Mehr Patienten behandelt

+

Die Gesundheit Nordhessen Holding (GNH) blickt auf das erfolgreichste Jahr seit ihrer Gründung 2002 zurück. Vorstandsvorsitzender Dr. Gerhard M. Sontheimer rechnet allerdings nicht damit, dass es in diesem Jahr so weitergeht.

Denn im Wesentlichen erkläre sich dieses erfreuliche Jahresergebnis von 9,35 Millionen Gewinn mit Einmaleffekten aus der Auflösung von Rückstellungen beispielsweise für die komplizierte nachträgliche Abrechnung mit den Krankenkassen. Zudem habe die GNH 2012 beispielsweise in der Herzchirurgie ihre Leistungen ausgeweitet.

Dr. Gerhard M. Sontheimer

Auch in anderen Bereichen wurden mehr Patienten mit komplexeren Erkrankungen behandelt. Insgesamt stieg die Patientenzahl 2011 in den Krankenhäusern der GNH auf rund 73 000 (im Vorjahr waren es 68 000). Auch die Zahl der GNH-Beschäftigten war 2011 noch einmal angestiegen: 3162 Vollzeitstellen zählt man insgesamt, im Vorjahr waren es 3123. Stolz ist Sontheimer auch auf das Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibung (EBIDTA). Hier erreichte man im vergangenen Jahr 16,7 Millionen Euro. Sontheimer rechnet auch für das laufende Geschäftsjahr 2012 mit einem Leistungszuwachs in gleicher Größenordnung von rund fünf Prozent. Beim Ergebnis der operativen Tätigkeit sei indes keine Steigerung zu erwarten. Dieses habe sich konzernweit bei über sieben Millionen Euro (2011 waren es 7,8 Millionen Euro) stabilisiert.

Sontheimer fügt hinzu: Durch die gesetzlichen Vorgaben durfte die Vergütung der Krankenhausleistungen in Hessen nur um rund ein Prozent steigen. Gleichzeitig seien die Kosten für die Kliniken aber um 2,5 bis 3 Prozent gestiegen. „Die politischen Rahmenbedingungen machen es nicht leichter“, sagte den GNH-Chef. So forderte er, die Grundlagen für eine verlässliche Finanzierung der Krankenhäuser zu schaffen.

Neue Betriebskonzepte

Die GNH habe indes viele wichtige Hausaufgaben gemacht, sagte Sontheimer auf die Frage, warum die GNH mit dem Flaggschiff Klinikum vergleichsweise gut da steht. Man habe sich frühzeitig gut aufgestellt und Betriebskonzepte erarbeitet. Dank einer innovativen Industriepartnerschaft mit einem Medizintechnikhersteller verfüge man nicht nur über einen eindeutigen Wettbewerbsvorteil, sondern auch über modernste medizinische Geräte im gesamten Konzern.

Als beispielhaft nannte Sontheimer auch die neue Zentrale Notaufnahme, in der es gelungen sei, Untersuchungs- und Behandlungsabläufe zu optimieren. „Wir steuern das Unternehmen seit Jahren konsequent nach Effizienz“, sagte Sontheimer, „das haben Krankenhäuser in der Vergangenheit nie so gemacht.“

Die Ergebnisse der einzelnen GNH-Unternehmen im Überblick

Zur GNH gehören neben dem Klinikum Kassel und dem Kinderkrankenhaus Park Schönfeld die drei Kreiskliniken in Hofgeismar, Wolfhagen und Bad Karlshafen-Helmarshausen, das Krankenhaus Bad Arolsen sowie Reha-Einrichtungen und Seniorenheime.

Die Kreiskliniken erwirtschafteten 2011 einen Überschuss von knapp 130 000 Euro (2010 hatten sie noch ein Minus von 347 000 Euro). Auch das Krankenhaus Bad Arolsen legte zu, von einem Minus von 233 000 Euro schaffte man es allerdings nicht aus den roten Zahlen. Ergebnis 2011: minus 135 000 Euro.

Minus machten auch das Kinderkrankenhaus Park Schönfeld mit einem Fehlbetrag von 115 000 Euro und das Zentrale Medizinische Versorgungszentrum (beide gehören zum Klinikum) mit fehlenden 204 000 Euro. Auch die konzerneigene Dienstleistungs- und Servicegesellschaft Ökomed rutschte mit etwa einer Million Euro weiter in die roten Zahlen.

Die Seniorenwohnanlagen verbesserten indes ihr Ergebnis auf 50 000 Euro (2010 stand hier ein Fehlbetrag von 157 000 Euro). Und die ambulante Rehabilitation erwirtschaftete einen Überschuss von 97 000 Euro. Die GNH AG selbst verdreifachte ihr Ergebnis auf rund 3,2 Millionen Euro.

Seit 2007 werden im Rahmen des Vertrages zur Zukunftssicherung des kommunalen Klinikkonzerns GNH Teile des Gehalts der Mitarbeiter einbehalten. Zum fünften Mal wurde der Betrag fast komplett zurückbezahlt. In diesem Jahr 7,75 Millionen Euro.

Von Martina Heise-Thonicke

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.