Grundsicherung hilft im Alter

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Altersarmut ist keine Schande: Immer mehr Menschen sind von ihr betroffen. Der Staat hilft, sofern keine größeren Rücklagen oder teure Immobilien vorhanden sind.

Zunehmend sind mehr Menschen im Alter auf die Grundsicherung angewiesen, die es ab 65 Jahren gibt. Da das Rentenniveau voraussichtlich weiter sinkt, werden es künftig noch mehr. Womit können Bezieher dieser Leistung rechnen?

Ansprüche

 Die Regelleistung für Alleinstehende beträgt – genau wie bei Arbeitslosengeld II – 364 Euro im Monat. Für Paare sind es 656 Euro. Dazu werden noch angemessene Kosten für die Wohnung berücksichtigt, die unterschiedlich hoch ausfallen. Beträgt die Warmmiete eines Ehepaars aus Köln etwa 500 Euro, liegt der rechnerische Bedarf der beiden bei 1156 Euro. Davon abgezogen werden aber nahezu alle Einkommen – wie beispielsweise gesetzliche, betriebliche und private Renteneinkünfte.

Bezieher von Grundsicherung dürfen aber etwas hinzuverdienen – bei einem 400-Euro-Job dürfen sie 120 Euro von den Einkünften behalten, der Rest wird verrechnet.

Rücklagen aufbrauchen

 Bevor der Staat mit Zahlungen einspringt, müssen die Antragsteller ihre Rücklagen weitgehend aufbrauchen. Die Freibeträge für das erlaubte Vermögen sind weit niedriger als beim Arbeitslosengeld II. Ein Alleinstehender darf bis 2600 Euro besitzen, für den Partner kommen 614 Euro hinzu. Tipp: Wer mit 60 eine höhere Lebensversicherung ausbezahlt bekommt und nur eine geringe Rente erwartet, für den kann es sich lohnen, eine kleine Eigentumswohnung anzuschaffen.

Denn Geld muss vor der Grundsicherung verbraucht werden, eine kleine Immobilie darf man aber behalten. Angemessenes Wohneigentum ist für Grundsicherungsbezieher erlaubt. Was das genau bedeutet, darüber gibt es oft Streit. Faustregel: Ein alleinstehender Grundleistungsbezieher darf ein Häuschen mit 70 Quadratmetern oder eine Eigentumswohnung mit 60 Quadratmetern behalten.

Private Krankenversicherung

 Wer die Beiträge zur privaten Krankenversicherung nicht mehr schultern kann, für den springen teilweise die Ämter ein. Sie tragen die von der Versicherung um 50 Prozent geminderten Beiträge im Basistarif. Voraussetzung: Dem oder der Betroffenen bleibt nach Abzug von Versicherungsbeiträgen und Unterkunftskosten weniger als der Regelbedarf zum Leben.

Verbote und Datenabgleich

 Grundsicherungs-Beziehern wird im Regelfall kein Auto zugestanden. Ein teurer Wagen muss meist verkauft werden. Grundsicherung gibt es auch nur für diejenigen, die ihren gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland haben. Wer den kompletten Winter auf Mallorca verbringt, zählt nicht zu den Berechtigten. Man sollte beim Sachbearbeiter im Grundsicherungsamt eine Erlaubnis einholen, die bei Auslandsaufenthalten von bis zu einem Monat ohne Probleme bewilligt wird. In jedem Fall sollte man erklären können, wie dieser finanziert wird. Egal, ob es um das Auto, Ersparnisse oder einen Nebenjob geht: Gegenüber Ämtern ist Offenheit angesagt.

Haftung der Kinder

 Wer Grundsicherung im Alter bezieht, muss im Regelfall nicht damit rechnen, dass seine Kinder vom Amt zur Kasse gebeten werden – es sei denn, ein Kind verdient nach Abzug von Werbungskosten oder Betriebsausgaben mehr als 100.000 Euro im Jahr. Und nach dem Tod eines Grundsicherungsbeziehers werden dessen Erben von den Ämtern nicht zur Rückzahlung verpflichtet, falls es etwa noch Vermögenswerte gibt.

Von Rolf Winkel

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