Fragen? EHEC-Experten am Telefon

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EHEC bezeichnet einen Darmkeim, der normalerweise bei Tieren vorkommt. Er ist eine Sonderform der wichtigen Kolibakterien, die im Darm Nährstoffe spalten und für die Abwehr von Krankheitserregern sorgen.

Seit die ersten Fälle von EHEC bekannt wurden, geht in Deutschland die Angst um. Viele Verbraucher sind verunsichert. Der Münchner Merkur bietet daher am heutigen Dienstag in Zusammenarbeit mit der Städtischen Klinik GmbH und dem Münchner Referat für Gesundheit und Umwelt (RGU) eine Telefon- Sprechstunde zum Thema EHEC an. Anrufer erhalten von 17 bis 18.30 Uhr Antworten auf Fragen.

Auch in Kliniken und Gesundheitsämtern standen die Telefone in den vergangenen Tagen nicht still. Die Anrufer haben viele Fragen:

  • Reicht es, wenn ich die Gurken schäle?
  • Schütze ich mich, wenn ich Sprossen wasche?
  • Oder soll ich ganz auf Obst und Gemüse verzichten – und bis wann?
  • Andere haben Angst vor einer Ansteckung von Mensch zu Mensch: Kann ich mich auf einer öffentlichen Toilette infizieren?
  • Was muss ich tun, wenn ein Familienmitglied an Durchfall erkrankt?
  • Und wie kann ich überhaupt erkennen, ob es sich um eine EHEC-Infektion handelt? Denn auch die Warnungen und Ratschläge aus Politik und Medizin helfen kaum weiter. Zudem jagt ein Fehlalarm den anderen.

Antworten auf Ihre Fragen erhalten Sie heute von Experten

Antworten auf Ihre Fragen erhalten Sie heute von Experten des Klinikums Schwabing in München, wo auch einige Patienten mit HUS behandelt werden: Professor Dr. Clemens- Martin Wendtner ist Chefarzt und Infektionsspezialist, Dr. Wolfgang Guggemos ist Leitender Oberarzt im Schwerpunkt Infektiologie und Tropenmedizin. Vom Referat für Gesundheit und Umwelt warten auf Ihre Anrufe:Eva-Maria Lutz vom Sachgebiet Infektionsschutz und Jürgen Zühl, Leiter der Abteilung Gesundheitsschutz.

Telefonsprechstunde - Anrufer erhalten am Dienstag von 17 bis 18.30 Uhr Antworten auf alle Fragen

Prof. Clemens-Martin Wendtner Chefarzt des Klinikums Schwabing in München und Infektionsspezialist.

Professor Dr. Clemens- Martin Wendtner ist Chefarzt des Klinikums Schwabing in München und Infektionsspezialist  Tel: 089/543700-79

Dr. Wolfgang Guggemos, Ltd. Oberarzt Infektiologie, Klinikum Schwabing

Dr. Wolfgang Guggemos, Ltd. Oberarzt Infektiologie, Klinikum Schwabing.

Tel: 089/543700-97

Eva-Maria Lutz

Eva-Maria Lutz, Sachgebiet Infektionsschutz, Münchner Referat für Gesundheit und Umwelt (RGU)

Tel: 089/543700-98

Jürgen Zühl, Leiter Abt. Gesundheitsschutz

Jürgen Zühl, Leiter Abt. Gesundheitsschutz, Münchner Referat für Gesundheit und Umwelt (RGU).

Tel: 089/543701-16

sog.

EHEC: Die wichtigsten Fragen und Antworten

dapd
Was verbirgt sich hinter der Abkürzung EHEC? © 
Es handelt sich bei EHEC-Bakterien um die sogenannten Enterohämorrhagischen Escherichia Coli-Bakterien. Seit Anfang Mai verbreitet ein besonders aggressiver Erreger Angst und Schrecken in Deutschland. © dpa
Bisher sind 36 Menschen an den Folgen der Erkrankung gestorben. Überraschend: Betroffen sind vor allem junge Frauen. Normalerweise erkranken Kleinkinder unter fünf Jahren, ältere und immunschwache Menschen durch eine EHEC-Infektion. © dpa/ap
Bei EHEC handelt es sich um eine gefährliche Variante des für den Menschen harmlosen Darmbewohners Escherichia coli. EHEC kommt im Darm von Weiderkäuern vor. Gelangt es jedoch in den Körper des Menschen, setzen die Bakterien dort gefährliche Giftstoffe frei. © dpa/ap
Wissenschaftler haben das Genom des Erregers bereits entschlüsselt. Dabei fanden sie heraus, dass zwei Bakterienstämme ihre Erbsubstanz miteinander ausgetauscht haben. © dpa
Welche Symptome bringt eine EHEC-Erkrankung mit sich? © dpa/ap
Der Erreger kann sich zunächst durch blutigen und wässrigen Durchfall, Erbrechen, Übelkeit und Bauchschmerzen bemerkbar machen. Zudem sind bei schweren Verläufen auch Blutarmut, Gefäß- und Nierenschäden möglich. Auch wenn die Krankheit überstanden ist, können Gesundheitsschäden wie etwa Nierenleiden zurückbleiben. © dpa
Wie wird die Krankheit übertragen? © dpa/ap
Da sich der Erreger vor allem im Kot von Nutztieren findet, ist direkter Kontakt mit den Tieren ein Übertragungsweg. Aber auch verunreinigte Lebensmittel, die Kot-Partikel enthalten, können Ursache sein. Wird gedüngtes Obst und Gemüse ungewaschen gegessen, kann das die Krankheit auslösen. Auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist über Schmierinfektionen möglich. © dpa/ap
Was ist bei den aktuellen Fällen die Infektionsquelle? © dpa/ap
Schnell gerieten Gurken und Tomaten in Verdacht. Das Bundesamt für Risikobewertung hat allerdings inzwischen die Empfehlung, auf den Verzehr von Gurken, Tomaten und Blattsalat in Norddeutschland zu verzichten, aufgehoben.  © dapd
Denn inzwischen haben Wissenschaftler Sprossen von einem Biohof im niedersächsischen Bienenbüttel zweifelsfrei als Träger des Erregers identifiziert. © dpa
Beunruhigend: EHEC-Bakterien wurden auch auf bayerischem Salat gefunden. Er befand sich auf Lollo Rosso-Salat eines Fürther Gemüseerzeugers. Erste Laborergebnisse deuten jedoch nicht darauf hin, dass es sich um den gefährlichen Erreger-Typ handelt. © dapd
Wie kann ich mich vor EHEC-Erkrankungen schützen? © dpa/ap
Die Behörden empfehlen, dass in Deutschland derzeit keine rohen Sprossen gegessen werden sollten - auch keine selbst gezogenen.  © 
Der beste Schutz vor dem Keim ist allerdings Hygiene. Dazu gehört regelmäßiges Händewaschen. Verbraucher könnten dem RKI zufolge das Risiko einer EHEC-Infektion weiter minimieren, indem sie alle Lebensmittel vor dem Verzehr mindestens zehn Minuten lang auf 70 Grad erhitzen. Es gibt keine Impfung gegen den Keim. © dpa
In der Berichterstattung ist auch von HUS die Rede. Was ist das? © dpa/ap
HUS steht für hämolytisch-urämisches Syndrom, einen besonders schweren Verlauf der EHEC-Erkrankungen. Dabei kann es zu Nierenversagen und Blutarmut kommen. Das kann lebensbedrohlich sein. © dpa/ap
Was muss ich tun, wenn ich betroffen bin? © dpa/ap
Zunächst sollten Betroffene einen Arzt aufsuchen. Außerdem sollen EHEC-Erkrankte viel trinken, um den Flüssigkeits- und Salzverlust auszugleichen. Hygiene ist ein Muss, um weitere Ansteckungen zu vermeiden. Mit dem Bakterium infizierte Patienten sollten auf keinen Fall Antibiotika nehmen. Diese könnten die Situation noch verschlimmern, erklärte ein Arzt des Berliner Krankenhauses Charité. Wenn die Bakterien durch das Antibiotikum in großem Umfang zerfallen, werden vermehrt Gifte aus den Bakterien freigesetzt. © dpa/ap

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