Harnwegsinfekten vorbeugen

Häufig Blasenentzündung? Dann sollten Sie dieses Lebensmittel streichen

Typisch für Blasenentzündung: Ständiger Harndrang. Forscher fanden jetzt heraus, dass die Ernährung eine maßgebliche Rolle spielt.
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Typisch für Blasenentzündung: Ständiger Harndrang. Forscher fanden jetzt heraus, dass die Ernährung eine maßgebliche Rolle spielt.

Die Ernährung soll maßgeblich beeinflussen, wie anfällig Menschen für Harnwegsinfekte sind: Zu diesem Schluss kommen Forscher - und leiten folgende Empfehlung ab.

  • Als häufigste Auslöser für Harnwegsinfekte wie etwa Blasenentzündung gelten Darmbakterien, die in die Harnröhre gelangen.
  • Mediziner unterscheiden untere Harnwegsinfekte, zu welchen die Blasenentzündung zählt, und obere Harnwegsinfekte wie eine Nierenbeckenentzündung.
  • Viele Faktoren gelten als Auslöser, unter anderem ein geschwächtes Immunsystem oder hormonelle Veränderungen. Forscher fanden jetzt heraus, dass auch die Ernährung eine Rolle spielt.

Brennen beim Wasserlassen, der ständige Drang, auf die Toilette gehen zu müssen bis hin zu Fieber und Schüttelfrost: Eine Harnwegsinfektion nimmt zwar in den meisten Fällen einen harmlosen Verlauf, doch in seltenen Fällen breitet sich die Entzündung im Körper aus - und kann sogar eine lebensbedrohliche Blutvergiftung zur Folge haben*.

Die meisten Harnwegsinfektionen entstehen durch die Übertragung von Erregern vom Darmausgang zur Harnröhre - vor allem Darmbakterien wie Escherichia coli (E. coli) und Enterokokken sind hier zu nennen. Diese können nach dem Stuhlgang über die Harnröhre in die Blase eindringen. Ein Forscherteam aus Taiwan untersuchte dies genauer: "E. coli-Varianten, die Harnwegsinfektionen auslösen, unterscheiden sich von denen, die zur normalen Darmflora gehören, und von denen, die Darminfektionen verursachen", schreiben die Wissenschaftler um Chin-Lon Lin von der Tzu Chi University in Hualien in einer aktuellen Studie.

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Vegetarier seltener von Blasenentzündung betroffen

In einer kürzlich veröffentlichten Studie befassten sie sich genauer mit dem Zusammenhang zwischen Ernährung und der Entstehung von Harnwegsinfektionen - mit einem überraschenden Ergebnis. So hatten Vegetarier* ein niedrigeres Risiko zu erkranken als Fleischesser. Die taiwanischen Forscher hatten die Daten von 9.724 Männern und Frauen ausgewertet, 3.040 waren Vegetarier. Im Verlauf von zehn Jahren traten 661 Fälle von Harnwegsinfektionen auf, wobei das Erkrankungsrisiko für die Vegetarier 16 Prozent geringer war als für die anderen, wie das Portal Wissenschaft aktuell meldete. Für Nichtraucher und Frauen war der positive Effekt sogar noch stärker ausgeprägt. Einflussfaktoren wie Alter, Vorerkrankungen und Geschlecht wurden in der Auswertung berücksichtigt.

Die Haupterreger von Harnwegsinfekte - uropathogene E. coli-Bakterien - können den Forschern zufolge durch den Verzehr von verunreinigtem Geflügel- oder Schweinefleisch in den Darm gelangen und nach dem Stuhlgang ihren Weg in die Harnröhre finden. Doch es gibt noch eine Erklärung, warum Vegetarier seltener an einer Blasenentzündung leiden könnten: Der hohe Gehalt an Ballaststoffen in überwiegend pflanzlicher Nahrung bietet potentiell gefährlichen Bakterien wie E. coli weniger Nährstoffe - sie können sich weniger gut ansiedeln und vermehren.

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jg

Diese Viren und Bakterien machen uns krank

HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat.  
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat.   © dpa/dpaweb-mm
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Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch. © dpa
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff.
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Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung. © dpa
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Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. © dpa
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Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen. © dpa
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Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz. © dpa

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