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Gehirntumor-Symptome erkennen: Anzeichen, bei denen Sie wachsam sein sollten

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Von: Sandra Kathe

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Zu den wichtigsten Methoden, einen Gehirntumor zu erkennen zählen die Computer-Tomographie (CT) sowie die Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT). (Symbolfoto)
Zu den wichtigsten Methoden, einen Gehirntumor zu erkennen zählen die Computer-Tomographie (CT) sowie die Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT). (Symbolfoto) © Stanislav Krasilnikov/Imago

Über 7000 Menschen jährlich erkranken in Deutschland an einem Tumor im Gehirn oder Rückenmark. Für die Diagnostik und Behandlung der Krankheit wird viel geforscht.

Heidelberg/Leipzig – Keine bekannten Risikofaktoren, große Unterschiede bei der Schwere der Erkrankungen je nach Krebsart, stark unterschiedliche Symptome und mit nur 7000 bis 8000 Fällen jährlich eine der seltenen Krebsarten in Deutschland: Hirntumore unterscheiden sich deutlich von anderen Krankheiten. Das zeigt sich auch in der Erforschung der Krankheit. Doch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler machen weiterhin Fortschritte, wie nicht nur eine gemeinsame Studie der Universität Heidelberg und des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) zeigt.

Zu den häufigsten Symptomen der Krankheit, mit denen man zur Früherkennung eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen sollte, zählen neu und häufiger auftretende Kopfschmerzen, vor allem nachts und am frühen Morgen. Auch ohne Erklärung auftretende Übelkeit und Erbrechen sowie Persönlichkeitsveränderungen gehören zu möglichen Symptomen.

Tumor im Gehirn: Die Symptome im Überblick

Hirntumor frühzeitig erkennen: Entstehung und Arten der seltenen Krebsart

Während es bei anderen Krebsarten häufig Risikofaktoren gibt und die Entstehung von Tumoren mit der medizinischen Vergangenheit von Patientinnen und Patienten erklärt werden kann, haben Forschende bei der Hirntumorforschung erst wenige Belege für mögliche Auslöser gefunden. Als gesichert gilt laut einer Veröffentlichung der Deutschen Krebs-Gesellschaft, dass radioaktive Bestrahlung des Nervensystems, die Chance an Hirntumor zu erkranken erhöht. Weitere Theorien sehen elektromagnetische Felder, besonders häufige Handy-Nutzung oder Schädel-Hirn-Verletzungen als Auslöser der Krankheit – gesicherte Erkenntnisse, die für eine der Theorien sprechen, gibt es dazu jedoch keine.

Zu der am häufigsten diagnostizierten Tumorart des Gehirns gehören die Astrozytome, die erneut in mehrere Untergruppen aufgeteilt werden. Darunter fallen Tumorarten, die gutartig sind und auch nur selten für die Entwicklung bösartiger Tumore sorgen, aber auch besonders aggressive Varianten, wie die sogenannten Glioblastome, die zu den bösartigsten Formen von Hirntumor zählen. Laut einer Veröffentlichung des DKFZ durchziehen die Zellen der Glioblastome „das Gehirn wie ein Pilzgeflecht“. Sie sind also oft trotz Operationen, Chemo- oder Strahlentherapie nicht vollständig zu entfernen. Hat sich diese Tumorart erstmal im Gehirn verzweigt, liegt die durchschnittliche Überlebenszeit bei rund 15 Monaten nach Erstdiagnose.

Neue Erkenntnisse über aggressive Hirntumor-Art: Glioblastome imitieren Nervenzellen

Obwohl man über die Krankheit inzwischen viel weiß und auch in der Erforschung der Behandlung große Schritte gemacht hat, wird weltweit immer noch intensiv dazu geforscht. Eine spannende Entdeckung machten zuletzt etwa Forschende der Universität Heidelberg sowie des Deutschen Krebsforschungszentrums, die im Rahmen einer Studie feststellten, dass einige Zellen der besonders aggressiven Glioblastome Eigenschaften und Bewegungsmuster von Nervenzellen imitieren und sich so schneller ausbreiten können. Ihre Ergebnisse veröffentlichten sie in der Fachzeitschrift Cell.

In der Veröffentlichung beschreiben sie, wie sie bei Mikroskop-Analysen beobachtet haben, wie die netzartigen Zellgebilde, die Glioblastome ausmachen, von „ausschwärmenden Krebszellen“ gebildet werden. Diese ähneln in ihrem molekularen Profil sowie in ihren Bewegungsmustern unreifen Nervenzellen, und siedeln sich so sozusagen als eine Art „Trittbrettfahrer“ im Gehirn an und bilden bösartige Netzwerke.

Krebs-Therapie bei Hirntumor: Forschende entdecken womöglich Basis für neue Therapieformen

Für die Tumorforschung erhoffen sich die Heidelberger Wissenschaftler:innen mit den neuen Erkenntnissen einen wichtigen Ansatz für neue Therapieformen. „Erstmals verstehen wir, was die unterschiedlichen Zelltypen eines Glioblastoms tun, welche molekularen Eigenschaften mit welchem Verhalten einhergehen und welcher Zelltyp – nämlich die ausschwärmenden Zellen – für das invasive Tumorwachstum verantwortlich ist“, erklärt der ärztliche Direktor Wolfgang Wick in einer Pressemitteilung. Aus diesem Wissen heraus könnten im Bestfall nun neue Therapieformen entwickelt werden.

Erste Krebs-Symptome sind vielfältig: Wer an seinem Körper diese Veränderungen entdeckt, sollte sich untersuchen lassen.

Denn auch in diesem Punkt machen Forschende seit Jahren groß Fortschritte und arbeiten weiter an experimentellen Therapieformen. Laut Angaben der Deutschen Hirntumorhilfe laufen weltweit derzeit über 100 klinische Studien zur Behandlung von Hirntumoren. (ska)

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