Tückische Krankheit

Grüner Star: Frühere Diagnose durch neue Technik

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Mit Hilfe der optischen Cohaerenz Tomografie (OCT) können Augenärzte präzise Schnittbilder der Netzhaut und des Sehnerven ihrer Patienten erstellen. Diese Messung ermöglicht einzigartige Blicke auf anatomische Details des menschlichen Auges, die gerade auch bei der Früherkennung eines Grünen Stars (Glaukoms) wichtig sind.

Wenn die Diagnose gestellt wird, ist es oft zu spät - jetzt soll eine neue Technik dem Augenarzt helfen, die Augenerkrankung grüner Star bereits in einem frühen Stadium zu erkennen.

Mit einer neuen Diagnosetechnik sollen Augenärzte den tückischen grünen Star künftig früher erkennen können. Die meist schleichende und von den Betroffenen erst spät bemerkte Augenerkrankung könne damit bereits in einem frühen, gut zu behandelnden Stadium therapiert werden, sagte der Präsident der Deutschen Ophthalmochirurgen (Augenchirurgen), Armin Scharrer.

Das neue „Papillen-OCT-Gerät“ soll bei dem an diesem Mittwoch beginnenden Kongress in Nürnberg der Ärzteschaft vorgestellt werden.

Beim grünen Star (Glaukom) wird der Sehnerv wegen zu hohen Augeninnendrucks geschädigt. Die Beeinträchtigung kann nicht rückgängig gemacht, aber zumindest gestoppt werden, sobald sie erkannt wurde. Der Gesellschaft für Augenheilkunde zufolge sind etwa 2,3 Millionen Menschen in Deutschland vom grünen Star und dessen Vorstadien betroffen. Im Extremfall kann die Krankheit auch zur Erblindung führen.

Oft kommt die Diagnose zu spät

Mit bisherigen Untersuchungsmethoden sei der grüne Star in der Anfangsphase oft nur schwer oder gar nicht zu erkennen gewesen. Träten bereits deutlich erkennbare, auch vom Patienten wahrgenommene Symptome auf, sei es für eine wirksame Behandlung oft zu spät. „Eine bereits eingetretene größere Schädigung kann nicht mehr repariert werden“, betonte Scharrer. Eine Diagnose des grünen Stars im Frühstadium erlaube hingegen gute Behandlungsmöglichkeiten - mit Augentropfen, einer Laserbehandlung oder einer Operation.

Mit einem Infrarotlaser ermögliche das neue Diagnosegerät berührungslos horizontale, vertikale und schräge Schnitte durch die Netzhaut und den Sehnervkopf. Am Computerbildschirm erhalte der Augenarzt so dreidimensionale Bilder vom lebenden Gewebe - und damit Einblicke in sonst nicht erkennbare tiefere Schichten des Auges.

Um den grünen Star bereits im Frühstadium erkennen zu können, rät Scharrer Männern und Frauen vom 40. Lebensjahr an jährlich zu einer Vorsorgeuntersuchung beim Augenarzt. Patienten bemerkten die Erkrankung im Frühstadium nicht, weil zunächst das gesunde Auge „die Sehfeldausfälle des anderen Auges übertüncht“, erläuterte Scharrer.

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Der grüne Star stelle sich meist erst in späteren Lebensabschnitten ein. Dann sei der Abfluss von Augenwasser oft behindert, was wegen des neu gebildeten Augenwassers zu einem Anstieg des Augeninnendrucks führe.

dpa

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