Impfsaison startet

Experten warnen vor heftiger Grippewelle

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Deutschland droht heftige Grippewelle.

Jena - Eine derzeit starke Grippewelle in Australien, versetzt die Experten in Deutschland in Alarmbereitschaft. Die Daten von der Südhalbkugel lassen auch hier eine heftige Grippesaison erwarten.

Die Grippeimpfsaison startet - einige Impfstoff-Hersteller haben bereits mit der Auslieferung der Mittel an Apotheken und Großhandel begonnen. Peter Wutzler, Präsident der Deutschen Vereinigung zur Bekämpfung der Viruskrankheiten (DVV) in Jena, appelliert insbesondere an ältere und chronisch kranke Menschen, sich immunisieren zu lassen: Ihr Anteil bei den Influenza bedingten Klinikeinweisungen und Todesfällen sei besonders hoch. Aber auch bei jüngeren Erwachsenen sowie Kindern und Jugendlichen könne eine Grippe mit schweren Komplikationen verlaufen.

Der lebensrettende Pieks: Diese Risikogruppen sollten sich gegen Grippe impfen lassen

Die Ständige Impfkommission des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin gibt Empfehlungen ab, welche Menschen sich impfen lassen sollten. Gehören Sie auch zur Risikogruppe? (Stand: Juli 2013) © dpa
Das Immunsystem älterer Menschen reagiert zwar weniger stark auf die Impfung, dennoch empfehlen die Experten das Serum. Im Falle einer Erkrankung fallen die Symptome schwächer aus. Da für Menschen über 60 Jahre ein erhöhtes Risiko für schwere oder gar tödliche Komplikationen besteht, ist die Impfung dringend angebracht. © dpa
Wie bei älteren Menschen besteht auch bei Schwangeren ein erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe. Daher raten die Gesundheitsexperten auch werdenden Müttern ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel zur Impfung. Schwangere, die bereits an einer Grunderkrankung leiden, können sich nach Absprache mit dem Arzt auch schon früher pieksen lassen. © dpa
Erwachsene und Kinder, die an einer chronischen Erkrankung wie beispielsweise Asthma leiden, gehören ebenfalls zu den Risikogruppen. © fkn, Mundipharma
Auch Menschen mit chronischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinsuffizienz oder Bluthochdruck wird die Grippe-Impfung nahe gelegt. © dpa
Kinder dürfen frühestens ab einem Alter von sechs Monaten gegen die Grippe geimpft werden. © dpa
Wer an chronischen Stoffwechsel-Erkrankungen wie Zucker (Diabetes Mellitus), an chronischen Nierenerkrankungen, Blutarmut (Anämie), an angeborenen oder erworbenen Immunstörungen wie Abwehrschwäche nach Organtransplantationen, bei Chemotherapien oder HIV-Infektionen leidet, sollte sich die Grippe-Impfung nicht entgehen lassen. © dpa
Ebenso Menschen mit chronisch neurologischen Krankheiten wie beispielsweise Multipler Sklerose gehören zu den Risikogruppen. © dpa
Mitarbeiter in Krankenhäusern, Pflegeheimen oder Arztpraxen oder Angestellte in Einrichtungen mit erhöhtem Publikumsverkehr laufen Gefahr, durch ihre Arbeit sich selbst oder andere anzustecken - die Grippe-Impfung ist daher eigentlich Pflicht. © dpa
Die Bewohner von Pflege- und Altenheimen sind ebenfalls besonders gefährdet. © dpa
Urlauber ab 60 Jahren oder chronisch Kranke, die verreisen wollen, sollten sich spätestens zwei Wochen vor der Abreise pieksen lassen. © dpa
Menschen, die häufig mit Geflügel, auch mit Wildvögeln in Berührung kommen, zählen auch als Risikogruppe. © dpa
NICHT impfen lassen dürfen sich Menschen, die allergisch reagieren auf Hühnereiweiß. Der Impfstoff wird in Hühnereiern gezüchtet. Wer aktuell unter Fieber leidet, sollte mit der Imfpung warten, bis die Erkrankung abgeklungen ist. © 
Die meisten Krankenkassen in Deutschland übernehmen freiwillig die Kosten für die saisonale Grippeimpfung. Über-60-Jährige und chronisch Kranke müssen in der Regel nichts bezahlen. © dpa

„Für die kommende Grippesaison hat die Weltgesundheitsorganisation zwei neue Virusstämme für den Impfstoff empfohlen“, erläutert Wutzler. Die neue Zusammensetzung basiere auf den Erkenntnissen der weltweiten Influenzaüberwachung der WHO und berücksichtige neue Virenstämme, die mit großer Wahrscheinlichkeit im kommenden Winter die saisonale Grippewelle dominierten.

Daten der Südhalbkugel, wo derzeit Grippesaison ist, lassen eine stärkere Grippewelle als in der vergangenen Saison erwarten: Australische Behörden registrierten deutlich mehr Influenza-Fälle als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Wutzler erinnert daran, dass es nach einer Impfung zehn bis 14 Tage dauere, bis das Immunsystem einen wirksamen Schutz gegen die Influenza aufgebaut habe. „Um rechtzeitig geschützt zu sein, sollte man jetzt mit seinem Hausarzt einen Termin für die Impfung vereinbaren“, empfiehlt er.

dapd

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