„Teamarbeit ist entscheidend“ – Gesundheitsinterview mit Dr. Sabine Schmatloch

Das Ärzteteam des Brustzentrums
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Das Ärzteteam des Brustzentrums: (von links) Dr. Mina Fam (Oberarzt), Sibylle Stroh-Meyer (Funktionsoberärztin), Dr. Johanna Göbbert-Winter (Funktionsoberärztin), Dr. Sabine Schmatloch (Chefärztin), Alla Revzina (Assistenzärztin) und MUDr. Filia Kapsalis (Funktionsoberärztin). Zum Team gehören auch Dr. Daniela Borries, Dr. Jan Stassek und Assistenzärztin Dony Babu, die nicht auf dem Bild sind.

Die Diagnose Brustkrebs ist für Betroffene und deren Angehörige ein tiefer Einschnitt, der Ängste auslöst und Sorgen bereitet. Die optimale Behandlung zu finden und sich bei den behandelnden Ärzten in guten Händen zu wissen, ist daher sehr wichtig. 

Geprüfte Qualität finden Betroffene im Brustzentrum des Elisabeth-Krankenhauses Kassel, dem größten Brustzentrum in Hessen und bereits seit 2006 durchgängig zertifiziert. Anlässlich des Brustkrebsmonats Oktober sprachen wir mit Chefärztin Dr. Sabine Schmatloch über die Behandlung des Mammakarzinoms im Brustzentrum.

Frau Dr. Schmatloch, gibt es derzeit durch die Corona-Pandemie Einschränkungen bei der Behandlung?

Allen Frauen steht das gesamte medizinische Leistungsspektrum des Brustzentrums zur Verfügung, darüber bin ich sehr froh. Wir erfüllen trotz der Corona-Pandemie weiterhin alle Qualitätsstandards. Gerade erst im September haben wir ein sogenanntes Überwachungsaudit durchlaufen. Es bescheinigt unserem Brustzentrum erneut, dass wir die hohen Anforderungen der Deutschen Krebsgesellschaft und der deutschen Gesellschaft für Senologie erfüllen, auf denen die Zertifizierung beruht.

Welche Corona-Schutzmaßnahmen gelten im Brustzentrum?

Wir sorgen mit verschiedenen Maßnahmen für die Sicherheit unserer Patientinnen. Mir ist ganz wichtig zu sagen, dass Frauen notwendige Untersuchungen und Therapien keinesfalls aus Angst vor einer Ansteckung mit Corona verschieben sollten. Bei uns müssen alle Patientinnen entweder geimpft, genesen oder negativ getestet sein. Vor einer stationären Aufnahme werden geimpfte Frauen zudem noch einmal getestet. Begleitpersonen sind derzeit noch nicht erlaubt, um die Anzahl der Kontakte möglichst gering zu halten.

Corona-Schutzimpfung und Brustkrebserkrankung – passt das zusammen?

Auf jeden Fall. Die Ständige Impfkommission des Robert-Koch-Instituts (STIKO) empfiehlt Impfungen sogar während einer Chemotherapie. Natürlich ist die Entscheidung darüber immer abhängig vom jeweiligen Allgemeinzustand der Patientin und muss sorgfältig abgewogen werden.

Sie leiten das größte Brustzentrum in Hessen. Worauf kommt es dabei besonders an?

Teamarbeit ist entscheidend für eine erfolgreiche Behandlung. Sie steht im Vordergrund – und zwar nicht nur innerhalb der Ärztinnen und Ärzte, sondern berufsgruppenübergreifend. Der Erstkontakt findet für unsere Patientinnen meist im Sekretariat statt. Die Mitarbeiterinnen dort organisieren beispielsweise alle ärztlichen Untersuchungen. Die Pflegekräfte auf der Station – teilweise speziell ausgebildete Breast-Care-Nurses oder Fachschwestern für Onkologie – gewährleisten eine fachlich kompetente und einfühlsame Pflege. Zum Team gehören auch die Psychoonkologinnen, die unsere Patientinnen in dieser emotionalen Ausnahmesituation beraten und begleiten. Physiotherapeuten beginnen gleich am ersten postoperativen Tag mit der Behandlung. Wir sind ein eingespieltes Team. Alle arbeiten gemeinsam und eng abgestimmt für eine bestmögliche Therapie unserer Patientinnen.

Welche Rolle spielen externe Kooperationspartner?

Um das hohe Niveau in allen Bereichen zu gewährleisten spielt die sehr gute Zusammenarbeit mit externen Kooperationspartnern eine wichtige Rolle. Darunter sind zum Beispiel Radiologen, Nuklearmediziner, Strahlentherapeuten, Onkologen und Pathologen. Während des einmal wöchentlich stattfindenden Tumorboards, bei dem jeder Fall einzeln besprochen wird, kommen die internen und externen Kollegen zusammen und beraten eine individuelle Behandlung. Die Patientinnen haben dadurch die Gewissheit, eine Diagnose und leitliniengerechte Therapie nach aktuellen wissenschaftlichen Standards zu erhalten.

Dr. med. Sabine Schmatloch, Chefärztin des Brustzentrums

ZUR PERSON

Dr. med. Sabine Schmatloch ist Chefärztin des Brustzentrums im Kasseler Elisabeth-Krankenhaus. Sie studierte Medizin in Regensburg und Würzburg. Nach zwölf Jahren am Klinikum Kassel wechselte sie 2012 an das Elisabeth-Krankenhaus. Dort ist sie seit 2015 Chefärztin des Brustzentrums, das größte in Hessen. Dr. Schmatloch ist Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe mit Schwerpunkt Gynäkologische Onkologie und Spezialisierung auf Brustkrebserkrankungen.

KONTAKT

Dr. med. Sabine Schmatloch
Chefärztin Brustzentrum
Elisabeth-Krankenhaus Kassel
T (05 61) 72 01-1 47
brustzentrum@ekh-ks.de
elisabeth-krankenhaus-kassel.de

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