Es gibt auch leckere Alternativen

Frühjahrsmüdigkeit: Wie gesund sind Kaffee, Energydrinks und Co?

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Hat jetzt bei vielen Hochsaison: Kaffee. Er gilt als der ultimative Wachmacher bei Frühjahrsmüdigkeit.

Wer kennt es nicht: Kaum steigen die Temperaturen im Frühjahr etwas an, überkommt uns eine tiefe Frühjahrsmüdigkeit. Doch wie gesund ist der Griff zu Wachmachern wie Kaffee und Co.?

In Reinform ist es ein weißes, kristallines, geruchsneutrales Pulver mit einem bitteren Geschmack - in seiner Wirkung kann es den Konsumenten je nach Dosis anregen, leistungssteigernd wirken oder auch entspannen. Die Rede ist von Koffein. Gerade in diesen Tagen hat die Stimulanzie Hochsaison. Als bewährtes Mittel gegen die aufkommende Frühjahrsmüdigkeit greifen viele von uns zu koffeinhaltigen Getränken wie Kaffee, Energydrinks und Cola. Für die Kasseler Ernährungsmedizinerin Dr. Sabine Schäfer sind sie durchaus ein Mittel, um wach zu werden. Jedoch sollte es mit dem Koffeinkonsum nicht übertrieben werden. "Maximal drei Tassen Kaffee am Tag", rät sie. Diesen Rat geben auch die Experten der Verbraucherzentrale der Stiftung Warentest, wonach Erwachsene bis zu 400 Milligramm pro Tag gefahrlos zu sich nehmen können. 

Koffein auch in Schokolade

Süßer Wachmacher: Schokolade. Der Koffeingehalt varriiert je nach Kakaoanteil.

Klingt viel, ist es aber nicht. Denn in einer Tasse Kaffee, sprich 150 Milliliter, sind je nach Kaffeesorte und Röstung bereits zwischen 80 und 120 Milligramm Koffein enthalten. Und nicht nur dass, Koffein ist auch in vielen Energydrinks und Cola und sogar in Schokolade auffindbar. Und das in oft nicht gerade geringen Mengen. Während Energydrinks durchschnittlich 50 Milligramm Koffein pro 150 Milliliter Getränk enthalten, kommen Genießer einer Tafel Schokolade je nach Sorte auf bis zu 90 Milligramm des anregenden Stoffs. Grundsätzlich gilt hier: Je höher der Kakaoanteil der Schokolade ist, desto mehr Koffein enthält sie. 

Gefahr der Überdosierung

Bedenkt man darüber hinaus, dass nicht nur Erwachsene, sondern auch gerade Kinder gerne zu Cola und Schokolade greifen, kann bei einem Konsum von drei Gläsern der süßen Limo und drei Schokoriegeln leicht der Koffeingehalt von zwei Tassen Kaffee erreicht werden. 

Während Koffein grundsätzlich auch für Kinder ungefährlich ist, solange die zulässige Höchstmenge nicht überschritten wird (ein Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht), kann ein Zuviel des anregenden Stoffs dessen positive Wirkungen ins Negative umschlagen lassen. Untrügliches Zeichen einer Überdosierung sind Kopfschmerzen, Nervosität, innerer Unruhezustand und Schlafstörungen sowie Magen-Darm-Beschwerden und der vorübergehende Verlust der Feinmotorik (zitternde Hände). Allerdings grenzen Experten das Auftreten dieser Nebenwirkungen nur auf akute Überdosierungen ein. Bei Menschen, die regelmäßig Koffein zu sich nehmen, treten dagegen kaum Nebenwirkungen auf - der Organismus hat sich bereits an das Stimulanzium gewöhnt. 

Wesentlich wahrscheinlicher ist in dieser Gruppe dagegen der Eintritt einer Koffeinabhängigkeit. Bemerkbar macht sich diese, wird einmal zu wenig Koffein genossen. Ähnlich den Symptomen einer Überdosierung leiden auch diese Konsumenten häufig unter Kopfschmerzen. Darüberhinaus können sich Übelkeit, Motivationslosigkeit, Reizbarkeit und Schläfrigkeit einstellen. 

Wunderwecker Schwarzer Tee  

Gesunder Wachmacher: Schwarzer Tee.

In wesentlich größeren Mengen kann dagegen schwarzer Tee genossen werden. Eine Tasse, 150 Milliliter, enthält im Gegensatz zur gleichen Menge Kaffee nur maximal die Hälfte an Teein. Auch dieses ist ein wahrer Wachmacher. "Allerdings wirkt es nachhaltiger", erklärt die Ernährungsmedizinerin Dr. Schäfer. Denn anders als Koffein entfaltet es seine anregende Wirkung erst einige Zeit nach der Aufnahme, wenn es im Darm angelangt ist. Koffein dagegen beginnt bereits bei Kontakt mit der Magensäure zu wirken. "Kaffee wirkt zwar schneller, die Wirkung verfliegt aber auch eher - nämlich wenn er durch den Magen durch ist." Auch habe Tee einen entscheidenden Vorteil gegenüber Kaffee, so Schäfer: Er entwässert nicht so stark und ist aufgrund seiner Zubereitung wesentlich magenschonender. 

Unterschied zwischen Koffein und Teein

So unterschiedlich der Name, so gleich die chemische Zusammensetzung. Koffein wirkt bereits 30 bis 45 Minuten nach Aufnahme, Tee erst nach mindestens 45 Minuten. 

Jahreszeitliche Ernährung als Wachmacher

Um Frühjahrsmüdigkeit allerdings gar nicht erst aufkommen zu lassen, hat die Ernährungsmedizinerin einen ganz besonderen Tipp: "Gar keinen Kaffee trinken. Stattdessen lieber ganz viel Tee aus frischen Kräutern und eisenhaltige Nahrung in den Speiseplan aufnehmen." Denn gerade nach dem oft gemüsearmen Winter fehlen dem Körper meist viele wichtige Mineralien, Vitamine und Eisen, die er braucht, um fit zu werden. 

Einen aufwändigen Einkauf legt sie zur Einhaltung ihres Ernährungsplans allerdings nicht ans Herz: "Vieles haben wir bereits im Haus. Besonders die Wintergemüse wie Rote Beete, Möhren und Äpfel können jetzt mit frischem Spinat und Spitzkraut zu schmackhaften und energiereichen Speisen zubereitet werden. Grundsätzlich rät sie: "Einfach das essen, was gerade Saison hat. Auf diese Weise versorgt man seinen Körper je nach Jahreszeit genau mit den Stoffen, die er zu der Zeit braucht."

Sieben alternative Tipps zu Kaffee und Co.

  • Grüner Tee: Er enthält nicht nur viel Koffein, sondern auch das Stimulanzium Theobromin, welches den Kreislauf ordentlich ankurbelt. Die Folge, man fühlt sich fit, frisch und konzentriert. Einen großen Vorteil besitzt Grüner Tee im Vergleich mit Kaffee darüber hinaus: Auch große Mengen des Getränks führen anders als bei Kaffee nicht zu zittrigen Händen.
Grüner Tee
  • Mate-Tee: Das grünlich-gelbe Getränk aus Südamerika enthält neben Koffein auch reichlich Antioxidantien, Vitamine und Gerbstoffe. Es wirkt damit nicht nur belebend und erfrischend, sondern ist ein echter Geheimtipp in Sachen Schönheit, Hautverjüngung und Gesundheitsförderung. 
  • Kaltes Wasser: Ein Glas kaltes Wasser regt die Durchblutung an und wirkt dadurch belebend. Da der Körper am Morgen oft dazu neigt, dehydriert zu sein, ist Wasser das optimale Getränk, um den Organismus auf einfachstem Weg wieder auf Vordermann zu bringen. Wer es etwas schärfer mag, bereitet sich aus kochendem Wasser und einem Stück Ingwer einen Tee zu. Die Schärfe der Knolle bringt Kreislauf und Verdauung auf Touren.
Frisches Wasser

 

  • Saft ohne Zuckerzusatz: Frisch gepresste Säfte aus Äpfeln, Orangen, Grapefruits oder Ananas sorgen nicht nur allein mit ihrem frischen Duft für den richtigen Energiekick, sie sind auch wahre Vitaminbomben. Wer dabei noch etwas für seine Haut tun möchte, dem sei ein Mix aus einem grünen Apfel, etwas Ingwer, Kurkuma und Zitronensaft empfohlen. Während die entzündungshemmenden Stoffe von Ingwer und Kurkuma das Hautbild verschönern, regen Apfel und Zitrone die Geschmacksknospen an.
  • Grüner Smoothie: Dass wir im Frühjahr leicht müde sind, liegt oft auch an einem über den Winter erworbenen Eisenmangel. Eisen ist besonders reichhaltig in grünem Gemüse enthalten. Um wach zu werden, empfiehlt sich ein Drink aus Spinat und Grünkohl. Für einen frischeren Geschmack kann er mit Wassermelone oder Erdbeeren verfeinert werden.
Grüner Smoothie
  • Kokosnuss-Milch: Frische Kokosnuss-Milch macht nicht nur Lust auf den nächsten Sommerurlaub, in ihr steckt auch jede Menge Kalium. Der Mineralstoff sorgt für einen ausgeglichenen Wasserhaushalt im Körper, regt die Durchblutung an und ist gut für Nerven und Muskeln. Wer es noch frischer mag, darf seine Tasse Kokosmilch gerne mit einem Teelöffel Matcha-Pulver und einer halben Tasse gerforener Heidelbeeren zu einem anregenden Smoothie pürieren.
  • Apfelessig-Shot: Es klingt ungewöhnlich und kostet vielleicht auch etwas Überwindung, aber ein kleiner Schluck Apfelessig bewirkt wahre Wunder. So sorgt er dafür, dass der Blutzuckerspiegel nicht in den Keller sinkt und ihr nicht noch vor dem Frühstück wahre Heißhungerattacken auf Schokolade und Co. bekommt. Auf nüchternen Magen genossen, sorgt der Shot für einen ultimativen Frischekick und einen klaren Kopf. Da der Essig jedoch nicht allzu magenfreundlich ist, sollte er unbedingt mit Wasser verdünnt werden. Für einen milderen Geschmack empfiehlt sich eine Verfeinerung mit Honig und/ oder Zitronensaft.

Wissenswertes: Frühjahrsmüdigkeit

Wird es draußen wärmer, weiten sich im menschlichen Körper die Blutgefäße. Hierdurch kommt es oft zu einem leichten Blutdruckabfall. Zudem bewirkt die stärkere Sonneneinstrahlung eine hormonelle Umstellung. Statt des schläfrig machenden Melantonins wird nun das aktivierende Serotonin produziert. Auch diese Umstellung macht vorübergehend müde.  

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