Vielversprechende Studien

Grippe bei Herzerkrankungen: Wer sich impfen lässt, verringert sein Sterberisiko

Die vierte Corona-Welle ist in vollem Gange. Doch kurz vor dem Winter geht auch die Grippe wieder um. Für Risikopatienten höchste Zeit, sich impfen zu lassen.

Wien – Seit vielen Jahren raten Hausärzte chronisch Erkrankten, Senioren und weiteren Risikopatienten, sich gegen die Grippe impfen zu lassen. Schließlich ist ihr Immunsystem schwächer als das eines gesunden Menschen. Besonders jetzt, in der nasskalten Jahreszeit, haben Viren und Erreger wieder ein leichtes Spiel.

Wegen Corona haben sich vergangenes Jahr viele Bürger an die Regeln und Hygiene-Maßnahmen, wie regelmäßiges Händewaschen, Abstand halten und Maske tragen, gehalten. Deswegen wurden wir hierzulande auch weitestgehend von der Grippe verschont, es sind nur wenige Fälle registriert worden.

Grippe bei Herzerkrankungen: Wer sich impfen lässt, verringert sein Sterberisiko

Doch nun rollt die vierte Corona-Welle an, die Zahlen steigen rapide. Und auch die Grippe-Saison startet bald. Deshalb empfehlen Ärzte Menschen mit Vorerkrankungen nun dringend, sich (zusätzlich) gegen Influenza impfen zu lassen.

Davon profitieren auch besonders Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Herzschwäche sowie Herzrhythmusstörung. Vor zwar vor allem dann, wenn die Impfung regelmäßig aufgefrischt wird, wie eine repräsentative Umfrage im Auftrag des österreichischen Verbandes der Impfstoffhersteller (ÖVIH) ergeben hat.

Menschen mit Herzinsuffizienz profitieren von der Grippe-Impfung, sind sich Experten einig. (Symbolbild)

„Viele Menschen unterschätzen die Gefahr des Influenza-Virus immer noch und lassen sich nicht gegen Influenza impfen“, erklärt auch Dr. Christopher Adlbrecht, Leiter der Arbeitsgruppe Herzinsuffizienz, der Österreichischen Kardiologischen Gesellschaft. „Manche unterscheiden nicht zwischen einem grippalen Infekt und der ‚echten‘ Grippe/Influenza. Dabei kann letztere gerade für Menschen mit kardiovaskulären Vorerkrankungen sehr gefährlich sein.“ (Grippeschutz-Impfung: Frauenärztin ruft Schwangere dieses Jahr dringlich dazu auf)

Das zeigt auch eine Statistik aus England. Ihr zufolge soll die Sterberate bei Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen aufgrund einer Infektion mit Influenza um mehr als das Zehnfache erhöht sein. Darüber hinaus haben mehrere Studien herausgefunden, dass eine Influenza-Impfung bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen das Sterblichkeitsrisiko erheblich verringern kann.

Grippe bei Herzbeschwerden: Langzeit-Studien sind vielversprechend

In einer Langzeitstudie mit 134.000 Probanden wurde in Dänemark die Wirksamkeit der Grippe-Impfung bei Personen mit bestehender Herzinsuffizienz geprüft. Das Ergebnis: Wer sich regelmäßig impfen lässt beziehungsweise eine Auffrischung erhält, der reduziert sein Sterberisiko um 18 Prozent. Was ebenfalls für eine Impfung bei chronisch Erkrankten spricht: In einer weiteren dänischen Studie, diesmal mit über 600.000 Teilnehmern, ist ebenfalls bestätigt worden, dass eine Influenza-Impfung* das Sterblichkeitsrisiko von Patienten mit Bluthochdruck, die Medikamente einnehmen müssen, positiv beeinflusst.

„Diese Analyse belegt, dass Menschen mit Bluthochdruck, auch dann, wenn sie sich sonst bester Gesundheit erfreuen, von einer Influenza-Impfung profitieren“, erläutert Experte Adlbrecht. Wer sich schützen wolle, könne sich jetzt bei seinem Hausarzt impfen lassen. Grundsätzlich empfiehlt die WHO bei Menschen über 65 Jahre und mit Vorerkrankungen eine Durchimpfungsrate von 75 Prozent. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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