Hämorrhoiden sind keine Krankheit

Spezialist für Hämorrhoidenbehandlung: Dr. med. Alfred Cassebaum Foto: nh

Das Hämorrhoidalleiden erfordert heute ein individuelles Behandlungskonzept. Dabei werden die gesamten Hämorrhoiden nur noch selten komplett entfernt. Man hat erkannt, dass Hämorrhoiden keine Krankheit, sondern ein Organ sind, das nach Möglichkeit erhalten werden sollte. Vor allem im Rahmen der Kontinenzfunktion, also der Dichtigkeit des analen Schließmuskelapparates spielen sie eine wichtige Rolle.

Wenn die Hämorrhoiden im Rahmen einer allgemeinen Senkung des Beckenbodens – meistens beim Stuhlgang – aus dem Darmausgang heraustreten, kommt es zu typischen Symptomen wie Nässen, Juckreiz, Blutungen und Hautentzündungen. Behandlungen durch Salben oder Zäpfchen sind meist nicht erfolgreich. Behandlungsziel ist die Beseitigung des Hämorrhoidenvorfalls. „Dabei wird die hochsensible und funktionell wichtige Haut des Darmausgangs vollständig erhalten“, sagt Dr. Alfred Cassebaum, Chefarzt der Chirurgie am Kreiskrankenhaus Frankenberg.

Bei geringerem Schweregrad kann ein „anales Lifting“ erfolgen. Die Methode ist einfach und schmerzfrei. Für die Behandlung von ausgeprägten Hämorrhoidenvorfällen wird der Patient kurz stationär aufgenommen. Oberhalb des Vorfalls wird ein Schleimhautstreifen entfernt. Dadurch erreicht man eine Anhebung und Fixierung des Darmausgangs. Die Schmerzen nach der Operation sind gering. (nh)

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