Frauenkörper sind besser fürs Kicken geeignet

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Frauen haben beim Fußball einen kleinen Vorteil im Vergleich zu den Männern. Theoretisch sei ein Frauenkörper im Männersport Fußball sogar besser aufgehoben als der eines Mannes.

"Frauen haben mehr Fettreserven, können also mehr Ausdauer bringen", sagt Raymond Best, Mannschaftsarzt des Fußball-Bundesligisten VfB Stuttgart. "Physiologisch kann eine Frau im Fußball genau so viel Leistung bringen wie ein Mann, genauso lange, genauso oft." Geschlechtsspezifische Unterschiede in puncto Leistungsfähigkeit gebe es nicht - nur geeignete und nicht geeignete Körper.

Überhaupt: Einen großen Unterschied zwischen Frauen und Männern scheint es aus medizinischer Sicht im Fußball nicht zu geben. "Auch bei den Frauen trifft man auf die Klassiker der Sportverletzungen bei Kickern: Muskelfaserrisse, Fußgelenks- und Knieverletzungen", sagt Best. Prävention und Rehabilitation verlaufen ähnlich: Manche Frauen brauchten drei Wochen nach einer Muskelverletzung, andere eben länger. Das sei typenabhängig und habe nichts mit dem Geschlecht zu tun.

Auch ein ganzes Turnier steht ein Frauenkörper ohne Probleme durch. "80 Prozent der Verletzungen tun kurz weh, und dann geht es wieder", sagt Best: "Das ist auch bei den Frauen so". Auch Birgit Prinz und Co. hätten gelernt: "Wenn es wirklich schlimm ist, merkt man das recht schnell."

Tatsächlich unterscheiden sich Verletzungen im Frauen- und Männerfußball nur durch ihre Häufigkeit. Das Risiko, einen Kreuzbandriss zu erleiden, ist bei Frauen sogar siebenmal höher als bei Männern. Hormone, Bindegewebe und die biomechanischen Kraftverteilungen seien eben nicht identisch. Auch in anderen Sportarten sei dieser Trend zu spüren.

Vor erhöhter Verletzungsanfälligkeit während der Heim-WM warnt Best aber aus einem ganz anderen Grund: "Großereignisse sind immer etwas besonderes für einen Körper." Das Verletzungsrisiko erhöht sich während eines Turniers von im Schnitt fünf Verletzungen pro 1000 Trainingsstunden auf gar 60 pro 1000 Spielminuten: "Die hohe Frequenz an Spielen wirkt sich aus, es herrscht ein hoher Erwartungsdruck - da kommt viel zusammen", sagt Best. Die deutschen Damen müssten lernen, mit dieser Situation umzugehen. (dapd)

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