedoch oftmals gesundheitsschädliche Chemikalien, die über unsere Haut in den Blutkreislauf gelangen und über Leber, Nieren und Darm wieder ausgeschieden werden müssen. Dort können die Inhaltsstoffe Schaden anrichten. 

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Organische und Anorganische UV-Filter in Sonnencremes

UV-Licht-filternde Substanzen sorgen in Sonnencremes für den Lichtschutzfaktor (LSF). Davon gibt es zwei Gruppen: Organische Filter, die oft auch als chemische Filter bezeichnet werden, und anorganische. Die organischen Filter absorbieren die UV-Strahlen der Sonne und wandeln diese in Wärme und ungefährliches Fluoreszenzlicht um. Anorganische, auch mineralische Filter genannt, enthalten kleine Partikel von Zinkoxid und Titandioxid. Diese streuen und reflektieren das UV-Licht.

Der Nachteil mineralischer Filter ist, dass sie meist einen weißen Film auf der Haut hinterlassen. Heute werden deshalb oft Nanopartikel verwendet. Diese sind besonders klein und so besser auf der Haut zu verteilen. Der „Weißel-Effekt“ bleibt also aus. Auf den Packungen findet sich der Hinweis „nano“.

Da jedoch keine Substanz hundertprozentig vor den UV-Strahlen der Sonne schützen, werden in vielen Cremes eine Kombination verschiedener Filter verwendet.

Abgelaufene Sonnencremes sind krebserregend

Französische Mikrobiologen der Sorbonne und Wissenschaftler der nationalen Forschungsbehörde CNRS veröffentlichten im März 2021 eine Studie zu Sonnencremes. Sie ließen neue Cremes bekannter Kosmetikmarken künstlich altern und fanden heraus, dass viele Cremes einen gefährlichen Stoff bildeten. Aus dem chemischen Filter Octocrylen wurde Benzophenon. „Kommt Benzophenon auf die Haut, kann es Ausschläge, Entzündungen oder Überempfindlichkeiten auslösen, aber auch Leberkrebs oder Lymphome. Das war in Tierversuchen der Fall. Das Molekül beeinträchtigt die Schilddrüse und die Fortpflanzungsorgane“, so Mitautor der Studie Didier Stien laut tagesschau.

Auch wenn auf den ersten Blick alles in Ordnung zu sein scheint, die Sonnencreme sich nicht entmischt hat und gut riecht, kann das Octocrylen zu dem gefährlichen Benzophenon geworden sein. Deshalb sollte man unbedingt auf das Mindesthaltbarkeitsdatum der Creme achten.

Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte Sonnencremes mit organischen Filtern komplett meiden und zu anorganischen greifen. Zertifizierte Naturkosmetik nutzt ausschließlich anorganische Filter.

Übrigens: Nicht nur für den menschlichen Körper kann Sonnencreme schädlich sein. Wenn Cremes mit organischen Filtern ins Meer gelangen, fördern sie außerdem das Absterben von Korallen, sowie die sogenannte „Korallenbleiche“. (cw)

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Jeder fünfte Deutsche hat sich schon ein Tattoo stechen lassen, das Gesundheitsrisiko stufen viele von ihnen als gering ein. Foto: Franziska Gabbert © Franziska Gabbert
Beim Tätowieren werden die Farben in die Haut gegeben - was alles in den Farben drinsteckt, ist oft nicht bekannt. Foto: Franziska Gabbert
Beim Tätowieren werden die Farben in die Haut gegeben - was alles in den Farben drinsteckt, ist oft nicht bekannt. Foto: Franziska Gabbert © Franziska Gabbert
Uwe Kirschner ist Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten in Mainz. Foto: Karl-Martin Gosselin
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