Gesunde Füße von Anfang an

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Mit beiden Beinen fest im Leben und auf eigenen Füßen stehen, das funktioniert nur, wenn die Füße auch gesund und kräftig sind.

Dafür legen Eltern den Grundstein schon in der frühesten Kindheit. Alles über die meist viel zu wenig beachteten Gliedmaßen: unsere Füße.

Wenn ein Kind auf die Welt kommt, zählt man immer erst einmal nach: fünf Finger, fünf Zehen auf jeder Seite, es ist alles gut. Dann beginnt die Aufmerksamkeit für die kleinen Füße jedoch schon rapide nachzulassen, allenfalls werden sie bei der regelmäßigen Babymassage sanft geknetet. Das kann Folgen haben, denn fast alle Babys kommen mit gesunden Füßen zur Welt, und ein Großteil der Erwachsenen hat Probleme wie Knick-Senkfüße oder Plattfüße. Diese sind nicht einfach nur ein kosmetisches Problem, sondern können auf den ganzen Körper unerwünschte Auswirkungen haben. Fehlstellungen der Wirbelsäule, Probleme mit den Knien, chronische Verspannungen und Kopfschmerzen, die Auswirkungen von Fußproblemen auf den gesamten Körper können massiv sein. Wer schief steht oder wessen Füße etwas zur Seite knicken, befindet sich in einer Fehlhaltung, die von den Füßen bis ganz nach oben in den Körper reicht. Auf Dauer können sich diese Fehlhaltungen dann verfestigen, es wird schwer, sie wieder zu korrigieren.

Kinder haben Fehlstellungen, die sich eigentlich verwachsen sollen

Plattfüße und Knick-Senkfüße kommen auch bei vielen kleinen Kindern vor, doch eigentlich verwachsen sie sich mit der Zeit. Gerade bei den Dreijährigen schützt eine kleine Speckschicht unter der Fußsohle den Fuß, sodass sich die typische Wölbung erst etwas später ausbildet. Auch Knick-Senkfüße sind bei Kleinkindern zu sehen, sollten jedoch spätestens mit der Einschulung verschwunden sein. Immer vorausgesetzt, dass Kind hat keine weiteren ungünstigen Dispositionen wie starkes Übergewicht. Doch was läuft schief, dass sich viele Fehlstellungen eben nicht mit der Zeit verwachsen?

Das Problem mit Kinderfüßen

Dauerhaft bestehende Fehlstellungen sind das Ergebnis von zu wenig Bewegung und ungünstigen Belastungen. Das Schlimmste ist jedoch, dass Kinder zu früh die falschen Schuhe bekommen. Natürlich, die Knochen der kleinen Füße sind noch weich, es tut den Kleinen nicht weh, wenn das Schuhwerk etwas zu eng ist oder in anderer Hinsicht nicht richtig sitzt. Wenn die Füße nicht regelmäßig gemessen und Schuhe rechtzeitig ausgetauscht werden, können sich die kleinen Füße leicht verformen. Die Zehen werden gequetscht, die Muskeln können sich verkürzen. Das gilt auch, wenn bereits gebrauchte Schuhe getragen werden, die etwa von einem Geschwisterkind schon eingelaufen und mit dessen persönlichem Fußabdruck verformt wurden. Zu kurze oder zu weite Schuhe sind ebenso fatal für die Entwicklung der Füße wie Schlappen ohne richtigen Halt oder, eine äußerst problematische Modeerscheinung, Absatzschuhe für Kleinkinder.

Ein guter Start für Babys Füße

Alle diese Probleme müssen jedoch nicht sein, denn Eltern können auf die Entwicklung gesunder Füße einen großen Einfluss nehmen. Dafür sollen die kleinen Füße so viel Freiheit genießen können, wie nur möglich.

Barfuß krabbeln, spielen und die Füße massiert bekommen stärkt die kleinen Muskeln. Viele Kinder liegen gern auf Ihrer Krabbeldecke unter einem Activity Center, das durch verschiedene Möglichkeiten der Interaktion die Entwicklung fördern soll. Doch bei all der Förderung werden die Füße immer wieder vergessen! Sie sollten ebenso Anregung erfahren, um sich optimal entwickeln zu können. Dazu zählt auch, dass ein Kind so häufig wie möglich barfuß gehen und unter seinen nackten Fußsohlen die verschiedensten Materialien fühlen kann. Erde und Sand, Gras und kleine, runde Steinchen, um dem Kind dieser Erfahrungen zu ermöglichen, muss man keine großen Aktionen planen. Es genügt, ab und an unterwegs in der Natur die Schuhe einfach auszuziehen. Wessen Kind gerade im Winter mit dem Laufen begonnen hat, der kann auch in der Wohnung für ähnliche Erfahrungen sorgen, indem er etwa flache Plastikschüsseln mit verschiedenen Materialien füllt und das Kind hineintreten lässt. Natürlich muss eine Verletzungsgefahr dabei ausgeschlossen werden.

Und was ist mit den ersten Schuhen?

Was das Laufenlernen betrifft, sind viele Eltern ungeduldig, doch ein gesundes Kind schafft es auf jeden Fall allein „auf die Füße“. Dafür muss es weder an der Hand geführt noch in ein Lauflerngerät gesetzt werden, das ohnehin eine große Verletzungsgefahr birgt. Und es braucht vor allem, während es Laufen lernt, noch keine Schuhe! Die ersten Schritte (und viele der folgenden) macht es am besten barfuß oder auf Socken. Dieses Training gibt den Füßen die nötige Kraft und Sicherheit, um später stabil auftreten zu können. Die ersten Schuhe dienen als Schutz vor Schmutz und Nässe, nicht der Stütze.

Hat das Kind das laufen gelernt und seine Füße dabei trainiert, kommt die Zeit, in der es auch draußen öfter alleine läuft. Je nach Witterung und Umgebung ist jetzt die Zeit für die ersten Schuhe.

Um die passende Größe zu finden, müssen die Füße erst einmal gemessen werden. Die Schuhe sollten aus hochwertigem Material gefertigt und mit einer flexiblen Sohle ausgestattet sein. Ein hoher Schaft gibt den nötigen Halt, den ein Kind bei regelmäßigem Laufen in der Stadt braucht. Dennoch sollten auch Kinder, die regelmäßig Schuhe tragen, immer wieder die Möglichkeit bekommen, barfuß zu gehen und ihre Wahrnehmung und Muskulatur dadurch zu trainieren.

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