Ursache entdeckt

Gewichtszunahme ab 40: Warum ein Enzym schuld sein kann

+
Das Enzym DNA-PK schraubt mit zunehmendem Alter den Stoffwechsel herunter und begünstigt Übergewicht. Eine konsequente ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung können den Pfunden und damit verbundenen Folgeerkrankungen wie Diabetes entgegenwirken.

Mit zunehmendem Alter fällt es schwerer, schlank und fit zu bleiben. Forscher haben nun das Enzym gefunden, das für diesen Prozess verantwortlich ist

Es gibt Menschen, die können essen, was sie wollen, sie werden einfach nicht dick - Schokolade, Kuchen, Pasta, ganz egal, man könnte fast neidisch werden. Doch nicht bei allen bleibt das auch so.

Denn trotz gleichbleibender körperlicher Aktivität scheint der Organismus diese Völlereimit zunehmendem Alter nicht mehr tolerieren zu wollen. Spätestens mit 30 bis 40 Jahren ist Schluss – der Stoffwechsel fährt herunter, und dann plötzlich sind sie da, die lästigen Speckröllchen am Bauch. 

Die Natur arbeitet gegen uns

Viele Menschen beginnen dann, ganz besonders auf eine gesunde Ernährung zu achten und versuchen, durch regelmäßigen Sport den Pfunden zuleibe zu rücken. Doch viele Betroffene merken rasch: Trotz aller Anstrengung und allen Verzichts auf Süßes und Fettiges fällt es zunehmend schwerer, Gewicht zu reduzieren oder zu halten. Kein Wunder, denn die Natur arbeitet gegen uns, wie ein Forscherteam aus den USA herausgefunden hat. 

Enzym verlangsamt Stoffwechsel

Dr. Jay H. Chung, Wissenschaftler am National Heart, Lung and Blood Institute in Maryland, beschäftigt sich schon seit vielen Jahren mit den Zusammenhängen zwischen Gewichtszunahme und Alter beim Menschen. Im Fachmagazin Cell Metabolism erschien nun eine in Kooperation mit der Universität Michigan durchgeführte Studie, die viele Fragen zu diesem Phänomen erklärt. So fanden Chung und seine Kollegen heraus, dass das Enzym DNA-PK (DNA-Protein Kinase) maßgeblichen Einfluss darauf hat.

In Versuchen mit Mäusen, Affen und Ratten fanden sie heraus, dass dieses Enzym mit zunehmendem Alter aktiver wird und den Energiestoffwechsel in den Zellen herunterschraubt, indem es die Arbeit der Mitochondrien stört. Darüber hinaus zeigten die Versuche, dass DNA-PKA bei älteren Mäusen eine Abnahme der allgemeinen Fitness bewirkt und bei übergewichtigen Mäusen auch Diabetes Typ 2 begünstigt. Die Wissenschaftler gehen nun davon aus, dass jene genetischen Programme beim Menschen ähnlich ablaufen, da Mensch und Maus über nahezu identische Erbanlagen verfügen. 

Medikamente könnten den Prozess verlangsamen

Dass es ab Mitte 30 zunehmend schwerer fällt, schlank und rank zu bleiben, hat also nicht immer etwas mit schlechten Ernährungsgewohnheiten oder Bewegungsmangel zu tun. Doch gibt es keine Möglichkeit, diesen Prozess aufzuhalten? Dr. Chung, der seine Studienergebnisse derzeit auf einschlägigen Fachkongressen in den USA vorstellt, hätte da schon eine Lösung: Durch dieGabe eines DNA-PK-Hemmers konnte er in seinen Laborversuchen an Mäusen zeigen, dass zumindest die Gewichtszunahme um 40 Prozent gesenkt werden konnte.

Bevor allerdings Medikamente auf den Markt kommen, die die Aktivität des Enzyms drosseln, seien noch viele Studien nötig, so die Forscher. Und Chung betonte darüber hinaus, dass eine ausgewogene Ernährung und Sport noch immer die besten und gesündesten Mittel seien, um dauerhaft fit und schlank zu bleiben.

Von Franziska Grosswald

Die seltensten Krankheiten der Welt

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.