Gute Nacht für 20 Cent

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Wer heute in einem guten Hotel übernachtet, muss dafür meist einen dreistelligen Betrag zahlen. Die Nacht im eigenen Bett ist selbstverständlich sehr viel preiswerter, doch allzu sparsam sollte es dort nicht zugehen.

Fragwürdige Billig- und Sonderangebote eignen sich vielleicht für ein wenig genutztes Gästebett, nicht aber für den täglichen Gebrauch über viele Jahre. Dabei ist ein gutes Bett umgerechnet auf die Nutzungszeit alles andere als teuer.

Ein Beispiel: Bei einer Gebrauchsdauer von zehn Jahren kostet eine gute Matratze zum Preis von ca. 750 Euro umgerechnet nur etwa 20 Cent pro Nacht. Selbst die Ausgabe für ein hochwertiges Bettsystem relativiert sich bei dieser Betrachtungsweise schnell. Schließlich verbringt man während einer angenommenen zehnjährigen Nutzungszeit insgesamt rund 25 000 Stunden in seinem Bett.

Damit ist klar: An der Qualität von Matratze plus passender Unterfederung dürfen keine Abstriche gemacht werden. Andernfalls drohen zumindest langfristig Rückenschmerzen.

„Für eine wirkungsvolle nächtliche Entlastung und Regeneration der Wirbelsäule und der Bandscheiben muss das Bett die physiologische Form der Wirbelsäule individuell unterstützen“, weiß Dr. Florian Heidinger, Leiter des Ergonomie Instituts München. In Rückenlage ist dies ein Doppel-S, in der Seitenlage dagegen eine gerade Linie. Eine gute Matratze passt sich dem Körper auch bei wechselnden Schlafpositionen an und stützt ihn gleichzeitig ab. Schwerere Körperpartien wie Schultern und Hüfte müssen tiefer einsinken können. Speziell für Seitenschläfer gibt es Matratzen mit einer automatischen Schulterabsenkung zur physiologisch sinnvollen Lagerung der Halswirbelsäule.

Falsch ist dagegen die immer noch verbreitete Annahme, dass nur eine harte Matratze gut für den Rücken ist. Der richtige Ansprechpartner für gesundes Liegen ist zuallererst das kompetente Bettenfachgeschäft. Hier beraten Spezialisten, die tagtäglich mit den Rückenproblemen ihrer Kunden konfrontiert werden und so über ein umfassendes Wissen verfügen. Ob aus Latex, Taschenfederkernen, hochwertigem Schaumstoff oder auch Polsterbetten - Schritt für Schritt wird für jeden das individuell richtige Bett ermittelt. Und das hört nicht bei der Matratze auf. So wie jeder Mensch die passenden Schuhe benötigt, um sicher und bequem laufen zu können, so braucht auch jede Matratze einen abgestimmten Unterbau. Denn nur so kann sie ihren Liegekomfort voll entfalten und ausreichend belüftet werden.

Keinesfalls sollten Matratzen direkt auf den Boden gelegt werden. Stattdessen gilt: Bei jedem Matratzenkauf sollte auch die Eignung des bislang genutzten Lattenrostes geprüft werden. Denn es kommt immer wieder vor, dass neue Matratzen durch alte oder unbrauchbare Lattenroste beschädigt werden. Der Kunde hat unter Umständen dann den (doppelten) Schaden, da in einem solchen Fall seine Gewährleistungsansprüche verfallen. (akz)

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